Kirchhellen
Der Kirchhellener Werner Gahlen, Imker, Bienenexperte und Kräuterpädagoge, gibt Tipps im Umgang mit (Wild-)Bienen.
Der Kirchhellener Werner Gahlen, Imker, Bienenexperte und Kräuterpädagoge, gibt Tipps im Umgang mit (Wild-)Bienen.Foto: Valerie Misz

Tag der Biene: Kirchhellener Experte gibt Tipps für Nisthilfen und Blühpflanzen

Wildbienen brauchen mehr als Blüten: Nisthilfen und Sandflächen sind entscheidend: Ein Imker aus Kirchhellen gibt Tipps für den bienenfreundlichen Garten

Kirchhellen -

In Kirchhellen summt und brummt es wieder: Sobald die ersten warmen Sonnenstrahlen den Garten erreichen, werden nicht nur Honigbienen aktiv. Auch Wildbienen sind unterwegs. Sie sind oft unauffällig, aber für die Bestäubung vieler Pflanzen unverzichtbar. Doch ausgerechnet die beliebten „Bienenhotels“ aus dem Baumarkt sind häufig keine gute Lösung. Zu große Bohrlöcher, unsaubere Kanten oder falsche Materialien machen viele Modelle für Wildbienen unbrauchbar. „Selber machen ist oft besser und effizienter“, sagt Werner Gahlen, Imker und Bienenexperte aus Kirchhellen.

Und das ist weniger aufwendig, als es zunächst klingt. Schon mit einfachen Mitteln lässt sich eine funktionierende Nisthilfe bauen. „Bambusröhrchen in unterschiedlichen Durchmessern bilden dabei die ideale Grundlage“, erläutert Gahlen. Diese sollten ungefähr 10 und 15 Zentimeter lang sein und Durchmesser von 2 bis 10 Millimetern haben. Unbedingt zu berücksichtigen sei, dass sie sauber verarbeitet und fest fixiert sind, rät der Experte. Denn sobald einzelne Röhrchen locker sitzen, haben Vögel leichtes Spiel und ziehen sie heraus, das gesamte „Hotel“ fällt auseinander und bietet keinen Schutz mehr.

Auch Holz kann verwendet werden, vorausgesetzt, man geht sorgfältig vor. Entscheidend ist die Richtung der Bohrlöcher: Sie sollten längs zur Maserung verlaufen. Ebenso wichtig ist die Wahl des Materials. Harthölzer wie Eiche oder Robinie sind besonders geeignet, da sie langlebig sind und nicht so schnell verrotten. Weiches Holz hingegen kann Feuchtigkeit aufnehmen, Pilzbefall begünstigen und damit die Brut gefährden. Unscharfe Bohrlöcher oder Splitter werden zusätzlich zur Gefahr, weil sie die empfindlichen Flügel der Bienen beschädigen können.

Nach der Bauweise kommt es auch auf den Standort an: Wildbienen bevorzugen warme, sonnige und möglichst windgeschützte Plätze. Eine Ausrichtung nach Osten oder Süden sorgt dafür, dass die Nisthilfe trocken bleibt und sich gut erwärmt.

Rund um die Biene

Wer den Garten noch bienenfreundlicher gestalten möchte, kann zusätzlich ein sogenanntes Sandarium anlegen. Viele Wildbienenarten nisten nämlich im Boden. Dafür reicht oft schon eine offene Fläche mit lockerem Sand an einem sonnigen Standort.

Entscheidend bleibt außerdem das Nahrungsangebot. Heimische Pflanzen mit ungefüllten Blüten liefern besonders viel Pollen und Nektar. Bereits im Frühjahr bieten Krokusse, Hyazinthen oder Wildtulpen erste Nahrung. Später folgen Kräuter, Beerensträucher und weitere Blühpflanzen. Exotische Zierpflanzen oder sterile Hecken sind dagegen meist nutzlos für die Tiere.

Passend dazu findet am 16. Mai im Raiffeisen-Markt in Kirchhellen eine Aktion zum internationalen Tag der Biene statt. Geplant sind Praxisdemonstrationen, Tipps für den bienenfreundlichen Garten, Rabattaktionen sowie ein kleines Gewinnspiel für Kinder. Besucher können sich während der Öffnungszeiten direkt mit Fachleuten austauschen.

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Aileen Kurkowiak

Aileen Kurkowiak

aileen.kurkowiak@aureus.de

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