„Es kommen nicht nur Leute aus Kirchhellen zu uns“, berichtete Harald Gülzow vom VSR-Gewässerschutz. Auch Brunnenbesitzer aus den Nachbarstädten und -gemeinden wie Dorsten und Wulfen nutzten die Gelegenheit, ihr Wasser untersuchen zu lassen. Viele Besucher blieben zudem am Informationsstand stehen, stellten Fragen und informierten sich ausführlich über mögliche Belastungen ihres Brunnenwassers.
Nitratwerte im Fokus
Besonders ein Thema beschäftigt die Experten dabei immer wieder: Nitrat. „Das Hauptproblem hier in der Region ist die Nitratbelastung im Wasser“, erklärte Gülzow. Deshalb gehört die Untersuchung des Nitratgehalts zu den Standardanalysen, die direkt vor Ort im Labormobil durchgeführt werden können. Ebenso werden der Säure- und Salzgehalt des Wassers bestimmt. Die Ergebnisse erhalten die Brunnenbesitzer noch am selben Tag.
Darüber hinaus können weitere Untersuchungen beauftragt werden. Von besonderem Interesse sind dabei häufig Keime und Bakterien. „Diese Analysen sind allerdings aufwendiger und werden in einem Fachlabor durchgeführt. Die Ergebnisse werden den Brunnenbesitzern später zusammen mit einem ausführlichen Gutachten per Post zugeschickt“, erklärt Gülzow.
Nutzung im Sommer
Gerade in den trockenen Sommermonaten wird das Brunnenwasser viel genutzt. Der VSR-Gewässerschutz möchte dazu beitragen, dass Gartenbesitzer verstärkt auf ihr eigenes Brunnenwasser zurückgreifen und dadurch kostbares Trinkwasser sparen. Allerdings sei es wichtig zu wissen, welche Inhaltsstoffe sich im Wasser befinden. Neben Nitrat können auch Eisen, Bakterien oder andere Stoffe die Wasserqualität beeinflussen.
Auswertungen früherer Untersuchungen zeigen nach Angaben des Vereins, dass die Nitratwerte vieler Brunnen in der Region weiterhin erhöht sind. Zudem wurde festgestellt, dass nach Starkregenfällen häufiger Bakterien im Brunnenwasser nachgewiesen werden. Ursache seien oft undichte Brunnenanlagen, durch die verschmutztes Regenwasser eindringen könne.
Um eine Probe abzugeben, genügt eine mitgebrachte Kunststoffflasche. Der VSR-Gewässerschutz empfiehlt, eine leere Mineralwasserflasche zunächst mehrfach mit Brunnenwasser auszuspülen und anschließend randvoll zu füllen, ohne die Innenseiten von Flasche oder Deckel zu berühren. Regelmäßig machen sie in Bottrop, Dorsten oder Kirchhellen Halt.