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So weit die Füße tragen

Zum zweiten Mal lädt Rainer Kauczor zum 24-Stunden-Lauf rund um den Gevelsberg ein – Spenden fließen auch in zwei Rekener Projekte

Reken - Wenn am 14. September 2012 um 16 Uhr am Gevelsberg der Startschuss zum 24-Stunden-Lauf fällt, dann heißt das nicht nur, dass sich der Extremläufer Rainer Kauczor auf den Weg macht, um 24 Stunden für den guten Zweck zu laufen, sondern dann heißt das auch, dass alle Rekener und Besucher aus der Region eingeladen sind, Rainer Kauczor bei seiner Mission wortwörtlich ein Stückweit zu begleiten.
 

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Rainer Kauczor und Dietmar Schumacher, der zum ersten Mal im Leben 100 Kilometer lief.
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„Jeder ist willkommen mitzulaufen, zu joggen, zu walken oder zu spazieren. Ganz egal, ob groß oder klein, alt oder jung, schnell oder langsam. Jede Runde zählt“, sagt Rainer Kauczor. Denn das Autohaus Baumann beispielsweise spendet für jede gelaufene Runde einen Euro. Schon im vergangenen Jahr hat Oliver Sprungmann vom Autohaus Baumann die Veranstaltung gerne unterstützt und ist dabei sogar selbst an den Start gegangen. Diesem Vorbild folgen diesmal viele Firmen und Privatpersonen. Die Firma Rüter GmbH aus Bahnhof Reken zahlt beispielsweise für jeden Mitarbeiter, der am 24-Stunden- Lauf teilnimmt, 50 Euro in die Spendenkasse ein. Und auch die Gemeinde Reken ist mit von der Partie und unterstützt die Spendenaktion mit 5 Euro pro gelaufener Runde eines jeden Stadt-Mitarbeiters. Auf ein Startgeld wird auch in diesem Jahr verzichtet, dafür steht wieder eine Spendenbox bereit. „Der 24-Stunden-Lauf ist kein Wettkampf, sondern eine Laufveranstaltung, die vor allem Spaß machen soll.“ Daher kommt es auch nicht darauf an, wer die meisten oder schnellsten Runden läuft, sondern einzig und allein, dass nach einem Tag der Spendentopf prall gefüllt ist.
 

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Wolfgang Olthues mit der Startnummer 7 lief im vergangenen Jahr mit 171 Kilometern die weiteste Entfernung.
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Und trotzdem sind im vergangenen Jahr so einige über sich hinausgewachsen. „Die Atmosphäre ist einfach gigantisch. Ich bin selbst neun Runden gelaufen, dass hätte ich mir im Vorfeld nie zugetraut, aber immer wenn die Ziellinie näher rückte, hat man gedacht: Eine Runde geht noch“, erinnert sich Oliver Sprungmann. Gelaufen wird auch dieses Mal wieder über die bekannte Strecke, einmal rund um den Gevelsberg. 2,4 Kilometer lang ist eine Runde. Olaf Thon, ehemaliger Schalke-Spieler und Fußball-Nationalspieler, hat sich angekündigt und wird am Samstag um 13 Uhr auf der Strecke erwartet. Und auch Bewohner des Benediktushofs werden in diesem Jahr an den Start gehen. „Rollstühle und Rollatoren sind zugelassen“, sagt Rainer Kauczor. Und jeder Teilnehmer erhält natürlich eine Urkunde, die seine sportliche Leistung dokumentiert, denn die Anzahl der gelaufenen Runde und die Zeit werden festgehalten. Unterstützt wird Organisator Rainer Kauczor von den Lauffreunden aus Klein Reken. Zusätzlich ist das Rote Kreuz vor Ort und die Gemeinde kümmert sich um die Absperrung der Straßen. Die Flutlichtanlage am Sportplatz bleibt in der Nacht eingeschaltet. „Trotzdem empfehle ich jedem, der in der Nacht mitlaufen möchte, eine Stirnlampe und eine Warnweste mitzubringen.“
 

