Foto: Julian Schäpertöns

Fest der Kulturen im Jugend Kloster

Im Jugend Kloster Kirchhellen feiern im September acht Nationen ein interkulturelles Fest

Kirchhellen - Nicole aus Mexico steht in der Küche des Jugend Klosters. Konzentriert ist sie dabei, Tacos und Quesadillas zuzubereiten. Sie ist gerade ein mal vier Wochen in Deutschland und spricht nur ein wenig Deutsch. Doch Nicole weiß sich zu verständigen. Die junge Frau, die für einen Bundesfreiwilligendienst nach Kirchhellen gekommen ist, möchte den anderen Bewohnern und Mitarbeitern des Jugend Klosters ihre Kultur näherbringen. Sie repräsentiert eine von insgesamt acht Nationen, die zusammen an diesen Spätsommerabend ein interkulturelles Fest im Garten des Jugend Klosters feiern.

Es ist kurz vor 17 Uhr. „Eigentlich wollten wir jetzt mit dem Essen anfangen. Doch in vielen Nationen ist Zeit ein dehnbarer Begriff“, erklärt Philipp Hoischen, der als Sozialpädagoge im Jugend Kloster arbeitet. „Wir Deutschen wären typischerweise jetzt längst schon fertig“, sagt er lachend. Die Vorbereitungen für das Fest am Abend laufen auf Hochtouren. Auch die beiden Flüchtlingsfamilien aus Afghanistan, die seit drei Jahren im Kloster leben, wollen einen Beitrag dazu leisten. In ihrer Küche bereitet Schakiba die afghanische Spezialität Sambuse vor. „Essen verbindet die verschiedenen Kulturen“, weiß Philipp Hoischen.

Nach und nach werden alle Gerichte, die an diesem Tag zubereitet wurden, nach draußen in den Garten getragen. So entsteht ein abwechslungsreiches Buffet, bei dem für jeden Geschmack etwas dabei ist. Acht verschiedene Nationen kommen an diesem Abend an einem Tisch zusammen: die Niederlande, Polen, Afghanistan, Indonesien, Thailand, Madagaskar, Mexiko und Deutschland. Und jede Nation leistet einen Beitrag für ein gelungenes Fest. „Vielfalt ist sicherlich eine Herausforderung, aber wie wir sie hier erleben, ist sie eine Bereicherung“, begrüßt Pater Aloys Daniel die Gäste.

Er erklärt, dass heute Deutschlandweit die Kirchen die interkulturelle Woche einläuten. Unter dem Motto „Vielfalt verbindet“ finden an mehr als 500 Orten über 5.000 Veranstaltungen im ganzen Land statt. „Da dürfen wir als Jugend Kloster nicht außen vor bleiben“, sagt Pater Aloys Daniel. Die Gruppe, bestehend aus Redemptoristen, Mitarbeitern, Bundesfreiwilligendienstlern, Gastschülern und Flüchtlingen beginnt das Fest mit einem gemeinsamen mexikanischem Lied. Danach wird das Buffet geplündert. Alle sind neugierig, was die anderen beigesteuert haben. Von polnischen Pierogies über ein thailändisches Reisgericht bis hin zum deutschen Beitrag, Weißwurst und Laugenstangen, ist das Buffet so vielfältig und bunt wie die Bewohner des Klosters. Gemütlich bei Musik und Tanz klingt der Abend aus. „Das Schöne hier ist, dass wir alle offen und tolerant sind und uns gegenseitig respektieren“, berichtet Philipp Hoischen von seiner Arbeit im Kloster. „Wir haben ein sehr familiäres Verhältnis zueinander.“

Sprachbarrieren werden durchbrochen, Vorurteile abgebaut, Multikulti groß geschrieben. Vielfalt verbindet – das wird im Jugend Kloster nicht nur gepredigt, sondern auch gelebt. js


Am Mittwoch, 3. Oktober lädt das Jugend Kloster von 10 bis 16 Uhr zu einem Besinnungstag zum Thema „Interkulturelles Leben und Arbeiten“ ein.

Begleitet wird dieser Tag von Dr. Eric Corsius, Assistent der Provinzleitung.
Anmeldungen und weitere Informationen bei Pater Aloys Daniel unter der Telefonnummer (02045) 955117.

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