Kirchhellen
Foto: aureus GmbH - Valerie Misz
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Stadt plant den Ausbau der Hackfurthstraße: Das erwartet die Anwohner

Als eine der schlechtesten Straßen in Kirchhellen gilt die Hackfurthstraße schon lange als Problemkind - Die Reaktionen auf das Ausbaukonzept sind gemischt

Kirchhellen -

Bei einer Bürgerversammlung im Brauhaus Kirchhellen am Mittwochabend haben Vertreter des Fachbereichs Tiefbau der Stadt Bottrop das geplante Konzept für den Ausbau der Hackfurthstraße vorgestellt.

Etwa 70 betroffene Anwohner und Bürger kamen zusammen, um Ihre Bedenken und Anliegen zu äußern. Schon seit Jahren befindet sich diese Straße in einem immer schlechteren Zustand. Nun soll das geändert werden.

Uwe Meyer vom Fachbereich Tiefbau ist Hauptverantwortlicher für die Planungen und stieß bei seinen Recherchen über die Historie der Hackfurthstraße auf Herausforderungen. Noch bis in die 1970er Jahre hinein gehörte die Kreisstraße zum Landkreis Recklinghausen, bevor sie dann in die Baulast der Stadt Bottrop ging. Vermutlich sind damals die Dokumente nicht vollständig übertragen worden. Die zuletzt nachgewiesenen Bauarbeiten wurden 1964/1965 durchgeführt, als die Fahrbahnfläche verbreitert und der nördliche Gehweg erschlossen wurden.

Kreisverkehre sollen künftig den Verkehr regeln

Nachdem in diesem Jahr die Kanalarbeiten stattfanden, die auch abgeschlossen sind, fragten sich manche Bürger, warum die Fahrbahndecke nach wie vor in solch einem Zustand sei. Die vorgestellten Pläne klären jetzt auf. Im Grunde soll von der Rentforter Straße aus bis kurz hinter der Kreuzung zur Dorfheide alles erneuert werden: Fahrbahn, Geh- und Radwege, Bepflanzung und Beleuchtung. Kreisverkehre an den Kreuzungen Hackfurthstraße / Kirchhellener Ring und Hackfurthstraße / Dorfheide / Horsthofstraße sollen den Verkehr regeln.

Im Zuge dieses Ausbaus soll die Bushaltestelle Hackfurthstraße aufgegeben und stattdessen eine weitere an der Rentforter Straßer errichtet werden. Dennoch soll die Buslinie SB 36 eine Wendeanlage und einen Pausenparkplatz im Bereich zwischen dem Kirchhellener Ring und der Dorfheide erhalten. Die Stadt Bottrop lässt die Gelegenheit, das Radwegnetz auszubauen, nicht verstreichen. Ein Radfahrstreifen ist geplant. Ein Initiator von „Aufbruch Fahrrad“ äußert seine Bedenken und hofft auf höchstmögliche Sicherheit für die Radfahrer. Aktuell gibt es nur den nördlichen Gehweg. Auf der gegenüberliegenden Seite soll ein weiterer entstehen.

Ökologische Verbesserung der Verkehrsfläche

Insgesamt sollen etwa 90 neue Bäume in den Kreisverkehren und begehbaren Baumscheiben gepflanzt werden. Des Weiteren sind 26 Parkplätze in das Konzept integriert. Zu wenig, sagen die Anwohner. Mit einer hochmodernen LED-Beleuchtung wird die Straße außerdem aufgewertet. Mit einem Durchmesser von 30 Metern, einer Fahrfläche von 5,50 Metern und einem überfahrbaren Innenring von 2,50 Metern sollen die beiden Kreisverkehre auch für Busse und LKW ausgelegt sein. „Anregungen wie Skulpturen für die bepflanzte Kreismitte nehmen wir gerne auf“, sagt Uwe Meyer.

Foto: aureus GmbH - Valerie Misz
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So weit, so gut. Interessant wurde es für die Anwohner als das Wort an Thorsten Gathmann vom Fachbereich Finanzen übergeben wurde. Die Kosten für die gesamte Herstellung der Verkehrsfläche wird auf 2.560.000 Euro geschätzt. Dabei übernimmt die Stadt Bottrop 100 Prozent der Summe für die Fahrbahnfläche. Übrig bleiben Radverkehrsanlage, Gehwege, Stellplätze und weitere Ausstattungen. Davon trägt die Stadt 10 Prozent und die Anlieger bzw. Eigentümer 90 Prozent, erklärt der Projektplaner.

Als Anhaltswert nennt Thorsten Gathmann 20 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche. Mal eben überschlagen, macht das je nach Grundstückgröße hohe fünfstellige Summen aus, beteuert einer der Anwohner. Bei solchen Vorhaben taucht immer wieder ein Argument der Anwohner auf: „Aber es ist doch eine Durchfahrtsstraße. Wieso sollen wir die bezahlen?“ Der technische Beigeordnete Klaus Müller erklärt daraufhin, dass dies richtig sei und die Stadt Bottrop deshalb die Kosten für die Fahrbahnfläche trage.

Voraussichtlicher Baubeginn im Herbst 2022

Neue Geh- und Radwege, Stellplätze und auch die Verschönerung und ökologische Anpassung durch den Einsatz von LED-Lampen und die Durchgrünung, würden hauptsächlich von Anwohnern und deren Familien / Bekannten genutzt werden, erklärt Müller. Einige Anpassungen an das Konzept können noch vorgenommen werden. Geplant ist das neue Konzept im Januar der Bezirksvertretung Kirchhellen vorzustellen. Da es sich um eine Kreisstraße mit großräumiger Bedeutung handelt, liegt die Entscheidung nicht allein im Bezirk Kirchhellen. Doch habe die Meinung allgemein im Bau- und Verkehrsausschuss großes Gewicht, sagt Müller. Wenn alles nach Plan läuft, beginnen die Bauarbeiten im Herbst 2022.

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Valerie Misz

Valerie Misz

v.misz@aureus.de

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