Gladbeck
Georg Fragemann, Holger Mehl, Thorsten Korryttko (Feuerwehr), Marcus Steiner (Sparkasse), Marie-Antoinette Breil (Rechtsamt), Meik Scholz (Polizei), Bürgermeisterin Bettina Weist und Jan Büser (Sparkasse) von li.Fotos: Nicole Gruschinski

NRW zeigt Respekt

Stadtsparkasse Gladbeck beteiligt sich an einer Kampagne gegen Gewalt gegenüber Rettungskräften

Gladbeck -

Die „Sparkassen in Nordrhein-Westfalen“ sind ab sofort Partner der Kampagne „NRW zeigt Respekt“. Die Solidaritätskampagne geht auf eine Initiative aller Fraktionen im nordrhein-westfälischen Landtag zurück und soll für einen respektvollen Umgang mit Polizei, Feuerwehr und Einsatzkräften werben.

Die hauptamtlichen Polizei- und Feuerwehrkräfte, aber auch viele ehrenamtliche Mitarbeiter setzen sich täglich für die Bürger in Gladbeck ein. Nicht selten sind sie dabei Anfeindungen und Angriffen ausgesetzt. „Die Hemmschwelle gegen Menschen in Uniform sinkt und so werden Angriffe auf Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr immer häufiger. Daher sollte jede Gewalttat gegen Einsatzkräfte angezeigt werden. 2022 hat die Polizei 9.600 solcher Fälle registriert“, so das NRW-Innenministerium. Auch in Gladbeck ist es in der Vergangenheit schon zu Übergriffen gekommen.

„Mir stellen sich die Nackenhaare hoch, wenn ich sehe, wie heute der Umgang mit Rettungskräften ist“, sagt Marcus Steiner, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Gladbeck. Früher hatten die Menschen Respekt vor Feuerwehr und Polizei, heute ist das gefühlt nicht mehr so. Grund genug für die Sparkasse Gladbeck, sich an der Kampagne „NRW zeigt Respekt“ des Innenministeriums zu beteiligen. „Übergriffe auf Polizei und Rettungskräfte nehmen zu, aber auch die Stadtsparkasse kann ein Zeichen setzten“, ist sich Marcus Steiner sicher. Auch seinen Mitarbeitern gegenüber lässt Respekt und Achtung nach, mehrmals musste man sich auch hier in der Vergangenheit schon Hilfe durch die Polizei holen.

Respekt untereinander geht verloren

Bürgermeisterin Bettina Weist hat sich direkt bereit erklärt, die Kampagne seitens der Stadt zu unterstützen. „365 Tage im Jahr sind Polizei und Feuerwehr für die Menschen in Gladbeck im Einsatz. Die eigene Gesundheit wird dabei oft aufs Spiel gesetzt“, so Weist, „skandalös ist dabei, dass manche Menschen das nicht so sehen und die Einsatzkräfte angehen. ´NRW  zeigt Respekt´ - genau das ist es, was Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst verdienen! Die Solidaritätskampagne setzt ein deutliches Zeichen gegen Respektlosigkeit und Gewalt an Einsatzkräften.“

Thorsten Korryttko Leiter der Gladbecker Feuerwehr hofft, dass die Kampagne dazu beiträgt, dass das Problem „dauerhaft thematisiert wird.“ Bei Einsätzen erleben es auch die Feuerwehrkräfte häufiger, dass zum Beispiel Autofahrer bei Einsätzen die Rettungskräfte beschimpfen, teilweise sogar handgreiflich werden. „Oft mischen sich die Angehörigen mit ein“, weiß Korrytko aus Erfahrung, „besonders wenn es ihrer Meinung nach nicht schnell genug geht.“ Es bleibt zu hoffen, „dass diese Aktion bei den richtigen Leuten ankommt.“ Auch die Polizei erlebt häufiger, dass der „Respekt untereinander verloren geht“, so Hauptkommissar Meik Scholz, „das Vertrauen in die Institution fehlt manchmal.“

Null-Toleranz

Marie-Antoinette Breil, Leiterin des Rechtsamtes bei der Stadt Gladbeck, ergänzt, „ich verstehe nicht, wie man Einsatzkräfte tätlich angreifen kann!“ Für die Stadt Gladbeck, ebenso wie für die Stadtsparkasse, gilt „Null-Toleranz“ gegenüber solchen Vorfällen. Hier stellt man sich schützend vor die Mitarbeiter und reagiert mit Strafanzeigen und Hausverbot. Aber auch Schulungen im Bereich Deeskalation Mitarbeiter für die Mitarbeiter sind im festen Programm, um zielgerecht erst gar keine Eskalation der Situation aufkommen zu lassen.

Gladbecker, die den Einsatzkräften gern Respekt zollen möchten, können das mit Pins. Diese sind, solange der Vorrat reicht, in allen Sparkassenfilialen erhältlich. So kann jeder ein Zeichen gegen Gewalt gegenüber Einsatzkräften setzen. Auch  über die Seite des Innenministeriums sind sie kostenlos zu bestellen.

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Nicole Gruschinski

Nicole Gruschinski

n.gruschinski@aureus.de

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