Kirchhellen
Foto: Daniel Böhm

Outdoor-Kinder-Trödelmarkt: Infos zur Kindertagespflege und mehr entdecken

Kleine Gruppen, enge Bindung, individuelle Förderung und doch immer weniger sichtbar: Die Kindertagespflege steht auch in Kirchhellen vor Herausforderungen

Kirchhellen -

Am kommenden Wochenende wollen lokale Kindertagespflegepersonen das ändern und für mehr Sichtbarkeit sorgen. Darum laden sie im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche zu ihrem Informationsveranstaltung auf dem Gelände des Gebrauchtwagencenters Bellendorf ein. Denn hier findet am 9. Mai von 11 bis 15 Uhr einen Outdoor-Kinder-Trödelmarkt statt, wo sich der Berufsverband präsentieren wird.

Organisiert wird der Auftritt von engagierten Tagespflegepersonen aus Kirchhellen und Bottrop. Unterstützt wird die Initiative durch die Aktionswoche des Bundesverbands für Kindertagespflege, die bundesweit für mehr Aufmerksamkeit sorgen soll. Vor Ort präsentieren sich mehrere Betreuerinnen gemeinsam, stellen ihre Arbeit vor und kommen mit interessierten Eltern ins Gespräch.

Die Kleinen profitieren

„Viele kennen noch den Begriff Tagesmutter, aber was heute tatsächlich dahintersteckt, wissen die wenigsten“, sagt Sybilla Teschke von der Kindertagespflege „Bin im Garten“. Dabei habe sich das Berufsbild stark gewandelt: Die Qualifizierung umfasst inzwischen mehrere hundert Stunden, hinzu kommen pädagogische Konzepte, Kinderschutzkonzepte und regelmäßige Fortbildungen.

Ein entscheidender Unterschied zur Kita bleibt die Gruppengröße. Maximal fünf Kinder betreut eine Kindertagespflegeperson gleichzeitig. Gerade für unter Dreijährige sei das ein großer Vorteil, betonen die Fachkräfte. „Die Kinder werden hier sehr individuell begleitet. Bedürfnisse werden schneller erkannt, Beziehungen sind enger.“ Das erleichtere vielen der Kleinen später auch den Wechsel in den Kindergarten.

Trotz dieser Vorteile nimmt die Bedeutung der Kindertagespflege ab. Grund dafür ist vor allem der Ausbau der Kitaplätze, auch in Kirchhellen. Neue Einrichtungen und zusätzliche U3-Angebote haben die Betreuungssituation deutlich verändert. Für die selbstständig arbeitenden Tagespflegepersonen bedeutet das jedoch wachsenden Druck.

Echte Alternative

Gleichzeitig sei die Unsicherheit bei Eltern groß: Viele melden ihre Kinder parallel in Kitas an, um keinen Platz zu verlieren und entscheiden sich im Zweifel für die größere Einrichtung, nicht zuletzt auch aus Sorge, später keinen Kindergartenplatz mehr zu bekommen.

Die Folge: Plätze in der Kindertagespflege bleiben unbesetzt, die wirtschaftliche Grundlage gerät ins Wanken. „Wenn wir nicht genug Kinder betreuen, können wir unsere Arbeit irgendwann nicht mehr fortführen“, so die Sorge.

Umso wichtiger sei es, Präsenz zu zeigen. Für die Organisatorinnen ist klar: Kindertagespflege versteht sich nicht als Konkurrenz zur Kita, sondern als Ergänzung. „Es geht darum, dass Familien die Wahl haben und die sollten sie bewusst treffen können.“

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Aileen Kurkowiak

Aileen Kurkowiak

aileen.kurkowiak@aureus.de

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