Kirchhellen
Die aktuellen Erstklässler haben ihr erstes Jahr an der Johannesschule erfolgreich hinter sich gebracht. Für die I-Dötzchen geht es nach den Sommerferien los.Fotos: Aileen Kurkowiak

Schulstart in Kirchhellen: So werden Erstklässler jetzt richtig vorbereitet

Die Einschulung rückt näher - Die Kirchhellener Grundschulrektorin Christina Schmitt gibt Eltern Tipps für die letzten Ferienwochen.

Kirchhellen -

Die Schultüte ist ausgesucht, der Tornister steht bereit und die Einschulung rückt näher. Für viele Familien beginnt jetzt die spannende Phase vor dem ersten Schultag. Doch was sollten Eltern in den letzten Wochen vor dem Schulstart noch mit ihren Kindern üben? Die Antwort von Johannesschulrektorin Christina Schmitt fällt überraschend entspannt aus: Bloß keinen Lernstress.

Wichtige Familienzeit nutzen

„Jetzt nicht noch anfangen, Buchstaben oder Zahlen zu trainieren“, lautet ihr Rat. Viel wichtiger sei es, die verbleibende gemeinsame Zeit als Familie zu genießen. Ausflüge, Bewegung an der frischen Luft oder Gesellschaftsspiele seien eine gute Vorbereitung auf den neuen Lebensabschnitt. Denn mit der Schule verändert sich der Alltag der Kinder grundlegend: Sie müssen regelmäßig zu einer festen Uhrzeit erscheinen, länger aufmerksam bleiben und auch einmal Aufgaben erledigen, auf die sie gerade keine Lust haben.

Wenn Kinder selbst Interesse an Buchstaben oder Zahlen zeigen, spricht aus ihrer Sicht allerdings nichts dagegen, darauf einzugehen. Eltern sollten dabei aber aufpassen, nicht zu viel vorwegzunehmen. Gerade beim ersten Lesen und Schreiben könnten gut gemeinte Hilfestellungen sogar verwirren. Besser sei es, die natürliche Neugier der Kinder aufzugreifen, ohne daraus ein Lernprogramm zu machen.

Christina Schmitt ist Rektorin der Johannesschule in Kirchhellen und hat schon viele Neu-Grundschulkinder auf ihrem Weg begleitet. Auch aus Sicht einer Mutter kann sie wertvolle Tipps geben.

Ganz ausklammern sollten Familien das Thema Schule dennoch nicht. Gemeinsam können Eltern und Kinder die neuen Materialien anschauen, das Mäppchen einräumen oder ausprobieren, wie ein Schnellhefter funktioniert. So werden Schulsachen und Abläufe vertrauter.

Besonders wichtig ist der Rektorin außerdem die Selbstständigkeit. An- und Ausziehen sollten Kinder möglichst sicher beherrschen, zum Beispiel mit Blick auf den Sportunterricht, wenn sich viele Kinder gleichzeitig umziehen müssen. Auch Ordnung und Orientierung bei den eigenen Schulsachen können Eltern spielerisch üben.

Sicherer Schulweg

Ein weiterer Punkt ist der Schulweg. Eltern sollten die Strecke mit ihren Kindern rechtzeitig abgehen und dabei Ampeln, Querungshilfen und sichere Wege zeigen. Wenn es möglich ist, könnten Erstklässler später gemeinsam mit Freunden, einem Geschwisterkind oder in einer kleinen Gruppe zur Schule gehen. Das schafft Bewegung, stärkt die Selbstständigkeit und vermittelt Kindern das Gefühl: „Ich bin groß, ich kann das.“

Und was erwartet Familien in den ersten Schultagen? Vor allem müde Kinder. Selbst Mädchen und Jungen, die im Kindergarten längst keinen Mittagsschlaf mehr brauchten, könnten nach einem Schultag erschöpft sein. Neue Räume, eine neue Lehrkraft, viele Mitschüler, Regeln und ungewohnte Anforderungen sorgten für eine Fülle an Eindrücken.

Deshalb sollten Eltern ihren Kindern vor allem eines mitgeben: Vertrauen. „Ich traue dir das zu. Du schaffst das“, sei eine wichtige Botschaft. Denn während manche Kinder mutig und voller Vorfreude in die Schule starten, seien andere zunächst zurückhaltender. Auch ihnen müsse man Zeit geben, anzukommen.

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Aileen Kurkowiak

Aileen Kurkowiak

aileen.kurkowiak@aureus.de

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