Foto: Julian Schäpertöns

Frühstücksgespräche am Kotten Nie

Unsere Redakteurin Katharina Boll hat sich mit den Ehrenamtlichen des Fördervereins Kotten Nie getroffen und erfahren, was diese so alles leisten

Gladbeck - Freitagmorgens, 8 Uhr: Normalerweise würde ich zu dieser Uhrzeit vor meinem Computer in der Redaktion sitzen, meinen ersten Kaffee trinken und dabei die E-Mails durchlesen und beantworten. Doch der letzte Freitag in den Sommerferien sah etwas anders aus. Bodo Dehmel, Vorsitzender des Fördervereins Kotten Nie, hat mich eingeladen, einmal auf dem Kotten mitzuhelfen und zu erfahren, was die Ehrenamtler hier alles leisten. Das Angebot konnte ich natürlich nicht abschlagen und so stand ich pünklich um 8 Uhr auf dem Hof des Kotten Nie. Es nieselt leicht an diesem grauen Sommermorgen. Als ich am Kotten Nie ankomme, ist es noch ganz ruhig.

Lediglich die Ehrenamtler vom Kotten Nie schwirren schon herum und bereiten alles vor. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Denn heute ist ein besonderer Tag, wie mir die Ehrenamtler erzählen. Der letzte Tag des Kinderferienprogramms ist angebrochen. Zwei Wochen voller Abenteuer, Spiel und Spaß liegen hinter den Kindern. So viel Action macht natürlich auch hungrig. Und da kommt das Team des Kotte Nie ins Spiel. Es sorgt dafür, dass kein Kind mit leerem Magen in den Tag startet und auch zur Mittagspause immer etwas Warmes auf den Tisch bekommt.

Na, dann will ich doch auch mal mit anpacken. Denn in 50 Minuten trudeln schon die ersten hungrigen Mäuler ein und es ist noch einiges zu tun. Brötchen werden aufgeschnitten, Käse- und Wurstplatten vorbereitet und warmer und kalter Kakao gemischt. „Wir versuchen jeden Kinderwunsch zu berücksichtigen und auf alles zu achten“, erklärt Annegret, eine der Ehrenamtler des Kotten. „Wir freuen uns, wenn es den Kindern schmeckt und alles aufgegessen wird.“ Beim Vorbereiten sitzt jeder Handgriff des eingespielten Teams. Ich kümmere mich derzeit um die Tische. 35 mal Teller, Messer und Tassen platziere ich sorgfältig auf den zwei großen Tischen.

Nach einer halben Stunde ist die meiste Arbeit getan und wir haben etwas Zeit, um gemeinsam einen Kaffee zu trinken und zu quatschen. Agnes Allkemper, die zweite Vorsitzende des Fördervereins Kotten Nie, erzählt mir, wie viel die Ehrenamtler hier über das Jahr hinweg leisten. Denn die zwei Wochen Kinderferienprogramm sind nur ein kleiner Teil der ehrenamtlichen Arbeit. „Wir haben insgesamt einen Pool aus rund 45 Ehrenamtlichen“, verrät Agnes Allkemper. Das hört sich erst einmal viel an. Doch bei Großveranstaltungen müssen alleine schon immer 30 Freiwillige mit anpacken. Auch die beliebten Bauernfrühstücke, Kindersonntage und sonstigen Feste werden alleine durch freiwillige Helfer gestemmt. „Viele von uns sind schon im Seniorenalter. Deshalb kann das auch ganz schön anstrengend sein“, erklärt die Gladbeckerin. „Aber wir sind ein eingespieltes Team und haben immer viel Spaß zusammen. Deshalb machen wir es gerne. Außerdem ist für uns das größte Geschenk, wenn es den Gästen am Kotten Nie gefällt. Besonders bei den Kindern ist es einfach toll zu sehen.“

Mein Kaffee ist leer und ich habe noch fünf Minuten, bevor die hungrige Meute kommt. Zeit genug, um schnell einmal bei den Tieren des Bauernhofes vorbeizuschauen. Zehn Hühner und fünf Zwergziegen wohnen auf dem Kotten und werden ebenfalls von den Ehrenamtlichen gepflegt und gefüttert. „Besonders beliebt sind die Tiere bei den Kindern. Das ist schön zu sehen“, weiß Agnes Allkemper. Pünktlich um 9 Uhr sitzen die 30 Kinder und fünf Betreuer an den zwei Tischen im Innenhof des Kotten Nie. Bereit alles aufzuessen. Schnell bringen wir alle Brötchen, Aufschnitt und natürlich die beliebte Nussnougatcreme nach draußen. Das laute Kindergeschrei weicht einer gefräsigen Stille. Den Kindern schmeckt es wohl. Bei so viel liebevoller Zubereitung kein Wunder! Nach dem Frühstück geht es für die Kinder raus zum Spielen und Toben. Für die Ehrenamtlichen geht es direkt weiter mit der Vorbereitung des Mittagessen. Leider muss ich mich schon verabschieden, denn meine E-Mails können nicht länger warten. Aber ich bin mir sicher, die eingespielte Truppe schafft das auch ganz ohne mich. Ich bin begeisert,wie viel die Ehrenamtlichen am Kotten Nie leisten und dass sie mit so viel Spaß und Leidenschaft bei der Sache sind. Ich komme gerne wieder!
 

Herbstprogramm am Kotten Nie

Wer den Kotten Nie und das engagierte Team einmal besuchen möchte, kann dies im Oktober noch tun. Denn dann warten noch tolle Veranstaltungen auf alle Gäste. In diesem Jahr sind alle Interessierten, ob jung oder alt, am 14. Oktober 2018 ab 15 Uhr zum Herbstfest eingeladen. Soweit das Wetter es erlaubt, tollen die Kinder herum und die Blätter sind ein beliebtes und natürliches Spielzeug. Zudem gibt es wieder kleine Köstlichkeiten. Während die Kinder spielen, können sich die Eltern, Großeltern oder Tanten und Onkel bei einer Tasse Kaffee, einem Stück Kuchen oder den bekannten Kotten-Waffeln ausruhen und die nette Atmosphäre am Kotten genießen.

Das Herbstfest bildet den Saisonabschluss, doch auch danach gibt es noch ein paar Höhepunkte die im Herbst und Winter auf die Gladbecker warten. Ein besonderer Termin findet ebenfalls im Oktober statt. Der Kotten Nie hat nicht nur traditionelle Veranstaltungen auf dem Programm. Auch einige neuere Veranstaltungen finden Interessierte in diesem Jahr im Saisonkalender. Darunter auch einen Nacht-Flohmarkt. Dazu sind am 26. Oktober alle Gladbecker herzlich eingeladen. In der Zeit von 18 bis 22 Uhr können Trödelfreunde hier im Licht der Taschenlampe Raritäten suchen, finden, kaufen und verkaufen. Wer selbst seine Schätze zum Verkauf anbieten möchte, kann einen Stand bestellen. 3 Meter Verkaufsfläche kosten 26 Euro, 1,5 Meter gibt es für 13 Euro. kb

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