Foto: Julian Schäpertöns

Maikranze feierlich in aufgestellt!

In Schermbeck und Gahlen wird der Maibrauch von den beiden Heimatvereinen gepflegt.

Der Mai ist da! Passend zum Wonnemonat wurden Ende April in Schermbeck und Gahlen wieder die Maikränze hochgezogen. Vor der Volksbank und an der Mühle in Gahlen sind die grünen Kränze nun zu betrachten. Diese Tradition hat eine lange Geschichte.

Schon in vorchristlicher Zeit gab es Bräuche zum Maifest. In Schermbeck war dieser Brauch eigentlich schon eingeschlafen. 1402 ist im Weseler Archiv verzeichnet, dass der Bürgermeister von Wesel den Maikönig in Schermbeck besucht hat. „Im Mittelalter sind dann aber von der Kirche Maifeierlichkeiten verboten worden“, weiß Rolf Blankenagel, 1. Vorsitzender des Heimatvereins Schermbeck. In den vergangenen 200 Jahren hat es in Schermbeck auch keine Maifeierlichkeiten mehr gegeben. Erst der Heimat- und Geschichtsverein hat 1988 diesen Brauch wieder aufleben lassen und errichtet seitdem in jedem Jahr vor der Volksbank den Maibaum.

Die Schermbecker Landjugend bindet den Maikranz. Foto: Julian Schäpertöns

Doch damit das überhaupt geschehen kann, muss der Kranz erst einmal fertiggemacht werden. Dafür sorgt in Schermbeck die Landjugend. „Das ist seit vielen Jahren Tradition, dass wir in der Gemeinschaft den Maikranz binden“, erzählt der neue Vorsitzende der Landjugend Leon Sühling. Die Tannenzweige stammen von einem Förster aus Gartrop, der das Grünzeug für den großen Kranz zur Verfügung gestellt hat. Dann geht es los und die Zweige werden um das Gestell gebunden. Schnell geht es voran. Am Ende wird der Kranz noch mit bunten Bändern geschmückt – et voilà: fertig ist das Werk!

Der Männergesangsverein Eintracht unterstützte die Traditions-Veranstaltung mit einer Gesangseinlage. Foto: Julian Schäpertöns

Zwei Tage später wurde der Kranz zur Volksbank Schermbeck gebracht. Hier warteten bereits die Kapelle Einklang, der Tambourcorps Schermbeck und der Männergesangsverein Eintracht, um den festlichen Akt mit Musik zu untermalen. Vier Tage später waren die Gahlener dran. Doch bevor der Kranz aufgehangen werden konnte, musste dieser erst einmal fertiggemacht werden. Hierfür war der Heimatverein Gahlen verantwortlich. Viele fleißige Hände gestalteten den Maikranz vor der Mühle. In geselliger Runde und bei Speis und Trank wurden die Stunden verbracht. Und nun flattern auch hier die bunten Bänder im Wind. js

 

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