Foto: Julian Schäpertöns

Schüler des Vestischen Gymnasiums Kirchhellen drehen Kurzfilme

Der Literaturkurs des Vestischen Gymnasiums produziert zwei Kurzfilme, die vor den Sommerferien präsentiert werden sollen

Kirchhellen - Mit Tränen in den Augen stürmt Jumi in die Pausenhalle des Vestischen Gymnasiums. Sie will ihren Freund Simon zur Rede stellen. „Geht es wieder um diese Gerüchte? Ich hab damit nichts zu tun. Vielleicht steckst du da selbst hinter?“, wirft Simon seiner Freundin vor. Jumi wird wütend. „Ich bin die einzige Person, die noch hinter dir steht!“, schreit sie völlig aufgebracht. „Und dann soll ich daran schuld sein!?“ Der Streit eskaliert. Jumi holt aus, schlägt mit der flachen Hand in Simons Gesicht. Dieser schubst sie von sich weg. Jumi fällt zu Boden. „Schnitt!“, ruft eine Schülerin, die hinter der Kamera steht. „Das haben wir im Kasten!“
 

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Fabian Bumiller und Naomi Burkart spielen am ersten Drehtag eine dramatische Streitszene, die eskaliert.
Foto: Julian Schäpertöns

In diesem Schuljahr arbeitet der Literaturkurs der Q1 von Sabrina Peinecke an zwei Filmprojekten. In den vergangenen Monaten wurden gemeinsam im Unterricht Ideen gesammelt, das Script geschrieben, Drehpläne angefertigt und Rollen verteilt. Der Kurs, der aus 28 Schülern besteht, hat sich in zwei Gruppen aufgeteilt, die jeweils voneinander zwei ganz unterschiedliche Geschichten erzählen. Der erste Film handelt von einem Schulleiter, der eine Affäre mit einer Lehrerin hat. Seine beiden Töchter decken dies auf. „Die Zuschauer können einen spannenden Konflikt erwarten“, verrät Finn Simons aus dieser Gruppe. Der zweite Film behandelt das Thema Mobbing und dessen Folgen. „Ich spiele Simon, der früher seine Mitschüler gemobbt hat. Doch nachdem sich einiges geändert hat, wird er plötzlich selbst zum Opfer, bis die ganze Situation eskaliert“, erzählt Fabian Bumiller, der die Hauptrolle übernimmt.
Bis zu den Osterferien sollen alle Szenen abgedreht sein. Bis zu 19 Drehtage, auch nach der Schule, haben die Nachwuchsschauspieler dafür angesetzt. Den ersten Drehtag Mitte Januar resümierten beide Gruppen trotz der wenigen Film-Erfahrung als durchaus gelungen. „Es lief besser als zunächst gedacht“, so Fabian Bumiller. Gedreht wurde bei seiner Gruppe eine Streitszene zwischen seiner Rolle Simon und dessen Freundin Jumi, gespielt von Naomi Burkart. Aus welcher Perspektive soll die Szene gedreht werden? Welche Requisiten brauchen wir? Was tun die Statisten? Alles Fragen, mit denen sich die Schüler beschäftigen müssen. Als dann alle Vorbereitungen getroffen sind, kann es endlich losgehen. Mehrmals wird die Szene in der Pausenhalle wiederholt, bis sowohl die Schüler hinter der Kamera als auch die Schauspieler zufrieden sind.

Plötzlich ein ganz anderer Mensch

Naomi Burkart und Fabian Bumiller, denen in dieser Streitszene viel abverlangt wird, sind nach dem ersten Drehtag erleichtert. „Ich konnte mich gut in meine Rolle einfühlen und wurde dann selbst ganz emotional“, berichtet Naomi Burkart von ihrer Erfahrung vor der Kamera. Und Fabian Bumiller ergänzt: „Sobald ich in der Rolle war, war ich ein ganz anderer Mensch.“ Auch Finn Simons zieht für seine Gruppe ein positives Fazit. Die erste Szene über Partyvorbereitungen im Unterricht ist im Kasten. In den nächsten Monaten wartet noch viel Arbeit auf den Literaturkurs. Wenn nach den Osterferien alles abgedreht ist, steht noch der Schnitt und die Postproduction an. Bis Pfingsten sollen beide Filme fertig sein und der Öffentlichkeit präsentiert werden. js

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