Die große Mehrheit der in den zahlreichen Kommentaren war sich allerdings einig und zeigte Verständnis dafür, dass hohe Qualität auch bezahlt werden will.
„Als ich die Kommentare gelesen habe, habe ich eine Gänsehaut bekommen“, erklärt jetzt Giuliano Menn, Inhaber des Restaurants. Doch nicht über die Negativität Einzelner, sondern über den Beistand Vieler: „Dass ich die Rückendeckung von so vielen habe, macht mich stolz. Und auch, dass es scheinbar viel Verständnis für die Situation in der Gastronomie gibt.“
Qualität hat seinen Preis
Kritik gegen den Verfasser des Postings hagelte es vor allem, weil man sich die Preise für das Bestellte früher hätte anschauen können und auch, weil man gewillt sein sollte, die Kosten für hohe Qualität und guten Service zu zahlen, wenn man Essen geht. „Wir beziehen unsere original italienischen Zutaten wie Mutti-Tomaten, Fior di latte Mozzarella und Salami Spianata aus der Region Kalabrien in höchster Qualität, die Personal- und Energiekosten sind nach wie vor hoch und Kirchhellen ist auch nicht gerade ein günstiges Pflaster“, verteidigt Menn seine Preise, die er nach Kriegsbeginn in der Ukraine entschied, um ungefähr zehn Prozent zu erhöhen.
Es bestehe außerdem die Möglichkeit bei einer Lockerung der Lage des Marktes, die Preise auch wieder zu senken, stellt der Inhaber in Aussicht. Dass er mit seinem Konzept nicht alleine dasteht, zeigt die Resonanz seiner Kunden. Vor Ort im Restaurant höre er nie Kritik an der Rechnung, sagt er.
Aktuell baut das Restaurant seine Räumlichkeiten im Innenraum sogar aus, um 35 weitere Sitzplätze schaffen und mehr Kunden bedienen zu können, weil die Nachfrage da ist. Sauer über die Kritik im Netz ist Giuliano Menn nicht, das äußerte er auch direkt als Kommentar unter dem Post – Vielmehr hätte er sich ein persönliches Gespräch mit dem betroffenen Kunden gewünscht, sagt er.