Doch genau das mache Kirchhellen auch so attraktiv, viele wollen herziehen, was das Dorf als Stadtteil langsam verändert. „Mitte ist das erste Zentrum Bottrops, Kirchhellen das Zweite“, so Buschfeld.
Nadelöhr das Hauptthema
So voll, dass noch Stühle herangeschafft werden mussten, war der Hof Jünger lange nicht mehr. Der Antrittsbesuch des Oberbürgermeisters in Kirchhellen traf auf großes Interesse.
Was vielen auf der Seele brannte: der geplante Kreisverkehr an der Ecke Hauptstraße/Feldhausener Straße. „Dass dort nun eine Übergangsampel aufgestellt wird, klingt für uns so, als würde man die Pläne für den Kreisverkehr für Jahre auf Eis legen“, ob das stimmen würde, fragte eine der rund 50 Zuhörerinnen und Zuhörer.
Der Oberbürgermeister schilderte die zahlreichen Herausforderungen in diesem Bereich: Von Abwasserproblemen über die Verkehrsführung inklusive Radverkehr bis hin zu Renaturierung des Schölsbaches müssen viele Komponenten überein gebracht werden, um einen Kreisverkehr umzusetzen. Hier eine passende Schnittmenge und für alle eine optimale Lösung zu schaffen, sei extrem zeitaufwendig. „Die Ampel wird in den kommenden Wochen aufgestellt, weil sich Unfälle dort häufen und wir diesem akuten Problem zunächst unbedingt beikommen müssen. Das kann nicht warten bis der Kreisverkehr fertig ist“, was ein Projekt über viele Jahre werden wird, gibt Buschfeld zu – doch der Plan sei nicht auf Eis gelegt.
Was Kirchhellen bewegt
Weitere markante Themen des Abends waren wie erwartet die Übergangslösung für den Recyclinghof, Fragen zur Radinfrastruktur in Kirchhellen, Wünsche nach mehr Instanthaltung der Straßen aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens, zu viel Durchfahrtsverkehr auf der Gartenstraße, neue Wohngebiete und auch die Sicherheitsbestimmungen beim diesjährigen Schützen- und Brezelfest.
Vor allem zu Ersterem konnte Buschfeld an diesem Abend gute Nachrichten verkünden: „Ich habe mich gewundert, dass diese Frage nicht als erstes gekommen ist“, scherzt er zunächst und schlägt dann einen ernsteren Ton an: „Die Problematik ist lange bekannt und ich kann glücklicherweise sagen, dass es zeitnah eine Übergangslösung für den Recyclinghof in Kirchhellen geben wird.“
Gutes Fazit
Buschfeld lässt sich im Laufe des Abends auch Versprechen abnehmen: So wolle er nachforschen, ob es für Lücken in der Digitalisierung Lösungen gibt. Außerdem betonte er, dass man im Rathaus eng mit Veranstaltern zusammenarbeite, um bei Großveranstaltungen für ein angemessenes Sicherheitsgefühl zu sorgen, ohne die Organisatoren mit Auflagen und Vorschriften zu erdrücken. „Das funktioniert derzeit sehr gut“, sagt er. Es gebe ein Sicherheitskonzept für die großen Feste 2026. Doch betont Buschfeld: „100-prozentige Sicherheit kann niemand versprechen.“
Nach dem Abend wirken die Gäste zufrieden, denn auch wenn es hier und da Diskussionspotenzial gegeben hat, zeigte sich der Oberbürgermeister offen gegenüber den Kirchhellener anliegen. Souverän brachte er vermeintlich kleine Fragen in größere Zusammenhänge. Das Resümee der Gäste: „Mir hat das sehr gut gefallen“, findet ein Zuhörer, der gleich mehrere Fragen stellen durfte. „Ehrlich und nicht weichgespült. Das war ein Gespräch auf Augenhöhe, gerne mehr davon.“
Buschfeld besucht einmal im Jahr mit seiner Gesprächsreihe alle Stadtteile Bottrops: Grafenwald ist am 25. Juni um 18 Uhr im kleinen Engelseck an der Reihe und Feldhausen zieht am 26. November um 18 Uhr im Vereinsheim des TSV Feldhausen nach.