Foto: aureus GmbH - Aileen Kurkowiak

Schermbecker Reisebüros demonstrieren für ihr Überleben

Sie zeigen Gesicht: Verschiedene Reisebüros demonstrieren auf dem Rathausplatz und machen auf die aktuelle Situation aufmerksam

Schermbeck - Die Corona-Pandemie hat die Reisebüros des Reiseweltmeisters Deutschland in einem Ausmaß getroffen, wie kaum eine andere. Weltweite Reisewarnungen wurden ausgesprochen, Einreiseverbote verhängt. Zehntausend Reisebüros verzeichnen keinerlei Einkünfte, so auch in Schermbeck. Nun haben sich die Betreiber zusammengetan, um der Branche ein Gesicht zu geben und hielten Mahnwache auf dem Platz vor dem Schermbecker Rathaus. Es gibt keine Reiseneubuchungen, nur Stornierungen, wenig Umbuchungen, aktuell keine Provision und, noch schlimmer, die Rückforderungen der Veranstalter von bereits geflossenen Provisionen. Reisebüros erhalten diese allermeist nach erfolgter Abreise der Kunden - millionenfach in Milliardenhöhe. Auch die Flut der Rückfragen verunsicherter Kunden ist riesig und wird kostenfrei bearbeitet, da die Vertragspartner der Kunden, die Reiseveranstalter, nicht erreichbar sind. Jetzt fragen sich die Reisebüros: Wer hilft uns?

Friedliche Mahnwache

In der vergangenen Woche gingen bundesweit Reisebüros auf die Straße und fordern Hilfen und eine faire Entlohnung für bereits geleistete Arbeit. Frank Herbrechter vom Schermbecker Reisebüro hat die Demonstration in einer Hauruck-Aktion innerhalb von zwei Tagen geplant, auf die Beine gestellt und seine Kollegen der regionalen Reisebranche zur Hilfe gerufen. „Soforthilfen ohne Rückführung und einen staatlichen Reisesicherungsfond“, fordert Frank Herbrechter stellvertretend auch für seine Kollegen. „Geplant war, dass die drei Reisebüros aus Schermbeck Ihre Reiseoase, das Schermbecker Reisebüro|MoreCruises GmbH und der Gahlener Reiseshop hier und heute demonstrieren, umso mehr freut es mich, dass auch Branchen-Kollegen aus Oberhausen und Kamp-Lintfort dazu gestoßen sind. „Reisebüros sind elementare Stützen der Touristik, in einem nur gemeinsam lebensfähigen Modell. Ohne Veranstalter, Busunternehmen, Fluggesellschaften, Hotels, örtliche Agenturen und Reiseleiter sind Reisebüros unvorstellbar. Umgekehrt wären diese Branchenzweige auch ohne diese nicht überlebensfähig. In der Politik wird die Tourismusbranche gerade auf TUI, Lufthansa, Hotels und Gastronomie reduziert“, verschafft sich der Organisator Frank Herbrechter Gehör. Die Tourismusbranche sei bereit, so lange still zu stehen, solange sie damit Leben retten kann. „Wenn wir dieses Opfer für unsere Gesellschaft erbringen, bitten wir die Gesellschaft auch dafür bereit zu sein, uns über die Zeit des Stillstandes zu unterstützen“, betont der Organisator Frank Herbrechter. Daher ein Appell: Für den Fall, dass Sie in diesem Jahr noch verreisen wollen, egal ob in das In- oder Ausland, kaufen Sie Reisegutscheine, die im Nachhinein ganz einfach als Anzahlung für eine Reise genutzt werden können. So kann das weitergeführt werden, was bereits im lokalen Einzelhandel an vielen Stellen erfolgt. // ak

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