Sicher zur Schule – auch in der dunklen Jahreszeit

Versicherungsexperte Willi Müller beleuchtet Ursachen und Folgen von Schulwegs-Unfällen

Nach dem „Rutsch ins neue Jahr“ und dem Ende der Weihnachtsferien machen sich Tag für Tag deutschlandweit fast 10 Millionen Kinder und Jugendliche früh morgens auf den Weg zur Schule. Mehr als 800.000 von ihnen sind Erstklässler. Ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Bus. Für alle bedeutet der tägliche Weg zur Schule besondere Gefahr im Straßenverkehr.Gerade in den Herbst- und Wintermonaten, der dunklen Jahreszeit, steigt die Unfallgefahr für Kinder. Langjährige Statistiken belegen das. Insbesondere die Kleineren werden bei Dämmerung oder in der Dunkelheit auf Grund ihrer geringeren Körpergröße von Autofahrern sehr leicht übersehen. Dunkle und unauffällige Kleidung der kleinen Verkehrsteilnehmer steigert das Unfall-Risiko zusätzlich. Trotz insgesamt rückläufiger Unfallzahlen verunglückten im vergangenen Jahr insgesamt rund 37.000 Kinder auf Deutschlands Straßen. Das gibt das Statistische Bundesamt bekannt. Kinder sind auf dem Schulweg durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert, die bei einem Wegeunfall für die Kosten der Behandlung, Rehabilitation und Pflege eintritt. Allerdings greift die gesetzliche Unfallversicherung nur bei Unfällen innerhalb des Schulgeländes und auf den direkten Wegen zwischen Elternhaus und Schulgelände. Wenn das Kind auf dem Weg von der oder zur Schule einen Umweg genommen hat, um vielleicht einen Klassenkameraden abzuholen, damit der Weg nicht so einsam ist, oder um beim Bäcker ein Schulbrötchen zu kaufen, besteht kein gesetzlicher Schutz.Ebenso nicht bei Unfällen in der Freizeit, etwa auf dem Spielplatz, beim Sport oder sonst im Straßenverkehr. Hier hilft nur private Vorsorge. Die meisten Eltern möchten sich lieber nicht vorstellen, dass ihr Kind einen bleibenden Gesundheitsschaden erleidet. Wenn es aber dann doch passiert, benötigen Familien neben Informationen und Unterstützung auch finanzielle Hilfe. Zwar decken die Krankenversicherung und öffentliche Hilfen die medizinische Behandlung und auch Kosten einer schulischen Förderung. Doch können weitere Kosten, etwa für einen behindertengerechten Umbau der Wohnung, ein größeres Auto oder Hilfsmittel, die nicht von der Kasse getragen werden, auf Eltern zukommen. Eine Kinderinvaliditäts-Versicherung kann hier helfen. Je nach Lebensalter des Kindes bei Vertragsabschluss zahlen Eltern für einen „guten“ Tarif zwischen rund 30 und 40 Euro im Monat, je nach dem welche Gesellschaft gewählt wird, wenn das Kind z. B. eine lebenslange monatliche Rente von 1.000 Euro erhalten soll. FINANZtest hat Tarife für die Kinderinvaliditäts-Versicherung getestet, sagt, wo Eltern guten und günstigen Schutz für ihr Kind bekommen und was sie vor Vertragsabschluss beachten sollten.Kinder als Unfallverursacher sind beitragsfrei in der privaten Haftpflichtversicherung der Eltern mitversichert. Verursacht ein Kind einen Unfall, bei dem Menschen verletzt oder Sachen beschädigt werden, muss das Kind, beziehungsweise seine Eltern, unter Umständen sein ganzes Leben lang finanziell dafür aufkommen. Besteht kein entsprechender Versicherungsschutz, hat dies verheerende finanzielle Folgen für das ganze Leben der Kinder. Eine private Haftpflichtversicherung für die Familie ist daher unverzichtbar. Empfehlenswert ist eine Versicherungssumme von mindestens 5 Mio. Euro für Personen- und Sachschäden. Lassen Sie sich beraten und vergleichen Sie Angebote von mehreren Versicherungsgesellschaften.Wichtige Tipps für die dunkle Jahreszeit: Gesehen werden! Kinder sollten möglichst hell gekleidet sein. Reflektoren an der Kleidung und am Schulranzen erhöhen die Sicherheit.Blickkontakt! Auch Erwachsene machen Fehler - deshalb sollte ihr Kind beim Überqueren einer Straße auch bei „Grün“ möglichst den Blickkontakt zu den Autofahrern suchen, um ganz sicher zu gehen, dass der Fahrer es bemerkt hat und nicht losfährt.Vorbildverhalten! Gehen Sie mit Ihrem Kind den Schulweg ein paar Mal ab, damit es sich alle Punkte merken kann. Lassen Sie sich von Ihrem Kind führen, um zu sehen, ob es sich den Weg eingeprägt hat. Bringen Sie Ihrem Kind bei, dass es nach Möglichkeit die Straße nur an gesicherten Stellen (Ampel, Zebrastreifen etc.) überqueren soll. Seien Sie ein Vorbild, und bleiben Sie an roten Ampeln stehen, auch wenn Sie in Zeitnot sind.Fahrrad! Fährt Ihr Kind mit dem Rad zur Schule, muss das Fahrrad verkehrssicher sein. Laut Straßenverkehrsordnung gehören dazu funktionierende Bremsen, eine gut hörbare Klingel, Lampen vorne wie hinten und gelbe Reflektoren in den Speichen.Unerlässlich! Der passende Fahrradhelm.Bus! Fährt Ihr Kind mit dem Bus in die Schule, sollte es darauf vorbereitet sein, dass der haltende Bus bzw. ein parkendes Auto jederzeit losfahren kann. Die Kinder sollten sich zunächst vergewissern, dass der Bus stehen bleibt. Eine besondere Gefahrenquelle birgt die Überquerung der Straße nach dem Aussteigen. Häufig rennen Kinder hinter einem Bus über die Straße, ohne sich umzusehen. Das Halten und Schauen nach beiden Seiten sollten die Kinder auch für diesen Fall lernen.Willi MüllerUnabhängiger VersicherungsexperteAssekuranzmakler Tel 02045/409090 Fax 02045/409092[EXT http://www.versicherungsdienst-mueller.de]www.versicherungsdienst-mueller.de[/EXT]
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