Dorsten
Fotos: Stadt Dorsten
Fotos: Stadt Dorsten

Solidarität mit der Ukraine

Zusammenspiel von Dorsten und Castrop-Rauxel sichert Müllentsorgung in Westukraine - Fahrzeug geht am Freitag auf die Reise über die „Brücke der Solidarität“

Dorsten -

Ein Müllwagen ist am Freitag von Dorsten aus über die „Brücke der Solidarität“ in die polnische Partnerstadt Rybnik gestartet, um von dort in die ukrainische Gemeinde Bar überführt zu werden. Ein Hilfstransport der besonderen Art, der im Zusammenspiel der Städte Castrop-Rauxel und Dorsten, Rybnik und der Gemeinde Bar realisiert werden konnte.

Nach dem völkerrechtswidrigen Überfall Russlands auf das souveräne Land Ukraine hatte Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff Kontakt mit der Gemeinde Bar und der Stadt Iwano-Frankiwsk in der Westukraine aufgenommen, die wiederum mit Rybnik befreundet sind, und Unterstützung angeboten. Aus Bar kam eine besondere Bitte: Um die Müllentsorgung in der Region sicherzustellen, wird dringend ein neues, leistungsstarkes Fahrzeug benötigt. Die Anschaffung ist allerdings nicht möglich, da derzeit alle finanziellen Ressourcen der Verteidigung des Landes vorbehalten sind.

Andreas Jung, Leiter des Entsorgungsbetriebes Dorsten (EBD), machte sich auf Bitten von Bürgermeister Stockhoff auf die Suche nach einem geeigneten Fahrzeug – und wurde beim  Entsorgung – Umwelt – Versorgung EUV-Stadtbetrieb Castrop-Rauxel fündig. Nach kurzer Abstimmung verkaufte der EUV-Stadtbetrieb den im eigenen Betrieb ausrangierten Mercedes-Benz Econic-Mülllader mit Zöller-Aufbau für einen letztlich symbolischen Preis an den Entsorgungsbetrieb Dorsten zur Weiterleitung an die ukrainischen Partner. Der Castrop-Rauxeler Eigenbetrieb ließ noch eine neuwertige Schüttung montieren und brachte das Fahrzeug durch den TÜV.

Mitarbeiter der Fahrzeug-Werkstatt im Entsorgungsbetrieb Dorsten unterzogen den Müllwagen in der Freizeit nach Dienstschluss einem gründlichen Check, sodass er nun am heutigen Freitag (26. August) nach Rybnik überführt werden kann. Andreas Jung: „Die Kolleginnen und Kollegen in Castrop-Rauxel haben uns das Fahrzeug in einem Top-Zustand für einen wirklich guten Preis übergeben. Wir freuen uns, dass wir damit in der Ukraine helfen können.“

Zwei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Dorsten, Markus Schenke vom Löschzug Altendorf-Ulfkotte und Johannes Kemna vom Löschzug Holsterhausen, sind am Freitag auf die Fahrt nach Rybnik gestartet, um das Fahrzeug dort an die Partner aus Bar für den Weitertransport in die Ukraine zu übergeben. Die Bürgermeister Tobias Stockhoff (Dorsten) und Rajko Kravanja (Castrop-Rauxel) sowie Betriebsleiter Andreas Jung und Antonius von Hebel (EBD Dorsten) und EUV-Betriebshofleiter Aljosha Weskamp (Castrop-Rauxel) verabschiedeten die beiden Fahrer am Freitag auf die Tour.

Rajko Kravanja: „Der Überfall Russlands auf die Ukraine ist nicht nur ein militärisches Thema, sondern es ist auch wichtig, dass die alltägliche Infrastruktur in diesem Krieg so gut wie möglich weiter funktioniert. Wir freuen uns, dass wir hier unterstützen können.“

Tobias Stockhoff ergänzt: „Die Stärke von Städten ist es, die Infrastruktur für den Alltag der Menschen bereitzustellen. Das gilt auch und vielleicht sogar noch viel mehr unter den erschwerten Bedingungen in einem Krieg. Insbesondere sind es Versorgung und Entsorgung, die aufrecht erhalten werden müssen. Wir empfinden es als unsere Pflicht, hier einen Beitrag leisten zu können.“

EUV-Vorstand Michael Werner: „Dass die Müllabfuhr pünktlich kommt, ist für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit. Aber der russische Überfall auf die Ukraine zeigt uns, dass diese Infrastrukturen eben keine Selbstläufer sind. Sie müssen geplant und sichergestellt werden. Darum tragen wir gerne dazu bei, den Alltag der Menschen in der Ukraine ver- und entsorgungssicher mitzugestalten.“

Die Freunde in Bar sind dankbar für die Unterstützung. Tanya Deminska, Mitarbeiterin in der Gemeindeverwaltung von Bar: „Für uns ist das nicht nur eine Unterstützung in der Sicherstellung kommunaler Dienstleistungen. Für uns ist das ein Ausdruck ehrlicher, geschwisterlicher Unterstützung. Freundschaft kennt keine Grenzen.“

Finanziert werden die Anschaffung des Fahrzeugs und die Überführung aus den Spenden der Dorstener Bürgerinnen und Bürgern für die Solidarität mit der Ukraine. Aus diesem Topf werden außerdem noch medizinische Hilfsgüter für die Gemeinde Bar und die Stadt Iwano-Frankiwsk angeschafft, die demnächst – wahrscheinlich wieder über die „Brücke der Solidarität“ nach Rybnik – in die Ukraine geliefert werden sollen.

Spenden für weitere Unterstützungen der Ukraine können eingezahlt werden

Stadt Dorsten

Sparkasse Vest

IBAN: DE 46 4265 0150 0010 0007 01

Verwendungszweck Ukraine-Hilfe

 

Quelle: Pressestelle Stadt Dorsten / Castrop-Rauxel

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