„In diesem Jahr haben wir 80 Parzellen vermietet. Darunter sind auch einige Hobbygärtner aus umliegenden Städten wie Gelsenkirchen und Recklinghausen“, erzählt Landwirt Burkhard Sagel.
Jetzt beginnt die Kohlzeit
Gemeinsam mit Henning Bloch kümmert sich der Kirchhellener Landwirt um das Projekt. Die diesjährige Saison begann Ende April und geht noch bis etwa Ende Oktober. Auch Kindergärten machen mit, um den Kleinen in jungen Jahren schon zu zeigen, dass Möhren eben nicht im Supermarkt wachsen. Es wird empfohlen, mindestens zweimal die Woche eine Stunde Zeit für die Pflege einzuplanen. „Hier hat sich eine richtige Gemeinschaft gebildet. Die Gärtner helfen sich untereinander und springen auch mal füreinander ein“, freut sich „Bauer Bu“.
Eine langanhaltende Dürrephase und Temperaturen bis zu 39 Grad haben diesen Sommer Einfluss genommen: „Einige der Gemüsepflanzen sind in die Notreife gegangen. Jetzt wird nicht mehr viel kommen. Es bleibt lediglich das Wintergemüse wie der Grünkohl, Rotkohl, Lauch und auch Kürbisse.“ Der große Vorteil des Mietgartens bei Sagel: „Wir haben eine Wasserleitung gelegt. Die Kunden können sich direkt am Wasserhahn bedienen und die Schläuche reichen über den gesamten Acker. So konnten die Beete auch bei der Hitze einfach und gezielt gewässert werden.“ Ein toller Nebeneffekt: Der Acker ist ein wahres Paradies für Insekten wie Kartoffelkäfer und aktuell Kohlweißlinge.
Rundum-Unterstützung für Anfänger
Mal abgesehen von den „herrlichen Temperaturen, für die viele Menschen extra in den Urlaub fahren“, sei der Ertrag auch in diesem Jahr wieder „wahnsinnig gut“ gewesen, freut sich der Landwirt. Neben dem Gärtnerteam direkt vor Ort, gibt es eine WhatsApp-Gruppe und einen hauptamtlichen Gärtner von „Meine Ernte“, die mit Tipps und Tricks den Mietgärtnern zur Seite stehen. Deshalb ist das Projekt auch ideal geeignet für Anfänger und Familien, die ihren Kindern die Landwirtschaft näherbringen wollen.
Toll findet Burkhard Sagel insbesondere, dass sich das Bewusstsein der Menschen verändert: „Wir sind gewohnt, dass immer alles im Supermarkt verfügbar ist. Das ist im Garten natürlich anders. Die Gärtner hier kommen wieder stärker an das ran, was wirklich ist – was natürlich ist. Hier gibt es keine Erdbeeren zu Weihnachten.“ Wer Interesse an einem Mietgarten hat, sollte sich möglichst früh kümmern, rät der Landwirt. Interessierte können sich unter www.meine-ernte.de bereits für die Anmeldephase auf eine unverbindliche Interessenliste eintragen lassen.