Foto: Gundis Jansen-Garz

Sport verbindet! NRW will ehrenamtliche Sportstätten unterstützen

Staatssekretärin Andrea Milz zu Besuch beim SV Schermbeck: „Uns ist der Sport etwas wert!“

Schermbeck - Die NRW-Landesregierung hat 300 Millionen Euro für die Sanierung maroder Sportstätten bereitgestellt. Das Förderprogramm sei explizit für Vereine, sagte NRWStaatssekretärin Andrea Milz während ihres Besuchs in Schermbeck. Die Staatssekretärin ist seit Monaten im Land unterwegs, um die Probleme des Ehrenamts direkt vor Ort zu erfahren. Im Rahmen des Landesprogramms „Moderne Sportstätte 2022“ sprach sie auf Einladung der Landtagsabgeordneten Charlotte Quik mit Vertreterinnen und Vertretern des SV Schermbeck sowie des Gemeindesportverbandes. Der Titel der Veranstaltung lautete „Bildungsquartier Sportverein“. Und da hat der SV Schermbeck mit dem neu geschaffenen Abrahamhaus natürlich einiges zu bieten.

Auch der SV Schermbeck hat großen Bedarf an Sanierungsarbeiten. Foto: Gundis Jansen-Garz

Mit dem außerschulischen Bildungsangebot für Jung und Alt wurden bereits diverse Themen in die Wege geleitet. Michael Steinrötter, Abteilungsleiter der Sparte Fußball und Projektleiter des Abrahamhauses: „Nächste Woche beginnen die ersten Kurse der VHS. Spanisch und Englisch kann dann hier im Haus erlernt werden. Auch Gymnastikkurse, Zumba und River-Dance finden statt. Dabei spielen natürlich auch Integration und Inklusion immer eine bedeutende Rolle. Diese Vielfalt soll in Zukunft im Abrahamhaus vorgelebt werden.“ Die aufwändige Betreuung von straffälligen Jugendlichen soll im Verein ebenso übernommen werden wie die Integration nicht nur von aktuell geflüchteten, sondern auch insgesamt von Menschen mit Migrationshintergrund, die im Verein die Werte unserer Gesellschaft mitleben und mitgestalten sollen. Johannes Brilo, Vorsitzender des SV Schermbeck, findet deutliche Worte: „Wir müssen lauter werden und dürfen uns nicht vom Populismus in die Ecke drängen lassen. Der Sport ist die ideale Basis für Integration, denn das funktioniert zunächst einmal auch mit Sprachbarrieren. Dabei brauchen Vereine natürlich an unterschiedlichen Stellen die maximale Unterstützung durch Politik, Verwaltung und die Bevölkerung. Wir sind da auf einem guten Weg.“

Von dem Förderprogramm profitieren nur Vereine

Mit dem Förderprogramm für Sportstätten will sich das Land NRW einen genauen Überblick darüber verschaffen, wie hoch der Sanierungsstau im Bereich der Sportstätten ist. Die Bedingungen für den Erhalt der Finanzspritze sind klar abgesteckt: Die Vereine müssen Eigentümer der Sportstätte sein oder als Mieter verantwortlich für die Unterhaltung der Sportstätte. „Wir lassen uns Skizzen von den Vereinen geben, was die so planen könnten, wenn sie unendlich viel Geld hätten. Dann müssen sie allerdings Prioritäten setzen. Aber ich bekomme einen Überblick über die Sachen, die hinten runter gefallen sind.“ Damit will die Staatssekretärin bis 2022 abschätzen, wie hoch das Gesamtvolumen ist.

300.000 Euro reichen in Schermbeck nicht

Foto: Gundis Jansen-Garz

Nach den Berechnungen der Staatssekretärin kämen für Schermbeck 300.000 Euro Förderung aus dem Topf in Frage. „Das reicht aber nicht“, erklärt Bürgermeister Mike Rexforth, „die Liste ist lang – sie reicht von neuen Flutlichtanlagen aller Sportplätze, über ein neues Dach für den Reitverein bis hin zu Neuerungen des Golfclubs.“ Andrea Milz hat ein offenes Ohr für die Anliegen der Schermbecker, weiß jedoch auch um die klamme Kasse des Landes. „Machen Sie erstmal, dann sehen wir weiter. Sie müssen mir zeigen, dass Sie es können und anpacken. Was nach 2022 kommt, werden wir sehen.“ Sie weist darauf hin, dass das Programm explizit für Vereine ist. „Kommunen geben das Geld meistens für kommunale Sportanlagen aus. Vereinsanlagen fallen oft hinten runter, weil die Beträge nicht ausreichen. Dieses Programm ist explizit für Vereine.“

Vereine können allein entscheiden, wohin die Unterstützung genau fließt. Andrea Milz: „Jeder kann seine Wünsche und Bedürfnisse damit am besten befriedigen.“ Man wolle damit das Zeichen aussenden: „Uns ist der Sport was wert.“ Dafür habe sie schon Lob von Vereinen und dem Landessportbund bekommen Dennoch ist sich die Politikerin sicher: „300 Millionen werden nicht ausreichen.“ gj

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