Schermbeck
Foto: Privat - Schülerhilfe Schermbeck
Foto: Privat - Schülerhilfe Schermbeck

Schülerhilfe: Lockdown hinterlässt Spuren

Es scheint, als wären die schwierige Zeit an den Schulen vorüber – War der Online-Unterricht wirklich für alle Schüler so schlimm?

Schermbeck -

Carsten Wolberg beschäftigt sich bei der Schülerhilfe Schermbeck hauptsächlich mit Schülern, die ein wenig Unterstützung bei der Bewältigung des Schulstoffs benötigen. Blickt man auf das vergangene Jahr zurück, stellt sich die Frage, ob der Bedarf an Nachhilfe gestiegen ist. Der Nachhilfelehrer hat beobachtet: „Der Bedarf ist zurückgegangen.“ Aber woran liegt das?

Bei der Schülerhilfe Schermbeck werden qualifizierter Förderunterricht und Nachhilfe für alle Schulstufen von der Grundschule bis zum Abitur angeboten. Schon seit einigen Wochen läuft auch der Präsenzunterricht wieder vor Ort an der Mittelstraße 25-27. Doch das war nicht immer so: Genau wie bei den Schulen, konnte auch hier während des Lockdowns lediglich Online-Unterricht stattfinden. Wie diese Zeit des Homeschoolings für die Schüler war, wurde sehr unterschiedlich empfunden.

Rücksicht auf die Lockdown-Situation

Während die einen meinen, Schüler mit Defiziten würden mit noch größeren Schwierigkeiten zurückgelassen, meinen die anderen, die Anforderungen der Leitungen seien angepasst worden. „Also ganz eindeutig war der Bedarf an Nachhilfeunterricht deutlich geringer als zuvor“, meint Carsten Wolberg. „Es wurde von den Schulen und bei den Abschlussarbeiten definitiv Rücksicht auf die Lockdown-Situation Anfang des Jahres und im vergangenen Jahr genommen. Es wurde, so wie ich es mitbekommen habe, besonders darauf geachtet, dass niemand das Schuljahr wiederholen muss. Ich kenne außerdem auch niemanden, der sitzen geblieben ist. Die Situation ist ganz schwierig zu beurteilen und auf jeden Fall situationsabhängig zu betrachten. Sicherlich ist das alles von den Schulen und den unterschiedlichen Landkreisen abhängig. Aber auf definitiv war der Bedarf von Förderunterricht nicht so groß wie sonst. Dabei ist eigentlich im Januar angefangen bis zu den Sommerferien bei uns Hochsaison.“

Inzwischen mehr Möglichkeiten

Was zu Beginn der Homeschooling-Phasen noch viele Schwierigkeiten für Eltern, Schüler, Lehrer und auch Schulen barg, waren die technischen Möglichkeiten. Viele mussten sich erst mit der Umstellung arrangieren und mit Erschrecken feststellen, dass Online-Unterricht eine große Portion Eigeninitiative und Motivation erfordert. „Das war im vergangenen Jahr noch ganz schlimm, inzwischen hat sich das aber auch gut eingependelt“, findet der Nachhilfelehrer. Während des Lockdowns wurde auch bei der Schülerhilfe Online-Nachhilfeunterricht angeboten: „Am Anfang kannte ja noch niemand Zoom und ähnliche Anbieter zur Kommunikation über das Internet. Für uns war das während der Zeit der Schulschließung auch hilfreich, so konnten wir aus der Entfernung unterstützen, aber langfristig kann diese Technik uns auch noch einige Steine in den Weg legen“, macht Carsten Wolberg deutlich.

Abgelöst von der Technik?

Nach wie vor haben Schüler die Möglichkeit, Nachhilfe aus der Distanz zu erhalten: „Wir behalten das auch erst einmal bei, dass wir sowohl Online-Unterricht als auch Präsenzunterricht für unsere Nachhilfeschüler anbieten. Besonders die älteren Schüler nehmen das Angebot noch sehr gerne an – teilweise auch einfach aus Bequemlichkeit. So können die Schüler gemütlich im eigenen Zimmer sitzen und alles von zuhause aus machen. Wenn wir aber merken, dass es so nicht funktioniert und das Angebot ausgenutzt wird, weil sie einfach keine Lust auf Nachhilfe haben, dann kontaktieren wir in der Regel die Eltern und machen darauf aufmerksam, dass Unterricht vor Ort zielführender sein würde. In jedem Fall ist Präsenzunterricht besser als die Kommunikation aus der Distanz. Aber viele Online-Anbieter sind jetzt natürlich auf den Zug aufgesprungen und machen das Ganze einfach bequemer. Vielleicht wird es uns dann in einigen Jahren auch gar nicht mehr geben, weil diese Unternehmen bevorzugt werden – auch, wenn der direkte Kontakt eigentlich besser für die Schüler ist.“

Selbstverständlich ist es besser, je weniger Schüler überhaupt Nachhilfe benötigen und alleine mit dem Stoff und dem Lernpensum klarkommen – das findet auch Carsten Wolberg. Dennoch gibt er zu bedenken: „Auch wenn in diesem Jahr eigentlich alles ganz gut bei den Schülern geklappt hat, man darf nicht vergessen, dass wir uns in einer besonderen Situation befunden haben. Lücken, die bisher aufgrund von Rücksicht auf die Schüler nicht aufgetreten sind, können dann im folgenden Schuljahr dennoch auftreten.“

Für weitere Fragen und Informationen zum Nachhilfeunterricht kontaktieren Sie ganz einfach die Schülerhilfe Schermbeck telefonisch unter (02853) 83596851 oder besuchen Sie die Website www.schuelerhilfe.de/schermbeck.

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Aileen Kurkowiak

Aileen Kurkowiak

aileen.kurkowiak@aureus.de

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