Gladbeck - Betritt man die Neue Galerie derzeit, findet man sich wieder in einer futuristischen Stadt voller abstrakter und unmöglichen Räume. Was auf der einen Seite nicht greifbar ist, fasziniert umso mehr auf der anderen. Der Künstler Martin Kobes nutzt bei seinen Kunstwerken perspektivische Elemente, Fluchtpunkte und eine intensive, teils kontrastreiche Farbigkeit, um ein starkes architektonisches Grundgerüst aufzubauen. Noch bis zum 1. April können Sie sich die Ausstellung SYNTAX ansehen und von den Kunstwerken begeistern lassen.
Foto: Katharina Boll
„Bei meinen Bildern gehe ich zunächst von realen Ausgangspunkten aus“, erklärt Künstler Martin Kobes. „Aus einem abstrakten Farbraum füge ich eine architektonische Struktur hinzu.“ Martin Kobes ist Vertreter der „Neuen Leipziger Schule“, das eine Strömung der modernen Malerei betitelt. Stück für Stück baut er seine Kunstwerke auf und erst am Ende seiner Arbeit ergibt es einen Raum. „In einem langen Prozess übermale ich auch Elemente und füge andere hinzu. Ich sitze mehrere Monate an einem Bild“, verrät der Künstler und fügt hinzu: „Ich muss immer gut drauf sein. Bei einem Text kann man auf ‚Löschen‘ klicken. Das geht bei einem Kunstwerk nicht so einfach.“
Besonders auffällig sind die kräftigen Farben, die Martin Kobes benutzt. An manchen Stellen wirken sie gestochen scharf, an anderen wiederum verwaschen. Es erscheint, als wenn der Betrachter einen kleinen Einblick von der Zukunft bekommt, doch nicht alles klar erkennen kann. Wie ein Traum, der etwas zu verschleiern versucht. Die utopischen Landschaften der Zukunft ziehen den Betrachter unweigerlich in ihren Bann.
In der aktuellen Ausstellung von Martin Kobes bekommen die Zuschauer einen Einblick in die Arbeiten der vergangenen fünf Jahre des Künstlers. Der gebürtige Dresdener stellt seine Kunstwerke öfter im Ausland aus. Nach zahlreichen Einzelausstellungen in Galerien in London, Mailand und Berlin hatte er zuletzt 2015 eine Ausstellung bei den Freunden aktueller Kunst Zwickau. Kunstbegeisterte können sich die Werke mittwochs bis sonntags von 15 bis 20 Uhr ansehen.
Vier Ausstellungen im Jahr
Freuen dürfen sich Kunstbegeisterte auf drei weitere Kunstausstellungen im Jahr 2016. Nach der Ausstellung von Martin Kobes folgt vom 20. Mai bis zum 17. Juli Andre Butzer. Der bildende Künstler war bereits drei Mal zu Gast in der Neuen Galerie.
Weiter geht es mit der ersten Gruppenausstellung „Das Moment“ vom 9. September bis zum 28. Oktober. Die Künstlerinnen Anne Neukamp, Franziska Holstein, Anja Schwoerer und Claudia Wieser sind an dieser Ausstellung beteiligt.
Abschließend folgt eine weitere Gruppenausstellung vom 11. November bis zum 6. Januar. Mit dabei sind die internationalen Künstler Melora Kuhn, Malgosia Jankowska, Maik Wolf, Axel Geis und Peter Doig. „Dass wir Peter Doig nach Gladbeck holen, ist wirklich eine kleine Sensation. Er ist ein hochkarätiger Maler, der international bekannt und anerkannt ist“, verrät Jens Dornheim von der Neuen Galerie. kb
Neue Galerie Gladbeck, Bottroper Straße 17, 45964 Gladbeck, Telefonnummer (02043) 3198371.