Für ihre Abschlussarbeit untersuchte sie die Herausforderungen und Chancen der kommunalen Gesundheitsförderung in einem Stadtteil und entschied sich dabei bewusst für Feldhausen. Denn Gesundheit entstehe nicht nur in Arztpraxen oder Krankenhäusern, sagt Strangemann. Entscheidend sei auch das Lebensumfeld der Menschen. „Wenn man sich wohlfühlt, kann man besser gesund werden und auch gesund bleiben“, erklärt sie.
Ergebnisse der Umfrage
Grundlage der Untersuchung war eine umfangreiche Umfrage mit dem sogenannten StadtRaumMonitor. Dieses Instrument wird vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit kostenfrei bereitgestellt und hilft Kommunen dabei, die Wahrnehmung von Lebensbedingungen vor Ort zu analysieren. Dabei geht es unter anderem um Infrastruktur, soziale Kontakte, Freizeitangebote oder auch das Sicherheitsgefühl.
Die Ergebnisse stellte Strangemann nun bei einem offenen Informationsabend vor. Vieles bestätigte Eindrücke, die viele Feldhausener bereits kennen. So bleibt die Nahversorgung ein Thema, das die Menschen im Ort beschäftigt. Gleichzeitig sehen viele Befragte auch positive Entwicklungen. Dazu gehören funktionierende Nachbarschaftshilfen, Lieferangebote für Lebensmittel sowie gute Einkaufsmöglichkeiten im Umfeld, etwa in Kirchhellen-Mitte, Dorsten oder Gladbeck.
Auch beim Nahverkehr zeigt sich ein eher positives Bild. Viele Teilnehmer der Umfrage empfinden die Anbindung in den vergangenen Jahren als verbessert. Kritischer fällt hingegen die Bewertung des Radwegs entlang der Feldhausener Straße aus. Der Zustand des Weges wird von Befragten aller Altersgruppen bemängelt.
Auch der Movie Park wirkte sich auf einige Themengebiete aus. Der nimmt Einfluss auf das Lautstärkeempfinden im Ort sowie die Verkehrslage und auch die Parksituation der Anwohner. Hier sind Stadt und Parkbetreiber stetig im Austausch und haben bereits einige Maßnahmen eingeleitet, die die Situation verbessern sollen.
Gemeinschaft und Lebensqualität
Besonders positiv wird hingegen der öffentliche Raum wahrgenommen. Die Nähe zur Natur gilt als großer Pluspunkt für den Ortsteil. Gleichzeitig wünschen sich vor allem Familien mehr Spielplätze oder Verbesserungen an bestehenden Anlagen. Häufig genannt wird dabei fehlender Schatten auf einigen Spielflächen.
Insgesamt zeigt die Umfrage jedoch ein klares Bild: Viele Menschen fühlen sich in Feldhausen sehr wohl. Besonders das soziale Miteinander wird von den Teilnehmern hervorgehoben. Gute Erfahrungen mit der Nachbarschaft, zahlreiche Freizeitangebote sowie Aktivitäten in Vereinen, Kirche oder Seniorengruppen stärken den Zusammenhalt im Ort.
Gemeinsam Zukunft gestalten
Für die Gemeindecaritas sind die Ergebnisse nun eine wichtige Grundlage für weitere Überlegungen. Ziel ist es, Angebote künftig noch stärker an den Bedürfnissen der Menschen im Ort auszurichten. „Wir sehen, dass es bereits viele gute Angebote für Senioren gibt“, sagt Strangemann. „Jetzt möchten wir besonders Familien stärker in den Blick nehmen.“
Dabei setzt sie auf Beteiligung der Menschen vor Ort. Denn eines habe die Untersuchung deutlich gezeigt: Die Entwicklung eines lebenswerten Ortsteils gelingt am besten gemeinsam. Wer Ideen hat oder sich engagieren möchte, kann sich jederzeit an die Gemeindecaritas per Mail (barbara.strangemann@caritas-bottrop.de) oder telefonisch unter (02045) 404514 wenden.