Schermbeck
Foto: Markus Walbrodt
Foto: Markus Walbrodt

Gahlener Storchennachwuchs

Vor kurzem wurde der Gahlener Storchennachwuchs zur Identifizierung beringt – Den kalten Monat Mai haben allerdings leider nicht alle Küken überlebt

Schermbeck -

In diesem Jahr hatte es in den Horsten des Heimatvereins Schermbeck Rekord-Nachwuchs von fünf Storchenküken gegeben. 2009 wurden vom Heimatverein am Kuhweg in Besten und im Heisterkamp Storchenhorste aufgestellt, seit 2019 können sich Naturliebhaber an einer jährlichen Aufzucht erfreuen. Die Küken sind nun fünf bis neun Wochen alt, was Anlass für die Beringung durch den LANUV (Michael Jöbkes) gab.

Mit einem von der Firma Engbergs zur Verfügung gestellten Hubsteiger erklommen der zweite Vorsitzende des Heimatvereins und Storchenexperte Markus Walbrodt sowie der professionelle Beringer Michael Jöbkes die Horste in Gahlen. Mit Ernüchterung mussten sie jedoch feststellen, dass zwei der insgesamt fünf Küken den zu späten Sommerstart nicht überlebt haben. „Im Mai war es noch nass-kalt – das vertragen Storche einfach nicht“, weiß Markus Walbrodt. Umso erfreulich war jedoch die Vitalität der drei verbliebenen Küken.

Erfolgreiche Aufzucht

Nachdem die Horste durch den Heimatverein 2017 renoviert wurden, erfreuen sich interessierte Beobachter und Naturliebhaber jährlich über den Nachwuchs der Störche. Um die Route und Population der Tiere zu überwachen, werden sie beringt und in einem zentralen Register aufgeführt. „Vorletztes Jahr ist ein Storch geschlüpft, der daraufhin in den Niederlanden gesichtet wurde, das ist schon toll“, erklärt Markus Walbrodt begeistert. „Unser Bindeglied zum Beringer ist Niels Ribbrock von der Biologischen Station Recklinghausen, der uns dann entsprechend einen Termin vermittelt. Da wir in den vergangenen drei Jahren Nachwuchs bei den Tieren zu verzeichnen hatten, musste die Beringung entsprechend einmal im Jahr stattfinden.“

Nachwuchs ist munter und gesund

Im August versammeln sich die Tiere und ziehen für den Winter von Dannen – ist es nach dem Winter wieder wärmer, kehren sie in der Regel zurück. Die Beringung wird durchgeführt, kurz bevor die Jungtiere flügge werden. Häufig – und auch in diesem Fall – wird die Akinese, der natürliche Todstellreflex, der Tiere genutzt, um sie ruhig zu halten. „Die Störche waren munter und gesund. Sie haben sich tot gestellt, das sollen sie in der Situation auch tun“, erklärt Storchenexperte Markus Walbrodt. Die Alttiere fliegen bei der Beringung vom Horst auf, kehren aber nach der Beendigung der Aktion schnell zu ihrem Nachwuchs zurück. Aus der Ferne beobachteten beide das Geschehen, liefen zwischen den weidenden Kühen hin und her und klapperten aufgeregt.

Besondere Namensgebung

Die Jungtiere haben in diesem Zuge auch ihre Namen erhalten. Erneut hat sich der Heimatverein dazu entschlossen, die Tiere nach bedeutenden Personen zu benennen: „Zu Beginn haben wir sie nach den Eigentümern der Felder benannt, auf denen die Horste stehen – jetzt haben wir uns für ganz besondere Persönlichkeiten des Heimatvereins entschieden“, erklärt Markus Walbrodt. „Die Tiere wurden Gerd, Willi und Anne getauft. Der erste nach dem Träger des Bundesverdienstkreuzes Gerd Becks, der 2020 leider verstarb und im Gahlener Ehrenamt eine tiefe Lücke hinterließ. Das zweite und dritte Jungtier nach dem Gründungsmitglied des Vereins Willi Erley und Anne Guilhaus, der langjährigen Leiterin der Laienspielschar.“  

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Aileen Kurkowiak

Aileen Kurkowiak

aileen.kurkowiak@aureus.de

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