Foto: Julia Liekweg

Förderprogramm startet an der Johannesschule in Kirchhellen

Als Pilotschule für ein Diagnose- und Förderprogramm sollen Erfolge bei Schülern schneller erzielt werden.

Kirchhellen - In einer Gruppe mit maximal acht Kindern sollen die Schüler der Johannesschule gezielt und individuell in den Bereichen Lesen und Rechtschreiben gefördert werden. Die Lehrerinnen Bettina Sueck und Annika Rathe berichten von schnell eintretenden kleineren Erfolgen in den Fördergruppen. Auch das Selbstvertrauen der Schüler steigt durch die erworbene Kompetenz wieder an.

Das Modell, das die Schule einsetzt, ist das sogenannte RTI-Modell: Response to Intervention. Dies ist ein Beschulungs- und Förderkonzept, in dem der Präventionsgedanke zentral ist und die Lern- und Entwicklungsziele der Schüler berücksichtigt werden. In der ersten der drei Stufen des Konzepts passiert die Rechtschreib-Förderung im regulären Deutschunterricht. In der zweiten Stufe wird die Lese-Rechtschreib-Förderung von speziellen Lautgebärden unterstützt. In der letzten der drei Stufen werden die Schüler dann einzeln und individuell gefördert. Der Erfolg der Förderung wird fortlaufend kontrolliert. Sollte sich während einer der drei Stufen weiterer Bedarf an Förderung ergeben, wird die Förderung der nächsten Stufe dementsprechend intensiviert.

Das RTI-Modell sieht vor, dass alle Schüler zu Beginn der zweiten Klasse, das heißt, ab der dritten Woche vor den Herbstferien, durch standardisierte Tests in ihren Lese- und Rechtschreibkompetenzen eingeschätzt werden. Ergeben sich nach diesen Tests, dem sogenannten Screening-Verfahren, Notwendigkeiten der Förderung in diesen beiden Bereichen, erhalten die Schüler durch Annika Rathke und Bettina Sueck die Intensivförderung im Rahmen des Drei-Stufen-Modells. Zunächst findet die individuelle Förderung der Schüler im Vormittagsbereich statt. Kontinuierliche Überprüfungen des Fördererfolgs machen es möglich, die Fördermaßnahmen individuell an die Kinder anzupassen und im regelmäßigen Austausch mit den jeweiligen Klassenlehrern zu erörtern. Das Ziel des Diagnose- und Förderprogramms ist es, Lese- und Rechtschreibschwächen bei Kinder so früh wie möglich zu erkennen. Die gezielte Förderung soll Schulschwierigkeiten in höheren Jahrgangsstufen vorbeugen.

Die Lehrerinnen wurden durch die Schulpsychologinnen Martina Butenweg-Schwan und Rita Schaal von der regionalen Schuldberatungsstelle der Stadt Bottrop geschult und weiterhin durch das Projekt begleitet. „Eingeführt wurde das Projekt an der Gustav-Heinemann-Realschule in Bottrop. Dem Vorbild folgte dann die Johannesschule in Kirchhellen“, erklärt Rita Schaal. Auch nach der Initiierung des Förderprogramms findet immer noch ein reger Austausch zwischen den Geschulten der Gustav-Heinemann-Realschule und der Johannesschule zusammen mit den beiden Schulpsychologinnen statt. jl

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