Kirchhellen
Nicht ganz ohne Wehmut schließt Carola Biesenbach ihr Brautmodengeschäft in Kirchhellen.Fotos: Aileen Kurkowiak

Kirchhellen verliert Brautmodengeschäft: „Fräulein Wunder“ schließt nach fast zehn Jahren

Nach fast zehn Jahren schließt „Fräulein Wunder“ zum 30. September: Inhaberin Carola Biesenbach setzt ihren Fokus künftig ganz auf ihr Schmuckgeschäft

Kirchhellen -

Für viele Bräute war „Fräulein Wunder“ mehr als nur ein Brautmodengeschäft. Es war ein Ort, an dem die Suche nach dem perfekten Kleid mit persönlicher Beratung, Zeit und viel Herzblut verbunden war. Zum 30. September endet nun dieses Kapitel: Inhaberin Carola Biesenbach schließt ihr Geschäft nach fast zehn Jahren.

Entscheidung nie bereut

Als sie „Fräulein Wunder“ im Dezember 2017 eröffnete, erfüllte sie sich einen lang gehegten Traum. Statt überfüllter Verkaufsflächen erwartete die Kundinnen eine exklusive Auswahl an Kleidern, kombiniert mit individueller Beratung und einem Service, der weit über den Kauf eines Brautkleides hinausging. Dieses Konzept ging auf. Im Laufe der Jahre machte Carola Biesenbach unzählige Bräute glücklich und baute sich zugleich ein weitreichendes Netzwerk in der Hochzeitsbranche auf.

An mangelndem Erfolg liegt die Schließung ausdrücklich nicht. Dennoch habe sich die Branche verändert. Die Erwartungen vieler Brautpaare seien in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Hochzeiten würden heute bis ins kleinste Detail geplant und perfekt inszeniert, ein Anspruch, den Carola Biesenbach durchaus nachvollziehen kann. „Ich bin selbst auch so“, sagt sie schmunzelnd.

Ein echter Verlust für Kirchhellen: „Fräulein Wunder“ war ein Aushängeschild für Kirchhellen, das auch viele auswärtige Käuferinnen in das Dorf zog.

Um als Brautmodengeschäft sichtbar zu bleiben, sei allerdings ein immer größerer Aufwand nötig. Vor allem die Präsenz in den sozialen Medien koste Zeit und Energie. Gleichzeitig übernahm sie im November vergangenen Jahres das Schmuckgeschäft von Anne Gase und führt dieses seitdem erfolgreich unter dem Namen „Herrlich Gold“ weiter. Eine Entscheidung, die sie bis heute als richtig bezeichnet.

Verlust für Kirchhellen

Doch zwei Unternehmen gleichzeitig mit dem eigenen Anspruch an Qualität zu führen, sei auf Dauer nicht möglich. „Ich kann beidem einfach nicht gerecht werden“, sagt sie. Zwei Herzensprojekte jeweils nur zur Hälfte zu betreuen und dennoch 100 Prozent erreichen zu wollen, funktioniere nicht. Deshalb habe sie sich entschieden, das Kapitel Brautmode abzuschließen und ihre gesamte Aufmerksamkeit künftig dem Schmuckgeschäft zu widmen.

Für Kirchhellen ist das eine schlechte Nachricht. Das stilvoll gestaltete Ladenlokal am Eingang zur Dorfmitte war über Jahre hinweg ein Aushängeschild für den Ort. Gleichzeitig zog „Fräulein Wunder“ zahlreiche Kundinnen von außerhalb nach Kirchhellen und stärkte so auch den örtlichen Einzelhandel.

Ganz abgeschlossen muss die Geschichte allerdings nicht sein. Carola Biesenbach kann sich vorstellen, das Geschäft an eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu übergeben, inklusive Einrichtung, bewährtem Konzept und bestehendem Netzwerk. Wer schon immer von einem eigenen Brautmodengeschäft geträumt hat, könnte hier eine seltene Gelegenheit erhalten.

Der Zeitpunkt der Schließung ist bewusst gewählt. Bis zum Ende der diesjährigen Hochzeitssaison möchte Carola Biesenbach ihre Bräute noch persönlich begleiten. Für angehende Bräute bietet sich bis Ende September zudem noch eine besondere Gelegenheit: Die vorhandenen Brautkleider und Accessoires werden zu Aktionspreisen verkauft.

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Aileen Kurkowiak

Aileen Kurkowiak

aileen.kurkowiak@aureus.de

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