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Handyfasten - Drei Tage ohne Smartphone

25 Schüler der Werner-von-Siemens-Realschule in Gladbeck verzichten freiwillig auf ihr Handy

Gladbeck - „Handyfasten“ – drei Tage ohne Smartphone? 25 Schüler der Werner-von-Siemens-Realschule probierten es aus und verzichteten freiwillig drei Tage auf ihr Handy. Hierzu wurden die Smartphones der Teilnehmer von der MedienScoutAG der Schule eingesammelt und als Schutz vor ihren Besitzern in einem Schließfach der Sparkasse Gladbeck eingeschlossen.

Nurhayat, Esra, Anna und Ardi, die MedienScouts der Werner-von-Siemens-Realschule, haben es sich gemeinsam mit ihrer Lehrerin Leoni Memering zur Aufgabe gemacht, die Medienkompetenz ihrer Mitschüler und somit einen aufgeklärten und verantwortungsbewussten Umgang mit den Medien zu fördern. In einer Umfrage an der Schule stellten sie fest, dass ein überwiegender Teil der Mitschüler ihre Smartphones mehr als fünf Stunden am Tag nutzen, hauptsächlich um Nachrichten und Bilder zu verschicken, Videos anzuschauen und Musik zu hören. Auch die Schüler und Lehrerin der MedienScouts AG mussten zugeben, dass sie ihre Handys übermäßig nutzen und die Möglichkeit, immer online zu sein sich oft auch negativ auf die Lebensgestaltung auswirkt. So ließen sich hier und da bereits Tendenzen zur Handysucht oder FOMO (engl. für die Angst etwas zu verpassen) erkennen.

Handys sind heutzutage nicht mehr nur ein Mittel zum Telefonieren, sondern stellen Wecker, Kamera, Taschenlampe, Kalender, Telefonbuch, Internetsuchmaschine und unendlich vieles mehr dar. Im Leben der Jugendlichen nimmt das Smartphone noch deutlich mehr Raum und Bedeutung ein: Snapchat, WhatsApp, Instagramm sind hier die meist genutzten Apps. Mehr als 90 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren besitzen ein Smartphone, so auch an der Werner-von-Siemens-Realschule.

Ihr eigenes Verhalten reflektierend entstand die Idee zum Selbstversuch: wir verzichten auf unsere Handys! Sie starteten eine Umfrage zur Handynutzung unter den Mitschülern, luden die Klassen zu einem kleinen Workshop ein und fragten das Interesse zur Teilnahme an einem „Handyfasten“ ab. Dann war es soweit: 25 Schüler verpackten ihr Handy in einem Umschlag und ließen sie von den Medienscouts sicher in einem Schließfach der Sparkasse Gladbeck verschließen.

Schüler und Lehrerin waren sich einig: die ersten Stunden und Tage werden sicher nicht einfach und es wird Entzugserscheinungen geben. Wie sich die teilnehmensden Schüler der Werner-von-Siemens-Realschule in der Zwischenzeit fühlten und welche Schlüsse sie aus dem Verzicht ziehen, hat Nurhayat Ari mit einem Videotagebuch festgehalten.
Erst nach drei Tagen wurde in der Sparkasse Gladbeck das Schließfach wieder geöffnet und die Handys an die Besitzer verteilt. In dieser Zeit mussten sich die Schüler ganz „old school“ ohne Smartphone verabreden, echte Gespräche führen, einander zuhören und die Zeit für andere Dinge nutzen.
Und noch dazu winkte eine kleine Belohnung: Alle Teilnehmer erhielten vom Förderverein der Werner-von-Siemens-Realschule einen Gutschein für das Schulbistro. Die Verwahrung und Versicherung der Handys übernahm der S-VersicherungsService und die Sparkasse Gladbeck unterstützte die Aktion mit einer Förderung.

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