Leserbrief

Schauspieler Armin Rohde auf der Suche nach seinen Wurzeln

"Jedem Menschen bleibt es selbstverständlich unbenommen, nach den Wurzeln seiner Familie zu forschen. Wenn man allerdings als "öffentliche Person" aus dieser höchst privaten Angelegenheit eine Rechtfertigung des Klima- und Landschaftskillers Kohle macht, muss dies Widerspruch nach sich ziehen. Bei allem Verständnis für die nostalgischen Gefühle des Ruhrgebietskindes Armin Rohde registrieren nicht nur die direkt bergschadenbetroffenen Bürger mit Befremden, dass sowohl die Klimaschutzdebatte als auch die Diskussion um die Ewigkeitslasten des Bergbaus uns seine Gefahren für die Menschen in den Bergsenkungsgebieten an Herrn Rohde offenbar spurlos vorübergegangen sind.
90 Milliarden Euro hat die Subventionierung der nicht weltmarktfähigen deutschen Steinkohle bislang gekostet und damit Senkungen ausgelöst, deren Spätfolgen u.a. in Form von in alle Ewigkeit zu erbringenden Pumpleistungen durch den Verkauf des "weißen" RAG-Bereichs leider nur unvollständig getragen werden Der über den Börsengang erhoffte Verkaufserlös von fünf Milliarden Euro, aus dessen Verzinsung die Ewigkeitslasten bezahlt werden sollen, verdeutlicht die Dimension der bisher erwarteten Folgekosten des Bergbaus.
Ein Drittel des Ruhrgebiets stünden ohne Gewässerpumpen an der Oberfläche und ohne Sümpfungspumpen unter Tage bereits jetzt unter Wasser. Es stößt also auf blankes Unverständnis, wenn Herr Rohde mit dem Hinweis auf die vorhandenen Lagerstätten einem noch weitere 400 Jahr andauernden Steinkohlebergbaus das Wort redet. Die daraus resultierenden Folgekosten der Bergsenkung würden selbst das eigentliche Stiftungskapital bei weitem übersteigen. Als Konsequenz müssten die nicht mehr bezahlbaren und zudem in ihrer technischen Machbarkeit fraglichen Pumpleistungen eingestellt werden - und Herr Rohdes Nachfahren könnten ihre Wurzeln dann nicht mehr unter Tage sondern nur noch unter Wasser nachspüren."
Für den Initiativkreis bergbaubetroffener Bürger,
Michael Farien
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