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Foto: Lucas George Wendt / Unsplash
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Lesetipps für jeden Geschmack

Wir stellen Ihnen regelmäßig die aktuellen Buchtipps der Humboldt-Buchhandlung vor

Die Füße hochlegen, in fremde Welten eintauchen und einfach mal ausspannen? Mit einem guten Buch für viele ein guter Ausgleich zum oft stressigen Alltag. Viele haben ihre Lieblingsautoren, ihr Lieblingsgenre. Natürlich hilft auch die Internetrecherche auf der Suche nach einer passenden Lektüre weiter, aber ein Tipp von Menschen, die die Werke selbst gelesen haben, ist meist Gold wert.

Die Wut, die bleibt

Mareike Fallwickl, 22 Euro, rowohlt-Verlag, Rezension von Dagmar Hallay

Dieser Roman steigt brutal in seine Geschichte ein. Die dreifache Mutter Helene steht vom Esstisch auf, öffnet die Balkontür … und springt in ihre Erlösung – den Tod!

Was bleibt ist eine große Lücke für die, die zurückgelassen wurden. Als Leser ist man hautnah dran – an denen, die zurückgeblieben sind und daran, wie der Verlust verarbeitet wird. Da wären die 15-jährige Lola, ihre zwei jüngeren Brüder Maxi und Lucius, der Vater und Helenes beste Freundin Sarah. Im ersten Schock ist es für Sarah selbstverständlich zu helfen. Doch plötzlich findet sie sich in der Rolle von Helene wieder und schlüpft ohne es zu wollen in deren Leben. Denn sie hat ein eigenes Leben, ein Leben, das so anders ist, ohne Kinder und mit einem 10 Jahre jüngeren Mann, mit dem sie in ihrem Eigenheim als freischaffende Autorin lebt. Und ist sie den Anforderungen überhaupt gewachsen? Die kleinen Jungs, von denen einer nicht mehr spricht, und dann Lola, die sich immer mehr entzieht und ihren ganz eigenen Weg geht, um mit dem Verlust der Mutter klarzukommen. Der Vater, der sich nur in Arbeit flüchtet und so gut wie gar nicht mehr anwesend ist.
Mareike Fallwickl bringt es mit Präzision auf den Punkt, sowohl sprachlich als auch inhaltlich.

„Selten habe ich ein so aufwühlendes Buch gelesen, das die Rolle der Frau in der heutigen Gesellschaft widerspiegelt - nicht aller Frauen, aber schon sehr vieler - leider immer noch“, sagt Dagmar Hallay.

Die Wahrheit und andere Erinnerungen

Imbi Neeme, 22 Euro, Arche-Verlag, Rezension von Kathrin Allkemper

Sommer 1982: Als Tina nur kurz die Kontrolle über ihren Wagen verliert, ist es schon zu spät. Das Auto überschlägt sich, aber ihr und ihren Kindern passiert zum Glück nichts Schlimmes. Trotzdem ist dieser Tag irgendwie der Anfang vom Ende, zunächst vom Ende der Ehe zwischen Tina und Craig. Dieser wirft ihr vor, sie wäre alkoholisiert gefahren, da sie in letzter Zeit nur selten nüchtern war und generell einen Hang zum Alkohol habe. Nicole, die ältere Tochter, bleibt dennoch bei ihrer Mutter, Samantha geht zum Vater. Von da an entzweien sich die Mädchen immer mehr und ihr Verhältnis wird über viele Jahre schwierig bleiben. Während Nicole jahrelang ohne jeglichen Ehrgeiz ihr Leben laufen lässt, an den falschen Mann gerät und lange braucht, um zu sich und ihrem Glück zu finden, gründet Samantha schon recht früh eine Familie. Allerdings geht es ihr damit nur nach außen hin besser als ihrer Schwester. Durch den Tod der Mutter müssen sich die beiden nun wieder mehr mit sich auseinandersetzen und auch die gemeinsame Vergangenheit aufarbeiten. Rückblickend werden sie erkennen, dass sie sich an dieselben Situationen komplett unterschiedlich erinnern und dadurch viele Missverständnisse, Wut und Enttäuschung in ihrer beider Leben gebracht haben.

Dieser Debütroman erzählt von der Beziehung zwischen zwei Schwestern, die sich unter dem Einfluss einer alkoholsüchtigen Mutter jahrelang das Leben schwer gemacht und entzweit haben. Aber schließlich stellen sie sich ihren Dämonen. Fesselnd aus wechselnden Perspektiven erzählt, so dass man als Leser schon früh erkennt, dass die beiden Schwestern sich eigentlich sehr lieben, sich aber selbst oft im Weg stehen.

Bullet train

Kataro Isaka, 22 Euro, Hoffmann und Campe-Verlag, Kathrin Allkemper

Fünf Killer, die unterschiedlicher nicht sein könnten, reisen unabhängig voneinander in einem Hochgeschwindigkeitszug durch Japan. Der eine zitiert ständig Weltliteratur, der andere aus Thomas, die kleine Lokomotive. Unterschätzen sollte man sie dennoch nicht, denn sie sind gnadenlos. Die beiden bewachen eine wertvolle Geisel, die sie zuvor mit Gewalt befreit haben. Ein anderer Killer wird hingegen selbst zur Geisel eines mordlustigen Schülers mit Unschuldsmiene. Und ein weiterer, der als Pechvogel seiner Branche gilt, verfolgt ebenfalls einen Auftrag in diesem Zug. Aber nicht nur wegen ihm verlieren unterwegs mehr Menschen als geplant ihr Leben. Es tauchen immer neue Probleme auf und die Ausgangssituation scheint sich mit jedem Bahnhofshalt zu verändern. Zudem gibt es da noch einen Koffer voller Geld, den scheinbar alle wollen...

Der mit absurder Komik gespickte Thriller ist genauso rasant wie der Zug, in dem alles stattfindet.

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