Foto: Gundis Jansen-Garz

Die Welt der Frauen ist bunt

Ausstellung in der Bibliothek zeigt Kunstwerke von Frauen aus verschiedenen Kulturen

Gladbeck - Ein interkulturelles Mehrgenerationen-Malprojekt unter dem Motto „Die Welt der Frauen ist bunt“, das 2017 im Internationalen Mädchenzentrum stattfand, fand seinen Abschluss in einer Ausstellung in der Stadtbibliothek. Bei dem Projekt haben die Frauen unter Anleitung der iranischen Künstlerin Farzaneh Zaim ihre Themen und Lebensgeschichten auf Holzwürfel und Bilder gemalt. Die Ausstellung ihrer Werke zeigte in sehr beeindruckender Weise, wie die Persönlichkeit jeder Frau durch die Farben und die Motive zum Ausdruck kommt. Bei der Ausstellungseröffnung erzählten die Frauen ihre zum Teil sehr bewegenden Lebensgeschichten, die sich in den Exponaten widerspiegeln.
 

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Die Frauen präsentierten stolz ihre Werke in der Stadtbibliothek.
Foto: Gundis Jansen-Garz

Esther Montzka vom Internationalen Mädchenzentrum betont: „Es ist schön zu sehen, wie die Frauen an ihren Werken gewachsen sind. Ein wunderbares Projekt, das begeistert.“ Mit Blick auf das Motto der Ausstellung sagt sie weiter: „Die Welt der Frauen ist bunt – bringen Sie bitte Farbe ins Leben!“ Elif beispielsweise, eine türkische Frau, die seit langen Jahren in Deutschland lebt, ist durch ihre Kinder ans Malen gekommen. „Sie haben mir gesagt, ich solle das doch mal versuchen. Und nun sind die Ergebnisse da und alle sind begeistert. Mein Mann motiviert mich, auf jeden Fall weiterzumachen.“ Sie hat die Geschichte ihrer Eltern auf Leinwand gebracht: Das Paar, das sich damals nicht lieben durfte und dennoch Wege zueinander fand. Die Wege dieser Lebens- und Liebesgeschichte zeigt ein großformatiges Bild. Auf einem Würfel hat sie ihre eigene Geschichte und die ihres Mannes verewigt. Die Zeche, der Bergbau, die Kinder, der Garten, Blumen und die Halde – denn, so sagt sie: „Ohne die Halde und Zeche wären wir nicht da, wo wir sind.“ Rula aus Syrien liebt die Farben; ihre Bilder sind bunt, Blumen hauptsächlich, die in farbenfrohen Sträußen zusammengestellt sind. Und Larissa aus Tschetschenien hat Obst gemalt: „Ich liebe Obst und möchte das gerne als Stillleben darstellen.“ Überhaupt spielen Blumen im Leben der Frauen – egal, aus welchem Land, welcher Kultur und Religion – offensichtlich eine große Rolle. Angelica aus Italien verrät: „Als Italienerin bin ich extrem temperamentvoll und explosiv, das kommt auch in meinen Bildern zutage, je nach Laune sind sie völlig chaotisch und bunt mit Stimmung oder auch mal dunkler und ruhiger, wenn ich traurig bin.“ Ob das Projekt auch nach Abschluss der Ausstellung weitergeht, hängt von den Fördermitteln ab. Esther Montzka und  Farzaneh Zaim hoffen es. gj

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