Kirchhellen
Foto: Privat
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Plattdeutsches Theater muss erneut ausfallen

Die Enttäuschung ist groß: Seit zwei Jahren liegt das geprobte Stück in der Schublade der Laienschauspielschar der Kolpingsfamilie

Kirchhellen -

Das plattdeutsche Theater der Laienspielschar ist in Kirchhellen ein echtes Kulturgut. Nicht nur, weil die Sitzplätze der Aufführungen eigentlich immer voll besetzt sind, sondern auch, weil es die Theatergruppe bereits seit fast 100 Jahren gibt.

Umso bedauerlicher ist es, dass auch 2022 kein Stück im Brauhaus aufgeführt werden kann. „Wir haben das plattdeutsche Theater aus freien Stücken für das kommende Jahr abgesagt. Es ist schade, aber eine verantwortungsvolle Entscheidung“, bedauert Regisseurin Claudia Hollender. Die Gruppe besteht aus ungefähr 20 Leuten. „Es sind ja nicht nur die Schauspieler, da hängt viel mehr dran“, so die Regisseurin. „Wir haben Helfer, die tapezieren, schminken, sich um Plakate und vieles mehr kümmern. Unter anderem sind bei uns auch viele Selbstständige dabei, die eine Infektion oder Quarantäne nicht verantworten könnten. Außerdem haben auch einige von uns aus den eigenen Kreisen Menschen durch die Pandemie verloren. Es wäre einfach nicht gut, das Stück trotz allem aufzuführen.“

Das fertige Stück wartet auf seine Uraufführung

Das Stück, das bereits vor zwei Jahren eingeprobt wurde und dessen Aufführung 14 Tage vor der Premiere Anfang März 2020 abgesagt werden musste, liegt fertig in der Schublade. Auch 2021 konnte die Umsetzung nicht stattfinden – im neuen Jahr nun wiederum nicht. „Das Stück liegt fertig und wir haben es in Petto“, erklärt die Regisseurin.

Das Stück „Den ledigen Baugrund“, ein Lustspiel in drei Aufzügen von Regina Rösch, sollte eigentlich schon längst auf der großen Brauhaus-Bühne gezeigt worden sein. Claudia Hollender, die für Inszenierung verantwortlich ist, weiß natürlich nach vielen Jahren Erfahrung, wie sich die Darsteller gekonnt in Szene setzen und eigentlich damit für wunderbare Stimmung an fünf Terminen sorgten. Normalerweise wird vor der Premiere zweimal wöchentlich im Hof Jünger geprobt, um schließlich die finalen Proben mit Requisiten und fertigem Bühnenbild auf der Brauhaus-Bühne durchzuführen. „Das Team im Brauhaus möchte natürlich für das kommende Jahr auch planen und hat auf eine Aussage zum Theater gewartet, jetzt war die Absage final“, so Hollender.

Man kann sich dennoch auf etwas freuen

Die Laienspielschar hofft allerdings, das Stück dann endlich im Jahr 2023 aufführen zu können. Und das aus einem triftigen Grund: „Das plattdeutsche Theater feiert 2023 in Kirchhellen 100-jähriges Jubiläum! Spätestens zu diesem Festdatum das Stück aufzuführen, wäre wirklich toll“, findet Claudia Hollender. „Das Theater musste bisher lediglich zweimal pausieren: einmal während des Kriegs zwischen 1933 und 1945 und jetzt durch die Pandemie.“

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Aileen Kurkowiak

Aileen Kurkowiak

aileen.kurkowiak@aureus.de

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