Foto: aureus GmbH - Stefanie Schwaß

Sparkassenturm Gladbeck: Sanierung oder Abriss?

Turm und Tiefgarage der Sparkasse Gladbeck sind in die Jahre gekommen – Was nun?

Gladbeck - Jetzt trafen sich zum ersten Mal die beteiligten Parteien des Großprojekts rund um den Sparkassenturm. Die GWG-Gladbecker Wohnungsgesellschaft, der Vorstand der Sparkasse und die Stadt luden zum Pressegespräch, „um die Überlegungen, die von dem Grundstück handeln, transparent zu kommunizieren“, erklärte Bürgermeister Ulrich Roland.

Der Sparkassenturm und die Tiefgarage der Sparkasse sind baufällig geworden und müssen umfassend saniert werden. Daher beraten die Beteiligten nun, wie mit der Situation verfahren werden soll, und prüfen, ob die Sanierung oder ein Abriss wirtschaftlicher wären. „Ein möglicher Abriss könnte viele Chancen zur Weiterentwicklung der Innenstadt bieten, um dies allerdings zu prüfen, sind viele Instanzen und Institute beteiligt“, betonte der Bürgermeister. Zusammen mit Stadtbaurat Dr. Volker Kreuzer wurden Ideen entwickelt, wie das Areal zwischen Rathaus, Sparkasse und Kulturzentrum gestaltet werden könnte.

„Viktoria-Quartier“

Der Sparkassenturm wurde 1976 erbaut. Foto: aureus GmbH - Stefanie Schwaß

Bisher, im Jahr 1976 erbaut, stand dort, wo früher einmal die Viktoria-Straße am Rathaus entlang in Richtung Süden verlief, der Sparkassenturm, daneben der Rathausparkplatz. Mit dem städtischen Inhaber des Parkplatzes und der Sparkasse als Inhaber des Turmes und der Tiefgarage überlegen die Parteien nun, wie mit dem Grundstück an der ehemaligen Viktoriastraße verfahren werden könne. Der Abriss des Turmes könnte vor allem deshalb eine Alternative sein, denn „die Sparkasse hat aufgrund deutlich effizienterer Arbeitsweisen inzwischen einen geringeren Flächenbedarf“, erklärte das Vorstandsmitglied der Sparkasse Gladbeck Ludger Kreyerhoff. Gegenwärtig stehe eine Etage des Turmes leer und eine weitere Etage sei an Arztpraxen vermietet, diesen Mietern müsse man dann im besten Fall auch eine Alternative bieten, so Ludger Kreyerhoff. Beide Parteien, Sparkasse und Stadt, können sich gut vorstellen, dass die Errichtung des neuen „Viktoria-Quartiers“ im Bereich des Möglichen sei, sofern die nun anlaufenden Prüfungen eine Wirtschaftlichkeit bestätigen. Die nun laufende Machbarkeitsstudie, ob die Erhaltung des Turmes sinnvoll wäre, bezieht alle Gremien mit ein. Was jedoch bereits feststeht, ist, dass das Parkdeck der Sparkasse nicht sanierbar ist und ein Rückbau empfohlen wird. Die dreigeschossige Sparkassen Hauptgeschäftsstelle an der Friedrich-Ebert-Straße bleibt jedoch in jedem Fall erhalten.

Für das dann potenziell entstehende große Grundstück zwischen Rathaus, Kulturamt und Sparkasse gibt es durchaus auch schon Überlegungen: Ein neues Gebäude auf dem bisherigen Gelände mit grünen Verbindungsstraßen, wie der historischen Viktoriastraße ausgehend von der Friedrichstraße hoch zum Rathaus sowie eine Grünverbindung zwischen Rathauspark und Pastoratswäldchen sind hier geplant. So würde nicht nur das Wegenetz ausgebaut, auch neue Räumlichkeiten für verschiedene Zwecke seien dann eine Möglichkeit, so Ulrich Roland. Künftige Nutzer könnten neben der Sparkasse und deren bisherigen Mietern auch städtische Dienststellen sein. Konkret wird überlegt, in einem „Haus der Sicherheit“ Ordnungsamt, Kommunalen Ordnungsdienst und nach Möglichkeit auch die Polizei zusammenzufassen. Weitere Nutzungen könnten eine zusätzliche innerstädtische Kita, ein Hotel, eine Gastronomie, Büros oder Dienstleister sein. Einzelhandel und Wohnen sollen dagegen ausdrücklich ausgeschlossen werden. Für eine mögliche Entwicklung des „Viktoria-Quartiers“ wurden drei Varianten skizziert. Alle zeichnen sich durch eine attraktive Neubebauung aus, die sich an der Architektur des Neuen Rathauses orientiert und sich harmonisch in die vorhandene Bebauung einfügt. Damit der Betrieb der Sparkasse während der Bauzeit nicht eingeschränkt wird, müsste in einem ersten Bauabschnitt zunächst das neue Sparkassengebäude entstehen, erst danach können Tiefgarage und Büroturm abgerissen werden. Um das Parkplatzangebot zu erhalten, ist eine große Tiefgarage unter dem neuen Komplex geplant. „Selbstverständlich wissen wir heute noch nicht, ob so ein ambitioniertes Projekt am Ende wirtschaftlich funktioniert. Angesichts eines möglichen Abrisses von Parkdeck und Turm der Sparkasse wäre es fahrlässig, die Chancen, die sich für die Weiterentwicklung der Stadtmitte ergeben, nicht ernsthaft zu prüfen. Weder Stadt noch Sparkasse oder GWG werden ein nichtkalkulierbares finanzielles Risiko eingehen!“, sind sich die drei Beteiligten einig.

Eine wichtige Frage, die sich sicherlich viele Gladbecker stellen, wenn sie von einem möglichen Abriss des Sparkassenturms hören, wurde im Vorfeld natürlich geklärt: Das traditionelle Turmblasen am 23. Dezember ist nicht gefährdet und könnte künftig vom Dach des Geschäftshauses Hoch10 durchgeführt werden.  ak

Diesen Artikel teilen:

Zurück