Drei Wochen lang wurde das Jugend-Kloster zur „Wirbelstadt“: Im Rahmen des diesjährigen Sommerferienprojekts schlüpften Kinder in unterschiedliche Rollen, übernahmen Verantwortung und entwickelten ihre eigene kleine Stadt. Die Teilnehmer mussten Aufgaben lösen, Entscheidungen treffen und gemeinsam nach Lösungen suchen, damit das Stadtleben funktionierte.
Hildegard Kückelmann, Verantwortliche im Jugend-Kloster und Initiatorin des Projekts, zieht eine positive Bilanz: „Insgesamt war die Wirbelstadt aus unserer Sicht und nach den Rückmeldungen von Eltern und Kindern ein großer Erfolg für ein Demokratieprojekt mit Kindern.“
Die wichtigste Erkenntnis: Kinder brauchen nicht immer große Analysen oder fertige Konzepte. Gibt man ihnen Freiraum, Vertrauen und Verantwortung, entwickeln sie eigene Ideen und setzen diese mit viel Spaß und Erfolg um. So gab es beispielsweise ein „Gericht“, das Beschwerden aufnahm und an den Bürgermeister weiterleitete. Ein „Reisebüro“ plante Ausflüge zum Heidhof und ein Picknick am Kloster-Fischteich. Auch bei der Gestaltung des Stadtlebens waren die Kinder gefragt.
Stadtrat und Wirtschaft
Wer die Stadt regieren sollte, entschieden die Einwohner selbst. In ihren „WirbelstadtNews“ berichteten die Kinder: „Damit sich die Stadt weiterentwickelt und alles gerecht und zum Wohle der BürgerInnen verteilt wird, haben die EinwohnerInnen von Wirbelstadt einen Stadtrat gewählt.“
Auch wirtschaftliche Fragen spielten eine Rolle. So entwickelten die Kinder eigene Geschäftsideen und passten ihre Strategien an, wenn die Kunden ausblieben. Besonders erfolgreich waren offenbar Waffeln und Crêpes. „Die EinwohnerInnen der Stadt scheinen bemerkt zu haben, dass sie mit dem Verkauf von Waffeln und Crêpes mehr verdienen“, schrieben die Nachwuchsreporter.
Natürlich durfte auch eine Hochzeit nicht fehlen. Charlotte und Niklas gaben sich das Ja-Wort, nachdem kurzerhand eine Kirche errichtet und ein Pfarrer sowie Messdiener gefunden worden waren. Tatsächlich wurde bereits vor Ort gemunkelt, ob es sich wirklich um eine Liebeshochzeit handelte oder die Turteltauben wohl doch eher steuerliche Vorteile angestrebt haben.
Positives Fazit
Zum Abschluss zogen die Teilnehmer ein durchweg positives Fazit. Sie hätten gelernt, zusammenzuarbeiten, Geschäftsideen zu entwickeln, Strategien anzupassen und vor allem: „dass wir unser Leben selbst gestalten“.
Für die Umsetzung des Projekts war die Förderung durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) eine wichtige Voraussetzung. Dafür ist das Jugend-Kloster dankbar. Zugleich stellte die späte Förderzusage erst sechs Wochen vor Projektbeginn das Organisationsteam vor eine große zeitliche Herausforderung.
Das Fazit von Hildegard Kückelmann fällt eindeutig aus: Kinder können mehr, wenn man ihnen etwas zutraut und ihnen den Raum gibt, eigene Ideen zu verwirklichen.