Foto: Katharina Boll

Potenzialanalyse zeigt Stärken

Das Vestische Gymnasium Kirchhellen beteiligt sich zum ersten Mal an dem Projekt „Kein Abschluss ohne Anschluss“

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Marcus Lube erklärt den Schülern die Eier-Fall-Maschine, die sie zusammen konstruieren müssen.
Foto 1: Katharina Boll

Wichtig ist, dass die Potenzialanalyse den Schülern keinen Beruf aufdrängen soll, sondern lediglich einen Weg bereitet. Kein Schüler soll sich hilflos fühlen bei der Berufswahl. Eine Entscheidung für sein Leben zu treffen ist nicht einfach, das weiß auch Marcus Lube, Mitinhaber und Geschäftsführer von „Use your mind“. Die Firma „Use your mind“ ist für die Potenzialanalyse des Kirchhellener Gymnasiums verantwortlich. „Es ist wichtig, dass junge Menschen ermutigt werden, eine Entscheidung zu treffen“, erklärt Marcus Lube. Wichtig ist nicht, dass die Entscheidung unbedingt die richtige ist, sondern dass junge Menschen sich mit ihrer Zukunft auseinandersetzen. Die Berufsfindung ist für viele Schüler der achten Klasse noch etwas Abstraktes. Es soll für sie greifbar gemacht werden.

Das Vestische Gymnasium Kirchhellen ist das einzige Gymasium in Bottrop, das dieses Jahr an dem Projekt teilnimmt. Am 4. März 2015 wurde die Potenzialanalyse im Jugend-Kloster Kirchhellen durchgeführt. Der Test hatte drei Ebenen. Zunächst mussten die Schüler einen Online-Test absolvieren. Es war eine naturwissenschaftliche und soziale Kompetenzabfrage. Der nächste Test diente der Selbsteinschätzung. Danach wurden die Schüler in Gruppen eingeteilt. Ihnen wurden verschiedene Team-Aufgaben gestellt und Experten beobachteten das Agieren in der Gruppe von jedem einzelnen. Nach jeder Übung gab es von den Experten ein kurzes Feedback und auch die Schüler konnten erzählen, wie sie die Übung wahrgenommen haben. Eine besonders kniffelige Aufgabe war die sogenannte „Eier-fall-Maschine“. Die Schüler mussten aus vorgegebenen Materialien eine Konstruktion erstellen, in der ein Ei fallen kann, aber, wenn es aufkommt, nicht zerbricht. Nach der Potenzialanalyse dauert es etwa zwei Wochen, um die Ergebnisse auszuwerten. Die Schüler werden im Anschluss zusammen mit ihren Eltern zu einem individuellen Gespräch eingeladen. Die Erziehungsberechtigten und die Schule werden in den Beratungsprozess miteinbezogen, um das Potenzial der Schüler besser fördern zu können.

 Ab 2017 wird das Projekt „Kein Abschluss ohne Anschluss“ verpflichtend für alle Schulen in Nordrhein- Westfalen. Der Schulleiter des Vestischen Gymnasiums Matthias Plaputta hat sich jedoch schon dieses Jahr für eine Teilnahme entschieden. Das Vestische Gymnasium kann so bereits jetzt Erfahrungen sammeln. Matthias Plaputta erhofft sich durch die frühzeitige Teilnahme, in den Prozess des Projektes mit einwirken zu können. Es gibt noch einige Ungereimtheiten, bei denen das Vestische Gymnasium helfen möchte. Außerdem überzeugt ihn die Sinnhaftigkeit des Projektes. (Katharina Boll)

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