Kirchhellen
Volker Rütter, Stefan Bertelwick und Markus Kläsener (v.l.) bei der Ankündigung ihrer zukünftigen Kooperation. Am 22. Januar geht es schon los.Foto: aureus GmbH - Aileen Kurkowiak
Volker Rütter, Stefan Bertelwick und Markus Kläsener (v.l.) bei der Ankündigung ihrer zukünftigen Kooperation. Am 22. Januar geht es schon los.Foto: aureus GmbH - Aileen Kurkowiak

Kläsener und Berger: Bilderbuch-Kooperation im Dorf

In Kirchhellen hilft man sich gegenseitig. Aufgrund von Personalmangel in der Branche, haben die Inhaber des Gasthofs Berger und der Bäckerei Kläsener eine Kooperation vereinbart

Kirchhellen -

Der Fachkräftemangel und das Fehlen von Auszubildenden im Handwerk sorgt dafür, dass der Nachwuchs in den Kirchhellener Backstuben fehlt. „Es fehlt uns vor allem an Konditoren und Bäckern“, erklärt Markus Kläsener, Inhaber der Kläsener-Bäckereien in Kirchhellen, Gladbeck und Gelsenkirchen-Buer.

„Um unseren Kunden weiterhin eine abwechslungsreiche Tortenvielfalt anbieten zu können, habe ich bei Stefan Bertelwick und Volker Rütter angesprochen, ob sie zu einer Zusammenarbeit bereit wären.“ Schließlich wuchs die Idee, dass Kläsener den Gasthof im Gegenzug an Wochenenden mit frischen Brötchen versorgt.

Die Not macht erfinderisch

„Der Bedarf nach frischen Brötchen in Feldhausen ist schon seit Jahren da“, erklärt Volker Rütter, Mit-Geschäftsführer des Gasthofs Berger. „Entsprechend ist die Zusammenarbeit für beide Parteien sehr gut und wir profitieren alle davon.“ Auch sein Geschäftspartner Stefan Bertelwick sieht nur Positives in der Kooperation: „Schon unsere Väter haben sich vor Jahrzehnten gegenseitig unterstützt und so läuft es noch heute. Gibt es mal Engpässe bei den Zutaten oder ist mal eine Maschine defekt, helfen wir uns stets gegenseitig aus.“

Der Personalmangel in den Betrieben hat verschiedene Gründe, die sich nun zu diesem Ergebnis summieren. „Wir sind halt eine Freizeitindustrie. Von 9 bis 17 Uhr, montags bis freitags, gehen die wenigsten Leute essen. Und es fehlt einfach an Bewerbungen. Unter anderem, weil Pandemie-bedingt kaum Praktika stattfinden konnten. Oder es wird eben als Sprungbrett für ein späteres Studium genutzt“, so Bertelwick. Markus Kläsener ergänzt: „Dass wir ab 1 Uhr in der Nacht in der Backstube stehen, ist natürlich auch für einige abschreckend.“

Kirchhellener profitieren durch kurze Wege

Die Kooperation funktioniert so: Zehn der beliebtesten Sahnetorten, darunter Lübecker Marzipan und Himbeere, aus Berger’s Backstube werden ab sofort im Kläsener Café Auszeit am Johann-Breuker-Platz zu den üblichen Preisen vertrieben. Im Gegenzug werden die Brötchen der Bäckerei Kläsener samstags und sonntags ab 8 Uhr im kleinen Kuchenladen in Feldhausen verkauft. Vorerst nur normale Brötchen, sobald sich das Angebot etabliert und die logistische Abwicklung eingespielt hat, können sich beide Kooperationspartner eine Erweiterung des Angebots vorstellen. Von dem Brötchenverkauf im Gasthof Berger profitieren vor allem die Feldhausener. Bisher gab es keine Möglichkeit, fußläufig frische Brötchen zu kaufen. „Morgens an den Wochenenden sieht man so viele Fußgänger mit Hunden. Wir denken, dass das Angebot vielen entgegenkommt“, so Bertelwick. „So müssen die Feldhausener nicht mehr in ihr Auto steigen, um Brötchen aus Kirchhellen zu holen.“

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Aileen Kurkowiak

Aileen Kurkowiak

aileen.kurkowiak@aureus.de

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