Kirchhellen
Foto: Valerie Misz

Neues Wildnisareal in Bottrop: Mehr Raum für Natur und Artenvielfal

In Bottrop entsteht ein neues Wildnisareal - Natur darf sich frei entfalten, während Wege für Erholung erhalten bleiben und Biodiversität gestärkt wird

Kirchhellen -

In Bottrop wird ein besonderes Naturschutzprojekt umgesetzt: Im Köllnischen Wald hat das nordrhein-westfälische Umweltministerium gemeinsam mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) ein etwa 50 Hektar großes Wildnisentwicklungsgebiet ausgewiesen. Dort sollen natürliche Abläufe bewusst zugelassen werden, während gleichzeitig die Naherholung für die Bevölkerung langfristig gesichert und weiterentwickelt wird.

"Damit übernimmt der Regionalverband Ruhr Verantwortung für unser gemeinsames Naturerbe. Dieser neue Rückzugsraum für die Natur mitten in einem der größten Ballungsräume Europas ist ein tolles Projekt. Es schützt die biologische Vielfalt und ermöglicht spannende Einblicke, wie die Natur wieder in ihre eigenen Kreisläufe zurückfindet", so NRW-Umweltminister Oliver Krischer.

Naturschutz und Naherholung

Direkt angrenzend befindet sich das nördlich gelegene Naturschutzgebiet Halde Schöttelheide, das erst im vergangenen Jahr durch eine Satzung der Stadt Bottrop neu ausgewiesen wurde. Zusammen ergänzen sich beide Flächen ideal und stärken den regionalen Biotopverbund. Gerade kleinere Gebiete wie der Köllnische Wald spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Lebensräume miteinander zu verknüpfen und Wanderbewegungen von Arten zu ermöglichen.

Während großflächige Wildnisentwicklungsgebiete meist in den Kernbereichen von Nationalparks liegen, zeigt das Vorhaben in Bottrop, dass auch kommunale Flächen gezielt zur Förderung der Artenvielfalt beitragen können und somit eine wichtige Ergänzung sind. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem ausgewogenen Zusammenspiel von Naturschutz und Freizeitnutzung.

Dazu stellt der Technische Beigeordnete der Stadt Bottrop Klaus Müller klar: „Uns ist besonders wichtig, dass die Menschen den Köllnischen Wald weiterhin wie gewohnt nutzen können. Das bestehende Netz an Rad-, Fuß- und Reitwegen bleibt vollständig erhalten und kann im bisherigen Umfang weiter genutzt werden. Naturschutz und Naherholung gehen hier bewusst Hand in Hand.“

Natürliche Waldentwicklung

Durch den Verzicht auf forstwirtschaftliche Nutzung entsteht langfristig ein vielfältiges Mosaik unterschiedlicher Entwicklungsphasen des Waldes. Dadurch wächst auch der Anteil von älteren und sich zersetzenden Beständen, die bislang oft zu selten vertreten sind.

Viele seltene und gefährdete Arten – von Pilzen über Insekten bis hin zu Vögeln und Fledermäusen – sind auf einen hohen Anteil an Totholz sowie auf späte Altersphasen angewiesen. Diese Bedingungen werden durch die natürliche Entwicklung des Waldes gezielt gefördert. Darüber hinaus erfüllen solche Prozessschutzflächen wichtige ökologische Funktionen, etwa bei der Reinigung von Boden, Wasser und Luft sowie beim Schutz vor Erosion und Hochwasser.

Die Grundlage für das Projekt bildet die Regionale Biodiversitätsstrategie für das Ruhrgebiet, die die Verbandsversammlung des RVR im Jahr 2022 beschlossen hat.

 

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Valerie Misz

Valerie Misz

v.misz@aureus.de

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