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Radfahrer haben es in Gladbeck schwer

Die Stadt Gladbeck muss noch viel tun, um Fußgängern und Fahrradfahrern mehr Bedeutung und damit Sicherheit beizumessen.

Gladbeck - Der aktuelle Fahrrad-Klimatest des ADFC führte der Stadt Gladbeck abermals vor Augen, dass es noch immer einen großen Aufholbedarf gibt, wenn es darum geht, Radfahrern und Fußgängern ausreichend und sichere Wege anzubieten, um innerhalb der Stadt zurechtzukommen. Tatsächlich sind die Ergebnisse sogar noch schlechter als bisher. So ist man sich einig: Das darf nicht sein. Auch wenn das Gladbecker Ergebnis noch zu den besseren im Ruhrgebiet zählt, ist es bedauerlich, zeigt aber auch die wachsende Bedeutung des Radverkehrs und die damit einhergehenden steigenden Ansprüche der Menschen, die sich via Rad fortbewegen möchten.

Die Stadtverwaltung möchte nun umgehend auf die Forderungen des örtlichen ADFC reagieren und dem Radverkehr mehr Bedeutung beimessen. Sie möchte die Anliegen der Radfahrer ernst nehmen, was sich anhand zahlreicher Maßnahmen zum Ausbau und zur Verbesserung der Rad­verkehrssituation zeigt, die bereits vor einigen Jahren angestoßen oder schon umgesetzt worden sind, die noch umgesetzt werden sollen oder sich aktuell in der Planung befinden. „Im letzten Innenstadtausschuss haben wir die laufenden Erweiterungen der Fahrradstellplätze in der Innenstadt vorgestellt“, nennt Stadtbaurat Dr. Volker Kreuzer eine ganz aktuelle Maßnahme. Im nächsten Planungsausschuss wird ein umfangreiches Rad- und Fußwegeprogramm im Rahmen von Erneuerungs- und Neubaumaßnahmen vorgestellt. Daraus sind auch schon erste Projekte Ende 2018 ausgeführt worden wie im Zweckeler Wald an der Rottenburgstraße oder an der Musikschule zwischen der Marcq-en-Baroeul- und Schultenstraße. Weitere Maßnahmen folgen in Kürze.

Bürgerforum am 15. Mai 2019

Die Stadt Gladbeck möchte die Situation für Radfahrer verbessern. Foto: © pixabay

„Das Investitionsvolumen ist deutlich sechsstellig“, so Dr. Kreuzer. Hierfür verwendet die Stadt Gladbeck unter anderem die vom Rat im Rahmen der letzten Haushaltsberatungen zusätzlich bereitgestellten Mittel. Hinzu kommt ein Radverkehrskonzept mit einer umfangreichen Bestandsanalyse, Netzkonzeption und Maßnahmenprogramm, das durch ein externes Büro erarbeitet wurde und für die nächsten Jahre handlungsleitend sein soll. Am 15. Mai wird in einem abschließenden Bürgerforum im Ratssaal das Radverkehrskonzept vorgestellt. „Hier hat jeder Bürger die Möglichkeit, auch noch seine eigenen konkreten Vorschläge einzubringen“, betont Dr. Kreuzer. Der politische Beschluss über das Konzept soll anschließend gefasst werden. Zahlreiche kleinere und einfache Sofortmaßnahmen aus dem Konzept sind bereits umgesetzt oder in Umsetzung, wie bessere Beschilderungen, entfernte Hindernisse an mehreren Stellen im Stadtgebiet oder die geplante Markierung von Radfahrerfurten an Kreuzungen.

Kleine Schritte, große Wirkung

„Unabhängig davon werden wir uns mit den Umfrageergebnissen des Rad-Klimatests auseinandersetzen und konkrete Maßnahmen für die einzelnen Kritikpunkte festlegen - soweit sie nicht schon im Radverkehrskonzept enthalten sind oder nicht ohnehin schon als Themen auf unserer Agenda stehen“, sagt Dr. Kreuzer. Dazu werden auch die Aspekte zählen, die nicht mit baulichen Maßnahmen einhergehen, wie die regelmäßige Reinigung der Radwege von Herbstlaub und Schnee, die gemeinsam mit dem ZBG verstärkt angegangen werden soll. „Hier streben wir eine stärkere Priorisierung der Radwegereinigung an“, erklärt Dr. Kreuzer. Auch das Parken auf Radwegen und schlecht eingerichtete Baustellen Dritter sollen offensiver angegangen werden, um eine Verbesserung für Radfahrer zu erzielen. Dr. Kreuzer: „Unser Anspruch ist es, beim nächsten Rad-Klimatest wieder besser abzuschneiden!“ ko

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