© LouPe/ pixelio.de

Frischer Wind auf Mallorca

Verbote sollen in Palma de Mallorca für Ordnung und Sauberkeit sorgen – Abseits vom Party-Tourismus hat Mallorca jedoch viel zu bieten

Gladbeck - „Malle ist nur einmal im Jahr, Ole Ole und Schalalalalaa”, den Text dieses Ballermann-Hits von Peter Wackel hat wohl so manch' ein Party-Urlauber auf Mallorca zu wörtlich genommen. In der Hauptstadt Palma de Mallorca soll deshalb von jetzt an ein neuer Wind wehen. Dazu wurde gleich eine ganze Reihe von Verboten aufgestellt, die für ein gesittetes Benehmen der Urlauber und mehr Sauberkeit in der Stadt sorgen sollen.
 

7b719d92bdbd8f4248d2ca34ee41df9a.png
© Jürgen Reitböck / pixelio.de

Ein Verstoß gegen eines dieser Verbote kann mit einem Bußgeld von bis zu 600 Euro schon einmal teuer werden und die Urlaubskasse der Feierfreudigen überstrapazieren. Deshalb sollte man in Palma de Mallorca ab sofort beispielsweise darauf verzichten auf den Boden zu spucken, sich seines Kaugummis auf der Straße zu entledigen oder seine Notdurft dort zu verrichten, wo es einem gerade passt. Auch „zehn nackten Friseusen” wird man auf offener Straße oder in öffentlichen Verkehrsmitteln wohl nun nicht mehr über den Weg laufen, denn nackt oder nur mit einem Bikini oder einer Badehose bekleidet herumzulaufen steht ebenfalls auf der Verbotsliste. Gehwege, Parks oder Bänke sollten Urlauber in Zukunft nicht mehr dazu nutzen, um ihren Rausch auszuschlafen, denn auch hier winken Bußgelder. Ebenso sollte man doch lieber die Hoteldusche nutzen als sich in einem Brunnen zu waschen. Und beim Anbandeln mit Prostituierten auf offener Straße drohen den Freiern Strafen.

Die Liste der Verbote ist lang und geht noch weiter – So entsteht ein eindrucksvolles Bild von den Zuständen in Palma de Mallorca, die ans biblische Sodom und Gomorrha erinnern, nicht aber an ein idyllisches Urlaubsparadies. Dabei vergisst man schnell, dass Mallorca auch wirklich schöne Ecken abseits des Party-Tourismus zu bieten hat. Und mit nur etwa zweieinhalb Flugstunden ist die Balearen-Insel schnell erreicht und allemal einen Urlaub wert. Welche malerischen Orte die Insel zu bieten hat, lesen Sie auf den folgenden Seiten. Wer einen Badeurlaub verbringen möchte, ist auf Mallorca richtig. Viele malerische kleine Buchten, umgeben von hohen Felsen wie die Cala Deia an der Nordwestküste Mallorcas, aber auch lange Sandstrände wie die sauberen Strände in Paguera, einem beliebten Badeort an der Südwestküste, laden zum Schwimmen, Sonnenbaden oder auch zum Schnorcheln ein.
 

1ff0370141f2d84106bf63a4e72efa55.png
Traumhafte Buchten, wie die Cala Deia, laden zum Schwimmen und Schnorcheln ein.
© Katja Reichel / pixelio.de

Zu sehen gibt es genug auf Mallorca. Die Halbinsel Cap Formentor im äußersten Norden von Mallorca bietet atemberaubende Landschaften auf einer etwa zehn Kilometer langen und sehr schmalen Landzunge, die einen Besuch wert sind. Eine wunderschöne Passstraße führt durch die Natur zum Cap. An diesem abgelegenen Punkt steht ein Leuchtturm. Wer hier allerdings selbst mit dem Auto hinfahren möchte, braucht bei der kurvigen Strecke gute Nerven und Fahrkünste. Aber der einmalige Panoramablick ist die Mühe wert, denn man wird mit einer fantastischen Aussicht belohnt. Auch wunderschöne Buchten finden sich in der Nähe von Cap Formentor, beispielsweise die feinsandige Cala Pi.
 

0561c8b30a6b7b7d815379aaae4c2762.png
Der Rote Blitz ist eine historische Eisenbahn, die bereits seit 1912 von Palma de Mallorca nach Sóller fährt.
© Helmut Steiner / pixelio.de

Die schönen alten Gassen der Altstadt von Valdemossa unterhalb des bekannten Klosters in den mallorquinischen Bergen sollte man ebenfalls gesehen haben. Viele Cafés und Restaurants laden zum Verweilen ein. Wer in einem Restaurant halt macht, sollte dabei unbedingt die für Mallorca typische Paella probieren. Das Reisgericht aus der Pfanne gibt es mit den verschiedensten Zutaten wie Gemüse oder Meeresfrüchten. Neben köstlichem Essen, malerischen Gassen, einer einzigartigen Aussicht und traumhaften Badeorten hat Mallorca aber auch viele urige Fischerhäfen zu bieten, die zum Spazieren gehen an der Promenade einladen. Der Fischer- und Bootshafen Puerto de Sóller liegt beispielsweise in einer geschützten Bucht an der Nordwestküste von Mallorca. Die historische Eisenbahn, der Rote Blitz, bringt die Besucher vom Ort Soller im Hinterland zu dem wenige Kilometer entfernten Strand und Hafen Puerto de Sóller. Der Rote Blitz verbindet Sóller mit Palma de Mallorca bereits seit 1912. Auch für Wanderer bietet die Ballearen-Insel vielseitige Strecken mit zum Teil atemberaubenden Aussichten und wunderschöner Natur – durch Pinien-Wäldchen und vorbei an Orangen- und Olivenbäumen.

Eines wird deutlich: Mallorca hat mehr zu bieten als die Ballermannpartys in El Arenal. Auch wer malerische Badebuchten, spannende Wanderwege und schnuckelige Fischerorte mag, wird hier fündig. Gespannt darf man aber sein, wohin die ungehemmten Party-Touristen weiterziehen, wenn ihnen die lange Liste mit Verboten zu bunt wird. go

Diesen Artikel teilen:

Zurück