Foto: © Wilhelmine Wulff / pixelio.de

„Wir Gladbecker rücken zusammen“

Stadt Gladbeck baut ein Mobilheim für Flüchtlinge auf dem Sportplatz Rentfort-Nord – Das Deutsche Rote Kreuz ist Koordinator der Flüchtlingshilfe

Gladbeck - Seit Ende Juli 2015 wird die Sporthalle in Rentfort-Nord als Notunterkunft für 160 Flüchtlinge genutzt. In Kürze werden 150 weitere Menschen hinzukommen, die in einem „Mobilheim-Dorf“ auf dem Sportplatz an der Großsporthalle untergebracht werden.

Weiterhin kommen Tag für Tag Menschen aus Syrien, Afghanistan, dem Süd Sudan, Eritrea oder dem Kongo und suchen Zuflucht in Deutschland. Sie fliehen vor blutigen Kriegen und der Gewalt von herrschenden Despoten oder bitterer Armut. Viele von ihnen werden in den kommenden Wochen auch in Gladbeck eine vorläufige Bleibe suchen. Diese werden sie in einem so genannten „Mobilheim-Dorf“ finden, das zurzeit auf den Sportplatz neben der Sporthalle in Rentfort-Nord errichtet wird und Ende Oktober fertig gestellt sein soll. Insgesamt 54 Container finden dort ihren Platz, 38 werden als Wohn-bzw. Schlafräume genutzt, denn mit viel mehr als vier Betten und ein paar Möbeln sind sie auf 18 Quadratmetern nicht ausgestattet. Die Flüchtlinge werden ihren Tagesablauf in der angrenzenden Sporthalle verbringen. Bürgermeister Ulrich Roland: „Die Flüchtlingszahlen steigen weiter an. Deshalb hat uns die Bezirksregierung gebeten, weitere Plätze zur Verfügung zu stellen. Dieser Verantwortung stellen wir uns und sind überzeugt, dass die Gladbeckerinnen und Gladbecker auch die neuen Gäste willkommen heißt.“
 

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Insgesamt 54 Container finden ihren Platz auf den Sportplatz neben der Sporthalle in Rentfort-Nord.
Foto: Stadt Gladbeck

Neben den Schlafcontainern werden Mehrzweck-Container für Toilettenanlagen, Lager, Besprechungs- und Betreuungsräume eingerichtet. Alle Bauten sind wärmeisoliert und mit einer Betonplatte versehen, so dass es keinen Erdaushub benötigt, so Martin Plischek, Leiter der städtischen Immobilienwirtschaft. Duschen und Aufenthaltsräume stehen in der Sporthalle zur Verfügung. Ein überdachter Gang zur Sporthalle sorgt auch bei Regen für einen trockenen und sicheren Weg. Auch die Essensausgabe wird zentral in der Halle stattfinden – so wie jetzt bereits für die dort untergebrachten Menschen. Betreut werden die Flüchtlinge von der Stadtverwaltung und dem Deutschen Roten Kreuz sowie zahlreichen ehrenamtlichen Helfern. Sozialdezernent Rainer Weichelt: „Der Standort hier in Rentfort-Nord eignet sich für die Unterbringung der Menschen am besten, die Logistik ist bereits vorhanden, die Infrastruktur hervorragend. Das DRK leistet hier übermenschliches.“
 

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In Gladbeck sind Flüchtlinge willkommen und die Gladbecker haben durch zahlreiche Spenden ihr großes Herz bewiesen.
Foto: © Tim Reckmann / pixelio.de

Die Kostenübernahme hat die Bezirksregierung zugesichert. Die Container stehen zur Miete bereit. Wie lange das sein wird, ist ungewiss. Rainer Weichelt hofft, dass sich die Lage in den nächsten Wochen etwas beruhigt und man in Ruhe Wohnungen für die Flüchtlinge organisieren kann. Doch ob und wann weitere Menschen nach Gladbeck kommen, kann zurzeit niemand vorhersehen. „Ich bin sicher, dass wir diese Situation gemeinsam meistern und zusammenrücken, auch wenn es nicht leicht ist. Die Gladbecker Bürgerinnen und Bürger haben in den vergangenen Wochen durch Spenden und Hilfsbereitschaft ein großes Herz bewiesen“, dankt Bürgermeister Ulrich Roland allen, die in der Flüchtlingshilfe aktiv sind. Aktuell sind 160 Menschen in der Sporthalle untergebracht, mit den 150 folgenden werden es also 310 sein. Im Stadtgebiet verteilt leben weitere 720 Menschen in privaten oder städtischen Wohnungen. Sie haben bereits eine Anerkennung als Flüchtling erhalten oder das Asylverfahren läuft noch.

Weitere Spenden benötigt die Hilfe im Moment nicht. Das kann sich mit Einbruch des Winters schnell ändern und wird dann bekannt gegeben. „Die Helfer brauchen eine Pause und müssen die Kleidung und die Sachspenden jetzt erst einmal sortieren“, sagt Wilhelm Walter vom DRK. gj


Weitere Informationen gibt es unter www.gladbeck.de sowie per E-Mail: fluechtlingshilfe@stadt-gladbeck.de. Die Ansprechpartner sind telefonisch unter der Rufnummer (02043) 99 22 43 erreichbar.

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