Kirchhellen
Justus Beckmann inmitten der Gladiolen. Die Blumen-Selbstpflück-Saison ist offiziell gestartet. (Archiv)Foto: Beckmanns Blumen

Faszination Selbstpflücke: In Kirchhellen blühen die Blumenfelder kunterbunt

Die Brüder Beckmann aus Kirchhellen bauen ihr Netz an Selbstpflückfeldern weiter aus - Mehr Standorte, Erlebnisse und Auswahl

Kirchhellen -

Was als kleiner Versuch mit vier Feldern begann, hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem Erfolg entwickelt: Die Selbstpflückfelder von Beckmanns Blumen. Hinter dem Konzept stehen die Brüder Justus und Wilhelm Beckmann aus Kirchhellen. Die Familie ist in der Region eigentlich durch ihren Spargelhof bekannt. Doch mit den Blumenfeldern haben die Landwirte ein zweites Standbein aufgebaut.

„Die Nachfrage ist riesig“, sagt Justus Beckmann. Bereits im vierten Jahr starten die Brüder mit insgesamt 22 Feldern in die Blühsaison 2026. Die Standorte verteilen sich längst über Kirchhellen hinaus: Von Schermbeck über Voerde, Datteln und Recklinghausen bis nach Herne finden Blumenfreunde inzwischen die bunten Felder.

Kooperation mit Höfen

Oft entstehen neue Standorte durch Kooperationen mit anderen Höfen. Landwirte sprechen die Beckmann-Brüder gezielt an, ob sie auf ihren Flächen oder an Hofläden ein Blumenfeld anlegen möchten. „Das ist eine Win-Win-Situation“, erklärt Beckmann. Der Trend zum Selbstpflücken ist in vielen Bereichen zu beobachten. Auch in Kirchhellen bieten Landwirte längst mehr als nur klassische Erdbeerfelder an. Besucher können inzwischen beispielsweise Zucchini oder Blaubeeren selbst ernten.

„Es ist der Eventcharakter“, sagt Beckmann. Wenn die Brüder ihre Felder besuchen, sehen sie häufig Familien mit Kindern, Paare oder ältere Menschen, die zwischen den bunten Reihen spazieren. Für Kinder gibt es mittlerweile sogar Bastelscheren statt Messer, damit auch sie beim Schneiden helfen können. Auch Fotografen fragen regelmäßig an, ob sie auf den Feldern Fotos machen dürfen. „Manchmal sogar mit Pferden. Das ist für uns kein Problem“, sagt Beckmann.

Bald ist es wieder soweit: Die Tulpen blühen von Mitte März bis Mai und geben ein schönes Bild in Kirchhellen ab. Foto: Daniel Böhm

Bezahlung auf Vertrauensbasis

Das System der Selbstpflückfelder basiert auf Vertrauen. Die Felder sind rund um die Uhr geöffnet, sieben Tage die Woche. Bezahlt wird per PayPal, mit Banking-App oder bar in einer Vertrauenskasse. „Die Zahlungsmoral ist nach wie vor sehr gut. Wir haben hier ehrliche Menschen im Ruhrgebiet“, sagt Beckmann.

Die Vorbereitung für die Saison beginnt lange vor der ersten Blüte. Bereits im Oktober setzten die Landwirte Frühblüher wie Narzissen, Tulpen und Iris in die Erde. So konnten die Zwiebeln Wurzeln bilden und gut anwachsen. Von März bis Oktober blühen nun verschiedene Sorten nacheinander.

Regionale Vorteile

Der Vorteil regionaler Blumen liegt für Beckmann auf der Hand: „Sie kommen direkt vom Feld in die Vase und halten dadurch deutlich länger.“ Wichtig sei allerdings, regelmäßig das Wasser zu wechseln. Einen Tipp hat der Experte ebenfalls: Narzissen sondern in den ersten zwei Tagen einen Saft ab, der Tulpen schaden kann. Deshalb sollten beide Blumen zunächst getrennt in Vasen stehen.

Neu ist in diesem Jahr ein weiteres Angebot: Ab Ende Juli können Besucher auf einigen Feldern frischen Zuckermais ernten. „Perfekt für den Grillabend im Sommer“, sagt Beckmann. Eine Übersicht aller Standorte und der aktuellen Blühlage gibt es im Internet unter www.beckmanns-blumen.de.

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Valerie Misz

Valerie Misz

v.misz@aureus.de

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