Kirchhellen
Foto: aureus GmbH - Aileen Kurkowiak
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Voller Erfolg der „etwas anderen“ 100 Stunden Aktion in Grafenwald

Lange bangten die Beteiligten, ob die Aktion überhaupt stattfinden kann - Die alternativen Ideen der Jugendlichen wurden von den Grafenwäldern gerne angenommen

Kirchhellen -

Not macht erfinderisch: Nicht nur, weil die Erlöse für den guten Zweck gespendet werden, sondern auch aus guter Tradition sollte die 100 Stunden Aktion trotz allem stattfinden. „Es ist schon traurig, dass es im Pfarrheim so leer ist, wobei die Geselligkeit ja eigentlich eine zentrale Rolle bei der Aktion spielt“, findet Nina Hasebrink, eine der Organisatoren.

Während sich maximal zehn Leute gleichzeitig im Pfarrheim aufhalten dürfen, werden die Auflagen strengstens eingehalten. Dennoch kommt der Spaß bei den Akteuren nicht zu kurz.

Nach zwei Jahren Ruhe endlich wieder Action

Die 100 Stunden Aktion der Grafenwälder Jugend lebt von den vielfältigen Angeboten der unterschiedlichen AGs. Die Aktionen wurden den aktuell geltenden Coronaregeln angepasst: Der Grillstand wurde zu einem Drive-In-Schalter umgewandelt. Hier gab es Pommes, Currywurst, Bratwurst sowie Nackensteaks und nicht zu vergessen Bier, Glühwein und Kinderpunsch zum Mitnehmen. Auch die beliebten Abholboxen sowie den Waffel- und Kuchenverkauf gab es erneut – nur eben zum Mitnehmen. „Die angebotenen Mahlzeiten zum Abholen oder Liefern wurden sehr gut angenommen“, erzählt Nina Hasebrink. „Zumindest wenn man die aktuellen Einschränkungen berücksichtigt. Es ist natürlich nicht komplett das gleiche. Während sonst rund 120 Mahlzeiten am Tag bestellt werden, sind es jetzt ungefähr 55. Aber wir sind froh, dass wir überhaupt etwas machen können. Denn in den vergangenen zwei Jahren konnte ja sonst gar nichts stattfinden.“

Foto: aureus GmbH - Aileen Kurkowiak
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Um die Auflagen ordnungsgemäß zu berücksichtigen, arbeitet die Jugend in einem Schichtdienst. Damit nicht zu viele Menschen auf einmal vor Ort sind, wird gewechselt. Zumindest ein erleichternder Faktor während der insgesamt 100 Stunden: In diesem Jahr gibt es keine Nachtschicht. Was jedoch nicht bedeutet, dass die Jugend nicht rund um die Uhr aktiv ist.

Läufer wie geplant von Berlin nach Grafenwald unterwegs

Eine ordentliche Strecke legten die Läufer für den guten Zweck zurück. Denn wie geplant gehen sie innerhalb der angesetzten 100 Stunden zu Fuß von Berlin nach Grafenwald. Das lässt staunen! Unter der Leitung von Florian Overbeck laufen die acht Jugendlichen sich auf der beachtlichen Route mit Sicherheit die ein oder andere Blase an den Füßen. Über die sozialen Medien wurden Interessierte über die Fortschritte und mit genügend Bildmaterial vom Weg versorgt. Ein PKW begleitet die Jugendlichen in Sichtweite und ist im Notfall sofort zur Stelle. „Schade ist, dass wir die Läufer am Ziel nicht wie gewohnt empfangen dürfen. Wir mussten das Ganze etwas an die Auflagen anpassen. In diesem Jahr muss die Begrüßung unter großem Abstand stattfinden“, so die Jugendleiterin Nina Hasebrink.

