Foto: Gundis Jansen-Garz

Schermbecker Landhelden starten

Kulturstiftung Schermbeck mit neuem Vorstand, vielen altbewährten und neuen Ideen und einer Kuh im Logo.

Schermbeck - „Innovative und bewährte Vorhaben, die kulturelle Aktivität und Teilhabe in ländlichen Regionen erhalten und entwickeln, so geht es weiter mit der Kulturstiftung Schermbeck …“ Nach fast dreijähriger Ruhezeit geht es jetzt endlich weiter mit der Kulturstiftung Schermbeck. Ein neuer Vorstand wurde gewählt, eine neue Marke entwickelt und das bislang ausgearbeitete Programm lässt auf viele interessante kulturelle Höhepunkte für Schermbeck schließen.

Neuer Vorsitzender ist Marcell Oppenberg – ein bekanntes Gesicht in Schermbeck und ganz eng mit Kultur und Musik verbunden. Bei der Vorstellung der „neuen, alten“ Kulturstiftung sagt er hochmotiviert: „Ich bin heiß auf den Job und freue mich riesig, dieses kulturelle Kleinod weiterführen zu dürfen. Hut ab vor dem, was bislang geleistet wurde. Es sind so viele gute und wichtige Veranstaltungen und Projekte angestoßen worden, die wir unbedingt weitermachen. Darüber hinaus wird es neue, innovative Ideen geben. Wir müssen weiterhin mit wenig finanziellem Hintergrund auskommen. Das ist eine Herausforderung, die wir gerne annehmen.“ Völlig überraschend kommt die Wahl des 56-Jährigen nicht. „Seit rund 13 Jahren beobachte ich die Arbeit der Kulturstiftung. Der damalige Bürgermeister Wilhelm Cappell und auch Ernst-Christoph Grüter hätten ihn bereits gern als Vorsitzenden gesehen. Aber damals passte es noch nicht für den engagierten Schermbecker, der dennoch im Hintergrund aktiv war, besonders bei der Durchführung der „Mi in Motion“.

„Hier ist Teamarbeit gefragt!“

Mit im Boot sitzt Friedhelm Koch als neuer alter 2. Vorsitzender. Der ehemalige Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung war ebenso wie Beisitzerin Brigitte Strauss bereits im vorherigen Vorstand aktiv. Ebenso bleibt Wilhelm Cappel im Team. Neu dazu kommen Sabrina Greiwe und Gerd Abelt, die beide in der Verwaltung arbeiten. Mit dem Team, so ist sich Oppbenberg sicher, „lässt sich hervorragend arbeiten. Alles für Schermbeck und seine 13.683 Einwohner – aber selbstverständlich haben wir auch die umliegende Region im Blick. Wenn wir weiterhin so gute Angebote machen können, wird sich das für Schermbeck und die gesamte Region auszahlen.“

Bürgermeister Mike Rexforth, der Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, dankt Marcell Oppenberg für sein Engagement: „Wir haben lange auf Sparflamme gekocht, nun dürfen wir Gas geben. Um ehrlich zu sein, stand zwischenzeitlich die Frage im Raum, ob wir die Stiftung beerdigen müssen. Das ist zum Glück nicht so gekommen und wir sind alle froh, dass es weitergeht.“ Die Kulturstiftung werde von der Gemeindeverwaltung unterstützt, erklärte Rexforth. Mit Sabrina Greiwe, die die Ruhr 2010 mitorganisiert hat, habe man eine Fachfrau aus der Kulturverwaltung im Team. Gerd Abelt aus der Wirtschaftsförderung und aktiver Musiker ist ebenso dabei sowie der kanadische Musiker Kenneth Stewart und die Saxophonistin Anja Heix. Peter Kaprolat, Leiter einer Werbeagentur in Essen, wohnte lange Zeit in Schermbeck und fühlt sich hier noch immer verwurzelt.

Sympathisch und unaufdringlich cool

Foto: Privat

Er konnte sein Tun bereits unter Beweis stellen, hat er doch die neue Marke und das Logo entwickelt. Ungewöhnlich, aber dennoch sympathisch und cool, so wie die Schermbecker halt sind, zeigt sich der Konterfei einer Kuh in Kombination mit dem Slogan „Schermbecker Landhelden.“ Ein wenig angelehnt an die Marken „Wacken Open Air“ und „Haldern Pop“, die auch mit dem Thema Landleben spielen. „Damit möchten wir natürlich ein wenig polarisieren, aber auch aufmerksam machen, auf das, was hier in unserer Region zählt“, erklärt Peter Kaprolat. Die Internetseite www.schermbecker-landhelden.de kann bereits besucht werden und die ersten Termine sind sogar schon online buchbar.

Mehrwert für Schermbeck

Den Auftakt der Veranstaltungen im neuen Gewand machen „The Rat Pack“ mit dem Programm „Alive and swinging“ am 14. Juni um 20 Uhr im Begegnungszentrum. Eine Hommage an Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis jr. Das Trio imitiert oder parodiert die berühmten Vorbilder nicht einfach nur, sondern stellt sie auf der Bühne ganz authentisch dar. Mit berühmten Songs wie „Volare“, „Candy Man“, „Lady is a Tramp“, „Strangers in the Night“ oder „My Way“ bringen die Musiker Nostalgiker zum Schwärmen und die jüngere Generation zum Staunen. Kenneth Steward, der als Profimusiker beste Kontakte hat, konnte „The Rat Pack“ nach Schermbeck bringen. Das Begegnungszentrum gefällt ihm außerordentlich gut. „Eine tolle Location für Musik, ebenso wie hier in der ehemaligen reformierten Kirche. Super Akustik und schön klein“, schwärmt er. Apropos ehemalige reformierte Kirche: Die soll auch aufgepeppt werden. Nach neuem Anstrich, neuen Vorhängen und neuer Bühne sollen demnächst auch Hochzeiten in der kleinen, würdevollen Kirche stattfinden. Ein echter Mehrwert für Schermbeck ist damit geplant! Weitere hochkarätige Künstler werden folgen, beispielsweise Sarah Smith & Band am 20. September, das Saxophon-Quartett „Pindakaas“ am 23. November und wie gewohnt kommt Klaus-Peter Wolf erneut zu einer musikalischen Lesung nach Schermbeck. Auch die Zusammenarbeit mit den Kindergärten und Schulen bleibt bestehen. „Da werden wir selbstverständlich weitermachen, das ist gut angelaufen und wird fortgeführt“, erklärt Marcell Oppenberg.

Alles soweit gut eingestielt – fehlt noch das nötige Kleingeld. Mike Rexforth konnte im Rat bereits einen Anschub in Höhe von 10.000 Euro genehmigen lassen. Spenden werden selbstverständlich gerne genommen. Ob es eine regelmäßige Förderung oder einen Förderverein geben wird, werden die nächsten Monate zeigen. gj

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