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Marktposition mehr als bestätigt

Für das Geschäftsjahr 2010 zieht die Schermbecker Volksbank eine positive Bilanz

Positiv ist nicht nur die Bilanz, die die Schermbecker Volksbank für das vergangene Geschäftsjahr zieht. Mit einem deutlichen Plus in Bilanzsumme, Kundenkredit und Kundenvolumen zeigt sich das Unternehmen mehr als zufrieden. „2010 haben wir 47 Millionen Euro an Neuausleihungen für Investitionen vergeben. Das ist Rekord“, sagt Wilhelm Köster.

Positiv, das sind aber auch die Aussichten auf das laufende Jahr, denn nicht nur im Finanzsektor zeigt sich das genossenschaftliche Unternehmen bestens aufgestellt, auch die Kunden, vor allem die Mitglieder, werden 2011 noch stärker von dem genossenschaftlichen Gedanken profitieren. „Wir werden ein sehr attraktives Finanzprodukt präsentieren, das nur unsere Mitglieder bekommen können. Zudem soll es Sonderveranstaltungen geben, in deren Mittelpunkt das Thema Sicherheit steht“, erklärt Rainer Schwarz.

Weniger rosig sehen da die Aussichten für die genossenschaftliche Gruppe aus. Denn auch die Volksbanken werden seit dem 1. Januar zur Kasse gebeten, auch sie müssen die deutschlandweit geltende Bankenabgabe zahlen, die nach der Bankenkrise 2008 nun eingeführt wurde. „Wir Volksbanken sollen also nun zahlen für Verfehlungen, die wir nicht begangen haben“, sagt Rainer Schwarz. Doch damit nicht genug. „Die EU will uns Genossenschaftsbanken verpflichten, in einen noch zu gründenden Sicherungsfond einzuzahlen, obwohl wir bereits seit 80 Jahren eine funktionierende genossenschaftliche Einlagensicherung haben.“ Die weltweite Wirtschaftskrise, die das Schermbecker Geldinstitut eigentlich bravourös gemeistert hat, wird nun auch an der Mittelstraße 54 spürbar. „Unding an der Sache ist, dass wir zwar in den Sicherheitsfond einzahlen, Ansprüche daran haben aber nur die global agierenden Finanzkonzerne.“

 

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Wilhelm Köster (l.) und Rainer Schwarz freuen sich über das positive Ergebnis, das die Schermbecker Volksbank 2010 erzielen konnte.

Kein Wunder, dass sich die Volksbänker darüber ärgern. „Das entspricht einer Gemeinschaftsversicherung, die Sie abschließen müssen, obwohl sie Ihr Auto schon versichert haben. Und sollte es mal knallen, zahlt diese Gemeinschaftsversicherung nur an Ihre Konkurrenz.“ Trotz dieser europäischen Bestrebungen sehen die Vorstandmitglieder Wilhelm Köster und Rainer Schwarz die Genossenschaftsbanken aber nicht in Gefahr. „Es ist so, dass wir hier in Deutschland im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern ein besonderes Bankensystem haben. Doch solange es einen gesunden Mittelstand gibt, wird es hier auch Genossenschaftsbanken geben.“ So auch in Schermbeck. Denn dass die hiesigen Bürgerinnen und Bürger dem Geldinstitut vertrauen, das belegen die Mitgliederzahlen. Gleich 413 Neumitglieder konnte die Schermbecker Volksbank begrüßen. Insgesamt beläuft sich die Mitgliederzahl nun auf 9.386. GK


Bankenabgabe
Die Abgabenhöhe richtet sich nach der jeweiligen Institutsgröße und ihrer Vernetzung. Die Abgabe soll die Finanzinstitute davor bewahren, zu hohe Risiken einzugehen. So stabilisiert die Bankenabgabe gleichzeitig auch den deutschen Finanzsektor. Die Gelder werden von der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FSMA) in einem eigenen Fonds verwaltet. Im Krisenfall können Finanzmittel aus dem Fonds dazu verwendet werden, in Schieflage geratene Banken zu restrukturieren oder abzuwickeln, wenn die Gesamtstabilität des Systems gefährdet ist. Dabei müssen auch Management und Aktionäre zu ihrer Verantwortung stehen. (Quelle: www.bundesfinanzministerium.de)

INFO:
Bilanz für das Jahr 2010
Bilanzsumme: 372 Millionen Euro (+ 3,3 Prozent)
Kundenkredite: 283 Millionen Euro (+ 8 Prozent)
Kundenvolumen: 700,2 Millionen Euro (+ 3,3 Prozent)

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