Flüchtlinge sind in Schermbeck willkommen

Schermbeck kauft den Rheinisch Westfälischen Hof, um dort Flüchtlinge unterzubringen – Großes ehrenamtliches Engagement der Bevölkerung

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Viele Schermbecker folgten dem Aufruf von Bürgermeister Mike Rexforth und erschienen im Rathaus. Foto: Gundis Jansen-Garz

161 Flüchtlinge leben derzeit in der Gemeinde,  weitere sind angekündigt. „Dass wir nicht wissen, wann wieviele Menschen zu uns kommen, macht die Sache so schwierig“, berichtet Rexforth, es fehle an Wohnraum. Doch die Gemeinde will mit allen Mitteln verhindern, dass die Menschen in Zelten oder Containern untergebracht werden. Derzeit leben 42 Menschen in der alten Schule in Uefte. 81 Menschen leben auf der Alten Poststraße. Für 35 Menschen konnten acht Privatwohnungen angemietet werden. Das Obergeschoss des Alten Rathauses konnte kurzfristig so umgebaut werden, dass dort 15 Menschen Zuflucht finden. Außerdem hat die Gemeinde nun den Westfälischen Hof gekauft, um die ehemaligen Hotelzimmer für Flüchtlinge zu nutzen. 

Die Entscheidung, das seit zwei Jahren leerstehende Hotel zu kaufen, erklärt Mike Rexforth so: „Das Haus hat eine lange Tradition und ist wichtig für unser Dorf und den Tourismus. Es liegt städtebaulich in einer Lage, die für die Dorfentwicklung wichtig ist. Deshalb haben wir uns mit Blick auf dieses Filetstück im zukünftigen Planungsgebiet für einen Kauf entschieden.“ Die Kosten in Höhe von knapp 300.000 Euro, in denen alle Kosten eines Immobilienkaufes plus Renovierung enthalten sind, waren natürlich ein Grund zuzugreifen. Nach dem Bodenrichtwert habe das 450 Quadratmeter große Grundstück heute einen Wert von knapp 120.000 Euro. Die Abschreibung soll über zehn Jahre laufen. „Dann gehört es uns“, freut sich Rexforth. Auch hinsichtlich der Unterbringung von Flüchtlingen ist es günstiger, als Wohnungen anzumieten. Und: der Schankraum des Westfälischen Hofes soll als Gemeinschaftsraum genutzt werden. „Da kann Beratung erfolgen oder Unterricht und einfach nur geselliges Leben stattfinden“, sagt Mike Rexforth.

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