Foto: Julian Schäpertöns

Pastorenwechsel in Kirchhellen

Nach Manfred Stücker verlässt auch Klaus Klein-Schmeink im Spätsommer die Gemeinde Kirchhellen, Grafenwald und Feldhausen – Glücklich ist er aber nicht

Pastor Klaus Klein-Schmeink hat sich gut in den Vereinen und Traditionen verankert. Foto: Egon Maier

Kirchhellen - In der Gemeinde St. Johannes herrscht derzeit einiges an Aufregung: Zunächst verkündete Pastor Manfred Stücker, dass er Kirchhellen zum Frühjahr 2019 verlassen wird, um in Wachtendonk tätig zu werden. Anschließend entschied das Bistum Münster, dass auch die Dienste Pastor Klaus Klein-Schmeinks im Spätsommer in Kirchhellen, Grafenwald und Feldhausen enden. Kirchhellen ohne Pastor? Wie soll das funktionieren?
„Ich kann verstehen, dass die Gemeindemitglieder zunächst einmal irritiert sind, was den Bischof zu dieser Entscheidung bewogen hat“, erklärt der Vorsitzende des Pfarreirats, Franz Klein-Wiele. Immerhin sei jede Neuerung erst einmal auch mit Bedenken verbunden. „Doch grundsätzlich geht es schlicht um einen neuen Impuls und etwas Bewegung innerhalb der Gemeinde.“ Denn die Priester Klein-Schmeink und Stücker kamen bereits 2005 nach Kirchhellen und haben damit schon eine lange Zeit im Dorf verbracht. Sie haben die Menschen kennengelernt, Freunde gefunden und Traditionen lieben gelernt. „Da ist es selbstverständlich, dass der Abschied nicht so leicht fällt.“ Doch solche Rotationen kommen in den Gemeinden immer häufiger vor und sollen schlichtweg für neue Impulse sorgen. Diesen Beweggrund kann Klaus Klein-Schmeink jedoch nur bedingt nachvollziehen. Er betrachtet in der jetzigen Situation eine personelle Kontinuität am wichtigsten und zeigt sich unglücklich über die Entscheidung und den bevorstehenden Wechsel. „Ich fühle mich hier wohl und werde Kirchhellen vermissen.“

Kirche wird einbezogen

Der Pfarrer hatte zuvor schon ein paar Stationen hinter sich gebracht: in Vechta war er als Diakon tätig, in Gescher und Gronau-Erpe anschließend als Kaplan. Es folgten ein Studium in Rom (2002 bis 2005) sowie Aufgaben als Seelsorger am Prosper-Hospital und am Knappschaftskrankenhaus in Recklinghausen. Kirchhellen war für den Pastor der bisher längste Aufenthalt, den er nutzte, um eine gut funktionierende Zusammenarbeit auf die Beine zu stellen. „Besonders schön finde ich hier, dass sich die Kirche so präsent zeigt und der Gesellschaft hin öffnet“, erzählt Klaus Klein-Schmeink. So zum Beispiel gab es besondere Andachten am Wochenende des Dorffestes, bei denen eine Lichtershow für eine tolle Stimmung sorgte. „Das bekommt man nicht in jeder Gemeinde gestemmt. Hier stimmt der Kontakt und Austausch unter den Vereinen, was Veranstaltungen immer zu einem schönen Highlight macht – die Kirche mit einbezogen.“

Für das Bistum stand fest, dass Kirchhellen 2019 ein komplett neues Seelsorgeteam bekommen wird. Wer aber kommen wird, steht noch nicht fest. „Das ist ein andauernder Prozess, der sich über die nächsten Monate hinziehen wird“, erklärt Franz Klein-Wiele. „Es hat ein Gespräch mit den gewählten Gremien Pfarreirat und Kirchenvorstand stattgefunden, aber bisher ist nur bekannt, dass ein neues Seelsorgeteam aus leitendem Pfarrer, einem weiteren Priester und möglichst einem weiteren Pastoralen Mitarbeiter ihren Weg nach Kirchhellen finden werden.“ Ob es eine Überschneidungszeit mit den derzeitigen Pastoren geben wird, ist aktuell nicht bekannt. Der Vorsitzende des Pfarreirats erklärt das so, dass alle Beteiligten die Chance bekommen sollen, sich komplett neu aufzustellen und einzubringen. Das funktioniere am besten, wenn jeder für sich starte und sich sein eigenes Bild mache.

Reibungsloser Übergang

Bevor Pastor Klein-Schmeink ab dem 1. September das Seelsorgeteam von St. Johannes in Kevelaer, Twistenden, Wetten, Winnekendonk und Kervenheim unterstützen wird, versucht er – auch nach der Verabschiedung Manfred Stückers – gemeinsam mit Pater Periya in Kirchhellen, Grafenwald und Feldhausen alles beizubehalten. So bleibt unter anderem die Gottesdienstordnung bestehen. „Wir bekommen dankenswerterweise Hilfe der Patres vom Jugendkloster, dann hoffe ich mal, dass wir alles stemmen können und die Menschen hier auf nichts verzichten müssen.“ Zudem versucht der Pastor mit den Gremien und den Mitarbeitern alles so zu ordnen, dass der Übergang zu einem neuen Seelsorgeteam so reibungslos wie möglich verlaufen kann. Ob auch Pater Periya die Gemeinde verlässt, ist derzeit unklar. Über seine Zukunft verhandelt das Bistum Münster ebenfalls noch in diesem Jahr.

Neues zulassen

Über den Verbleib Klaus Klein-Schmeinks haben sich zwar Gruppen, Personen und Verbände bei den Gremien stark gemacht, doch dies blieb erfolglos. Das Bistum hat die alleinige Entscheidung, da gibt es in der Regel nichts dran zu rücken. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass sich der Pastor so gut in das Dorfleben integriert fühlte und bei allen Veranstaltungen mitwirkte: Klaus Klein-Schmeink war mit Schützenmütze und im blauen Kittel am Schützen- und Brezelfest zu sehen, entzündete das Feuer zum Start der Bauernolympiade und zeigte damit, dass ihm das Dorf und seine Bewohner am Herzen liegen. „Dennoch sind 14 Jahre in einer Gemeinde ja ein langer Zeitraum. Das Bistum Münster suchte deswegen in der gesamten Pastoral des Bistums nach neuen Möglichkeiten, um frischen Wind hineinzubringen. Ein Wechsel nach etwa zehn Jahren wird hier von ihm angestrebt“, so Klein-Wiele. „Dass ein und derselbe Pastor praktisch sein ganzes Dienstleben an einem Ort verbringt, gibt es heute so nicht mehr. Das Bistum hat nun endgültig entschieden und lädt die Gemeinde ein, sich auf das Neue einzulassen.“ ko

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