Und auch die Dienstleistungs-AG ackert für den guten Zweck

Während dem Aktionszeitraum vom 27. Dezember ab 8 Uhr bis zum 31. Dezember, 12 Uhr, hat die Dienstleistungs-AG dem ein oder anderen Grafenwälder unter die Arme gegriffen. Es wurden Hecken geschnitten, Bäume gefällt und zahlreiche Autos gewaschen. Erneut wurde vor allem die Autowasch-Aktion auf dem Parkplatz vor der Kirche gut angenommen.

Zeitpunkt der Scheckübergabe noch ungewiss

Alle Aktionen wurden nicht nur zum Spaß, sondern vor allem für den guten Zweck umgesetzt. In diesem Jahr gehen die Erlöse an zwei unterschiedliche Stellen: Ein Teil geht an den Verein Clownvisite. Ganz nach dem Motto „Lachen ist die beste Medizin“ unterstützt der Verein Kinder durch Musik und Spiel bei unangenehmen Nachrichten und Untersuchungen.

Der zweite Teil geht an den Bottroper Wunschzauberer. Dieser beschenkt zum Beispiel sozial benachteiligte Kinder zum Geburtstag und verteilt Süßigkeiten-Tüten in Bottroper Kindergärten.

Foto: aureus GmbH - Valerie Misz
Foto: aureus GmbH - Valerie Misz

Ralf Hoffbauer ist bereits seit 1984 als Schwimmtrainer für den TSG Kirchhellen tätig. In seiner Laufbahn hat er tausenden Kirchhellenern das Schwimmen beigebracht. Die Verantwortung verliert er dabei nie aus den Augen. „Es gibt keine Möglichkeit die Kurse zu verkürzen oder mehr Kinder aufzunehmen. Manchmal bekommen sie ihr Schwimmabzeichen erst nach zwei oder drei kompletten Kursen. Ein Kind mit Seepferdchen, das sich nicht traut zu schwimmen? Damit ist niemandem geholfen“, betont er.

Dass der Schwimmunterricht fest in der Schulausbildung verankert ist, überschätzen viele Eltern auch. Die Schule ist nicht dafür zuständig den Kindern das Schwimmen beizubringen. „Eltern müssen selbst dafür Sorge tragen, dass die Kleinen rechtzeitig die Grundlagen beherrschen und eine gewisse Sicherheit im Wasser erlernen. Nur Kinder, die bei uns angemeldet werden, können wir unterstützen“, erklärt Rebecca Grimm von der Schwimm-Vereinigung Bottrop. Vorschulkinder auf den Wartelisten werden aktuell priorisiert.

Tiefsitzende Probleme wurden durch die Pandemie verschärft

Für Lehrer der Schulen sei es eine Zumutung, ein Ding der Unmöglichkeit, im regulären Schulschwimmen Nichtschwimmerausbildungen vorzunehmen. Das weiß auch Schwimmmeister Karl Auschrat, der die Entwicklungen seit Jahren beobachtet. Während der Hoch-Zeiten der ersten Impfstrecke waren viele Mitarbeiter aus dem Kirchhellener Hallenbad im Impfzentrum angestellt. „Wir alle geben unser Möglichstes. Die Corona-Pandemie zeigt jetzt lediglich verschärft auf, was bereits seit langer Zeit ein Problem ist“, so der Kirchhellener.

Zu wenig Wasserzeiten für Schwimmschulen, zu wenig Schwimmlehrer und zu wenig Lehrschwimmbecken: Die Stadt Bottrop steht vor Herausforderungen. Ideen, die Situation zu entschärfen, gibt es kaum noch. Zumindest nicht auf die Schnelle. Ob aus den Herausforderungen eine Generation der Nichtschwimmer hervorgeht? Rebecca Grimm ist sich sicher: „Nein, es wird keine Nichtschwimmergeneration geben.“ Wichtig sei lediglich, dass Kinder und auch Eltern weiterhin Eigeninitiative ergreifen und sich rechtzeitig um die Schwimmausbildung der Nichtschwimmer bemühen.

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Aileen Kurkowiak

Aileen Kurkowiak

aileen.kurkowiak@aureus.de

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