Kirchhellen
Foto: aureus GmbH
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Große Enttäuschung für alle Kirchhellener Karnevalisten und Vereine

Erneut hat das Land NRW entschieden, großformatige Karnevalsveranstaltungen zu untersage - Auch die Kirchhellener Vereine sind vorsichtig

Kirchhellen -

Schon zum zweiten Mal in Folge wird die Karnevalsession ausgesetzt. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hat sich am Dienstag mit Vertretern des organisierten Karnevals darauf geeinigt, auf Großveranstaltungen zu verzichten.

Bei diesen ersten Entscheidungen handelt es sich hauptsächlich um Karnevalssitzungen und Veranstaltungen in Innenräumen, bei denen der Abstand nicht gewahrt werden kann. Ob der Straßenkarneval genauso betroffen ist, steht noch offen.

„Eine Durchführung ist nicht verantwortbar“

Für Kirchhellener Karnevalsvereine und -organisatoren steht jedoch eines fest: Eine Durchführung von normalem Karneval ist nicht verantwortbar. Steigende Zahlen, neue Virusvarianten und völlige Planungsunsicherheit zwingen die Verantwortlichen dazu, die Karnevalsveranstaltungen abzusagen, bevor sie überhaupt angekündigt wurden. „Mit den Planungen hatten wir nicht einmal begonnen. Wir nehmen die Entscheidung hin, denn sie ist richtig“, erklärt Bastian Averesch. Der VfB-Karneball im Brauhaus Kirchhellen ist eine der traditionellen Veranstaltungen, auf die kaum ein Kirchhellener Karnevalist verzichten mag.

Das Brauhaus selbst ist aber nicht nur Veranstaltungsort in der fünften Jahreszeit, sondern auch Veranstalter. Auf dem Rosenmontagsball kommen jährlich tagsüber die Kleinen und in den Abendstunden die Erwachsenen voll auf ihre Kosten. Dass die Veranstaltungsplanung seit Beginn der Pandemie mit vielen Risiken und Enttäuschungen verbunden ist, nimmt dem Team vom Brauhaus aber nicht den Spaß an der Sache. „Bedarf nach Veranstaltungen dieser Art ist definitiv da. Aber es wird darauf hinauslaufen, dass Karneval nicht stattfinden kann“, erklärt Familie Prgomet vom Brauhaus.

Um seine Existenz muss noch kein Verein bangen

Für die Theatergruppe der KFD Grafenwald eine bittere Nachricht: „Seitdem wir das letzte Mal auftreten konnten, haben uns viele Mitglieder verlassen.“ Vorsteherin Petra Lehrich ist sich trotzdem sicher, dass Ihr Verein die lange Zeit ohne Karneval überstehen wird. Zusammen sind sie aktuell auf der Suche nach Alternativen. Statt vier Tagen unter Jecken zu feiern, könnte es auch eine Filmvorführung geben: Das Beste aus drei Jahrzehnten. Seit 30 Jahren lebt die Grafenwälder Theatergruppe nämlich schon für den Karneval. Anfang Januar möchten sie über die Umsetzung entscheiden.

Um aber nicht ganz aus dem Training zu kommen und weiter ihrer Leidenschaft nachgehen zu können, streben die Frauen an, im Mai kommenden Jahres eine Alternativveranstaltung auf die Beine zu stellen. Ganz nach dem Motto „bunt, vielfältig und lustig“ wollen sie zwei Tage auf den Festplatz einladen. „Das soll aber keine Karnevalsveranstaltung im Sommer werden“, betont die Organisatorin. Denn auch in dem Punkt sind sich die meisten einig. „Karneval ist im Februar. Das brauche ich nicht im Sommer in Badehose zu feiern“, lacht Bastian Averesch. Der VfB konzentriere sich lieber auf das Oktoberfest.

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Valerie Misz

Valerie Misz

v.misz@aureus.de

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