Foto: Katrin Kopatz

Reiten in Gladbeck - Ein Hobby mit Anspruch

Wir stellen Ihnen heute den Reiterverein Gladbeck e.V. vor, der jüngst 90 Jahre alt wurde.

Gladbeck - Es ist insbesondere der Traum vieler Mädchen: das eigene Pferd. Reiten ist seit Jahrzehnten ein beliebtes Hobby, jedoch darf man den Sport nicht unterschätzen: „Die Tiere brauchen viel Pflege, der Stall muss sauber gehalten und die Pferde möchten regelmäßig bewegt werden“, weiß Monika Thünker. Sie ist seit 1981 im Reiterverein Gladbeck e.V. tätig und seit einigen Jahren im Vorstand. Mit 400 Mitliedern ist der Verein der zweitstärkste des Reiterverbandes Recklinghausen, worauf Monika Thünker besonders stolz ist. „Wir haben uns bewusst breitensportlich aufgestellt, womit wir auch viele Kinder ansprechen, die bereits mit sechs Jahren bei uns zu voltigieren anfangen.“

Der Reiterverein feierte im vergangenen Jahr sein 90jähriges Bestehen. Zu den Anfangszeiten wurde noch unter freiem Himmel in Wittringen geritten, heute nutzen die Mitglieder neben dem Außengelände an der Kirchhellener Straße auch zwei Reithallen. „Insbesondere in den Wintermonaten findet hier der Unterricht statt.“ Dafür ist eine Vollzeitkraft im Einsatz, die allen Reitanfängern – Kindern wie Erwachsenen – zunächst mithilfe des Longierens beibringt, das Gleichgewicht zu halten und richtig im Sattel zu sitzen. Auch die drei Gangarten stehen zu Beginn eines Reiterdaseins auf dem Lehrprogramm. Anschließend geht es dann in den Gruppenunterricht, in dem vier bis acht Pferde gemeinsam trainieren. Dabei kommen Schul- und Privatpferde zusammen, denn die 34 zur Verfügung stehenden Boxen sind mit 13 Schulpferden belegt, in allen anderen sind Privatpferde untergebracht. Jedes Mitglied darf sich jedoch über Vollpension für die Tiere freuen, was bedeutet, dass sie gefüttert werden, der Stall ausgemistet wird und die Pferde nach draußen gebracht werden. „Nur reiten müssen die Mitglieder selbst“, lacht Monika Thünker.

Erfolge schweißen zusammen

Foto: Katrin Kopatz

Wer sich für den Reiterverein Gladbeck entscheidet, genießt nicht nur die Vorteile der Vollpension, sondern auch die Möglichkeit, an Turnieren teilzunehmen. Dafür geht es im Vorfeld noch einmal verstärkt ins Training. Jedes Jahr finden ein Spring- und Dressurturnier, ein Voltigierturnier und ein PM-Cup (speziell für Schulpferde) statt. Im PM-Cup steht der Verein sogar aktuell im Finale. Monika Thünker: „Solche Erfolge schweißen noch mehr zusammen und zeigen, dass der Unterricht so, wie wir ihn anbieten, effektiv ist.“ Bei den Wettkämpfen geht es natürlich darum, zu beweisen, dass man als Reiter die Pferde kontrollieren und führen kann, aber auch Bodenarbeit ist wichtig. So müssen die Reiter beispielsweise Fragen zur Abstammung der Tiere beantworten und sie anschließend vorführen. „Das setzt voraus, dass sich die Teilnehmer intensiv mit den Pferden auseinandersetzen und die Tiere auch kennenlernen.“

Viele Veränderungen

Für den Einstieg in den Reitsport und das Voltigieren müssen Interessierte zunächst mit einem Platz auf einer Warteliste rechnen: Die Mitgliederzahl ist seit Jahren etwa gleichbleibend, jedoch sei die Fluktuation gerade bei den sehr jungen Mitgliedern hoch. Das erklärt sich die Vereinsvorsitzende unter anderem damit, dass sich das Freizeitverhalten der Kinder in den vergangenen Jahren stark verändert habe: „Schon Grundschüler sind bis nachmittags in der OGS. Früher haben wir Training ab 14.30 Uhr angeboten, heute können die meisten vor 16 oder 17 Uhr gar nicht herkommen. Das macht vieles schwieriger.“ Hinzu komme ein nachlassendes Engagement im Ehrenamtsbereich, denn ein Verein trägt sich eben auch mithilfe vieler Hände, die mal eben mit anpacken – und das ist im Reitsport auf jeden Fall vonnöten: Insbesondere vor Turnieren gilt es Hindernisse aufzubauen, die Tiere herzurichten und zu ihrem Einsatzort zu fahren. Es geht um Hilfe beim Verkauf von Kuchen oder Getränken sowie um generelle Unterstützung für alle Teilnehmer. „Das kommt leider immer wieder zu kurz. Wir als Verein müssen uns also ständig neu organisieren, um alles am Laufen zu halten.“

Gemeinsame Aktionen

Monika Thünker steht den Reitfreunden gerne mit helfenden Händen zur Seite. Foto: Katrin Kopatz

Doch das Reitvereinsleben bedeutet nicht nur große Verantwortung, Ställe ausmisten und Pferde striegeln. Es bedeutet auch gemeinsame Erlebnisse, Ziele und Erfolge. „Wer einmal zum Reiten gekommen ist, der bleibt diesem Hobby in der Regel treu.“ Die Mitglieder kennen sich, viele sind befreundet und so freuen sich alle natürlich auch auf die zahlreichen gemeinsamen Aktionen, wie den Herbstritt mit Übernachtung oder den großen Reiterball, der alle zwei Jahre vom Verein organisiert wird. Denn Reiten ist auf seine Art anstrengend, man sollte keine Angst haben, sich schmutzig zu machen, schiebt Schubkarren beladen mit Mist über das Gelände und schleppt Futter heran. Das ist harte Arbeit. „Aber der Umgang mit den Tieren macht auch unglaublich viel Spaß. Man bekommt so viel zurück, ist draußen an der Luft und in Bewegung. Ich für mich kann mir kein schöneres Hobby vorstellen.“ ko

Weitere Informationen zum Verein und den Angeboten sind auf der Website unter www.reiterverein-gladbeck.de zu finden.

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