Kirchhellen
Fotos: aureus GmbH - Valerie Misz
Fotos: aureus GmbH - Valerie Misz

Johannesschule: Grundschüler wünschen sich eine sichere Zukunft

Am Montagmorgen haben Schülerinnen und Schüler der Johannesschule ein Zeichen für den Frieden gesetzt - Mit Aktionen wie einem Spendenlauf wollen sie ihre Anteilnahme zeigen

Kirchhellen -

Bei stürmischstem Wetter hat sich am Montagmorgen die gesamte Schülerschaft der Johannesschule Kirchhellen auf der Bezirkssportanlage versammelt. Zu Gast waren dutzende Eltern, Sponsoren und Unterstützer, die die knapp 250 Kinder anfeuerten und bei ihren Aktionen ermutigten.

Neben zahlreichen Lehrern war auch Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder vor Ort und unterstützte die kleinen Spendenläufer: „Es kann nicht genug Unterstützung geben. Jeder Cent wird gebraucht, um den Ukrainerinnen und Ukrainern zu helfen.“

Aufklärung mit viel Fingerspitzengefühl

Wie es einige Schulen bereits vormachten, hat sich auch die Grundschule an der Gartenstraße in Kirchhellen gefragt: „Was können wir tun, um zu helfen?“ Schulleiterin Christina Schmitt möchte den Kindern besonders eines vermitteln. Und zwar, dass sie nicht hilflos sind. Der Krieg in der Ukraine wühlt auch die kleinsten unter uns auf. Während des Unterrichts haben die Kinder auch die Möglichkeit ihre Fragen zu stellen. „Dabei ist auffällig, wie unterschiedlich die Kenntnisstände sind. Klar ist, dass einige Eltern ihre Kinder vor dem Krieg und den schlechten Nachrichten abschirmen. Andere hingegen sind erstaunlich gut informiert über politische Entwicklungen“, sagt Schmitt.

Hier braucht es viel Fingerspitzengefühl. Beim Spendenlauf sind zahlreiche Kinder über sich hinausgewachsen. „Die Jüngsten sind die Strecke bis zu zehnmal gelaufen“, resümiert die Schulleiterin stolz. Und das trotz starkem Wetterumschwung und Unwetterwarnung. Dass so viele Eltern auf der Tribüne waren, die mit selbstgemalten Ukraine-Flaggen, Friedenstauben und Girlanden geschmückt wurde, hat den Kindern sicher Kraft gegeben. Ziel ist es, die Spenden noch bis zu den Osterferien einzusammeln und zu zählen.

Nachdem der erste und zweite Jahrgang seine Runden beendet hat, haben sich die Schülerinnen und Schüler versammelt, um gemeinsam ein Lied zu singen und ihre Anliegen vorzutragen. Gemeinschaftlich ertönte das Lied „Alle Kinder dieser Welt wünschen sich Frieden“, während gelbe und blaue Fahnen über den Köpfen geschwenkt wurden. Anschließend haben Vorsprecher der einzelnen Klasse ihre Wünsche vorgetragen, die zum Schluss an Luftballons befestigt gen Himmel geschickt wurden.

Der Wunsch nach Frieden ist groß

Frieden auf der ganzen Welt, Hoffnung auf eine sichere Zukunft, Hilfe und Unterstützung durch Mitbürger, ein sicheres zu Hause… „Wir wünschen uns, dass die ukrainischen Kinder in ihrer neuen Heimat schnell Freunde finden, damit sie sich nicht alleine fühlen“, liest eines der Kinder vor.

Bereits seit etwa zwei Wochen ist ein kriegsgeflüchtetes Kind aus der Ukraine an der Johannesschule in Kirchhellen aufgenommen. „Wir sind darauf vorbereitet, dass noch mehr kommen werden. Erfahrungen mit Internationalen Förderklassen haben wir schon“, sagt Schmitt zuversichtlich. Es sei wichtig, sich intensiv mit den Kindern auseinanderzusetzen. „Besonders, wenn ihnen klar wird, dass sie nicht nur zwei Wochen lang, sondern für einen längeren Zeitraum hierbleiben werden.“

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Valerie Misz

Valerie Misz

v.misz@aureus.de

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