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Starkes Theaterstück im Mädchenzentrum

Bei "Liebe hat viele Gesichter" im Internationalen Mädchenzentrum schlüpften Kinder in andere Rollen

Gladbeck - Ein ganz besonderes Theaterprojekt fand in den Sommerferien im Internationalen Mädchenzentrum statt. Mädchen im Alter von 6 bis 14 Jahren, mit und ohne Fluchtgeschichte, und mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen, erarbeiteten mit der Schauspielerin Lina Kmiecik ein eigenes Theaterstück. Lina Kmiecik bringt langjährige Erfahrung als Schauspielerin mit, arbeitet im „Theaterspiel Witten“ auf der Bühne und gibt auch Workshops. Ihre Karriere als Schauspielerin begann für sie selbst als Jugendliche in einem Mädchenzentrum und nun erfüllt sie sich  den Traum, einmal selbst in einem Mädchenzentrum zu arbeiten. Mit ganz viel Engagement und Herzblut unterstützte sie die Mädchen, aus ihren Ideen und Wünschen ihr ganz eigenes Stück zu erarbeiten und auf die Bühne zu bringen.

In der Theaterwoche haben die  Mädchen viel improvisiert und ausprobiert, von Anfang bis Ende ist alles durch die Beteiligung der Mädchen entstanden. Die wichtigste Regel dabei lautete: „Es gibt keine Fehler! Alles was euch einfällt, ist richtig“, so Lina Kmiecik zum Einstieg in die Aufwärmübungen. Diese Fehlerfreundlichkeit zeigte schnell ihren Effekt bei den Mädchen. Alle trauten sich, Ideen auszuprobieren und die Rollen zu entwickeln, die sie gerne auf der Bühne zeigen wollten. Dabei sind neun unterschiedliche Figuren entstanden, in die viel von den Persönlichkeiten der einzelnen Mädchen geflossen ist.

Das Thema des Stückes, wie der Titel „Die große, tolle Liebe“ schon vermuten lässt, ist die Liebe. Aber diese hat viele Gesichter und Formen. Es kann die Liebe zum Leben, den Freunden oder der eigenen Freiheit und Zufriedenheit sein. Die Geschichten, die die bunt gemischte Gruppe der Mädchen aus Syrien, dem Irak, Polen, Deutschland, Somalia und der Türkei ausgedacht haben, sind ganz verschieden. Die vielen verschiedenen Sprachen, die die Mädchen sprechen, sind viel mehr ein Geschenk als ein Hindernis. Neben dem schauspielerischen Talent kamen auch Tanz und Gesang mit auf die Bühne. Dafür begleiteten zwei syrische Frauen, Hanan Muhamad und Lina Isa, die Probewoche, die sehr engagiert und ehrenamtlich mit den Mädchen Tänze und Lieder einübten und an nötiger Stelle mit Übersetzungen aushalfen. Passend zum heißen Sommerwetter spielte das ganze Stück in einem Eiscafé, in dem sich auch magische Figuren wie Fee und Einhorn begegnen. Es gab viele Überraschungen und eine Menge zu lachen.

Das Internationale Mädchenzentrum bedankt sich bei allen Beteiligten, die diese Woche ermöglicht haben. Die zweite Woche lief unter dem Motto „Ferien im Revier“, in der Aktionen und Ausflüge gemacht wurden: ein Fotoshooting, Bilderrahmen wurden gestaltet, das Schloss Wittringen besucht, eine Sommerparty gefeiert und ein Ausflug zum Haus Ruhrnatur in Mühlheim gemacht. Nach den Ferien geht es mit einem neuem, bunten Programm weiter.

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