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Die Rekener LebensArt sponsert den Lauf von Björn Böhm, hier zu sehen mit seiner Lebensgefährtin Kirka Matzko, die ihn anfeuern wird.
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Der erlaufene Spendenbetrag wird in diesem Jahr unter drei Projekten aufgeteilt. So geht ein Teil der Spendensumme erneut an den ambulanten Kinderhospizdienst in Recklinghausen, der Familien und ihre erkrankten Kinder begleitet. Zudem werden auch zwei Rekener Projekte unterstützt. So soll die Antonius-Grundschule ein so genanntes „Grünes Klassenzimmer“ bekommen, in dem Natur erfahrbar gemacht wird. Zudem wird der Benediktushof bedacht. Hier soll mit einem Teil der Spenden ein integrativer Reit- und Spielenachmittag ausgerichtet werden.

Rekener LebensArt sponsert Björn Böhm Und auch die Rekener LebensArt unterstützt das sportliche Projekt gerne. Wir sponsern Björn Böhm. Er ist einer von mehreren Teilnehmern aus dem Benediktushof Maria Veen. Björn Böhm ist ein sportlicher Typ, der sich gerne und viel bewegt: „Ich mache jeden Tag etwas“, sagt er. Hallen-Fußball, Krafttraining im Trainings- und Therapiezentrum Benefit, Schwimmen und Nordic Walking gehören zu seinen regelmäßigen sportlichen Aktivitäten. Zusammen mit einigen Mitbewohnern und Betreuern ist er jeden Mittwoch mit Nordic Walking-Stöcken in Maria Veen unterwegs und nimmt auch an Volksläufen oder beim Rekener Triathlon teil. Nun freut er sich, dass er im September zusammen mit anderen Sportlern in Klein Reken für den guten Zweck laufen darf. Die Rekener LebensArt gibt 50 Euro zum Start von Björn Böhm in die Spendenbox und 50 Euro auch beim Zieleinlauf. Natürlich werden wir es uns nicht nehmen lassen, unseren Starter und all die anderen Läufer am Streckenrand ordentlich anzufeuern. gk
 

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Oliver Sprungmann (r.) unterstützt den 24-Stunden-Lauf mit einem Euro pro Runde.

Drei Fragen an: Rainer Kauczor

Herr Kauczor, wie ist die Idee zum 24-Stunden-Lauf entstanden?
Meine Lauf-Odyssee begann an meinem 45. Geburtstag. 2002 war ich erstmals bei einem Marathon dabei. Seit einigen Jahren nehme ich auch an den „verrückten“ Läufen dieser Welt teil, zum Beispiel am „Sibirien Ice Marathon“. Mit dem 1. Rekener 24-Stunden- Lauf habe ich mir einen Traum erfüllt. Dabei suche ich nicht nur die Herausforderung, sondern möchte auch helfen. Daher laufe ich auch in diesem Jahr wieder für das Kinderhospiz in Recklinghausen.

Haben Sie mit einem so großen Erfolg der Veranstaltung im vergangenen Jahr gerechnet?
17.000 Euro kamen bei dem Lauf im vergangenen Jahr zusammen. Mit dieser Summe hatte ich nicht gerechnet. Auch nicht, dass so viele zur Strecke kommen, mitlaufen oder einfach nur zum Anfeuern vorbeischauen. Unsagbare Unterstützung habe ich zudem von der Laufabteilung der Sportfreunde Klein Reken erfahren.

An welches Erlebnis von ihrem 24-Stunden-Lauf um den Gevelsberg erinnern Sie sich besonders gerne?
Da gibt es viele. Zum einen die Gruppe Jugendlicher, die nachts um 2 Uhr aus Haltern kam, um mit mir einige Runden zu drehen. Oder das Mädchen Saskia, das trotz körperlicher Behinderung eine Runde lang durchgehalten hat und sich damit einen Traum erfüllt hat, nämlich einmal bei einer Sportveranstaltung dabei zu sein. Gerne erinnere mich auch daran, dass der Rekener Feuerwehrmann Gianni Terrodde über sich hinaus gewachsen ist und 37 Runden bewältigt hat.

„Der 24-Stunden-Lauf ist kein Wettkampf, sondern eine Laufveranstaltung, die Spaß machen soll.“

 

 

Unseren Videobeitrag zum 24-Stunden-Lauf vom 14./15.09.2012 finden Sie hier.

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