Wer soll das bezahlen?

Der Gemeinderat Schermbeck debattiert aktuell über die Erhebung von Gebühren für den Rathausplatz

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Die Gartenmesse Stil & Art wird wohl zum letzten Mal ihre Pforten in Schermbeck öffnen.

Was wäre der Schermbecker Veranstaltungskalender ohne die Gartenmesse Stil & Art, ohne das Gourmetfest Schermbeck genießen? Antworten darauf sollten sich die Schermbecker schon einmal überlegen, denn zumindest für Stil & Art wird es voraussichtlich die letzte Veranstaltung auf Schermbecker Boden sein. „Wir sind enttäuscht“, sagt Organisator Winfried Wirtz und spielt damit auf das Misstrauen an, das den Veranstaltern der Gartenmesse derzeit entgegengebracht wird. Diskussionsgrundlage ist der anhaltende Streit um die Erhebung von Gebühren für den Rathausplatz. So fordern SPD, Grüne, FDP, USWG und BfB die Erhebung von Gebühren, während die CDU diesen Antrag ablehnt.

„Wenn wir für den Rathausplatz Gebühren erheben, dann müssen wird dies für das gesamte Gemeindegebiet tun. In der Vergangenheit ist der Antrag immer wieder gescheitert, weil sich die Eigentumsverhältnisse nicht klären lassen konnten“, sagt Klaus Schetter von der CDU. Beispielsweise verweist der Vorsitzende der CDU Fraktion dabei auf die Mittelstraße. „Sollen wir hier Gebühren erheben, weil ein Geschäftsmann einen Werbeständer vor die Tür stellt?“ Und wie steht es mit dem Kilian Schützenfest oder Veranstaltungen auf dem Mühlenteich-Platz in Gahlen? Muss der MGV bald zahlen, weil er hier sein Pfingstsingen veranstaltet?

Schade findet Klaus Schetter vor allem, dass man durch solche Diskussionen funktionierende Veranstaltungen kaputt redet. Doris Schiewer, Fraktionsvorsitzende der SPD, hingegen argumentiert: „Wir können nicht weiterhin mit zweierlei Maß messen. Es kann nicht sein, dass für einen Flohmarkt Nutzungsentgelte bezahlt werden müssen und für eine kommerzielle Gartenmesse nicht.“ Um einheitliche Richtlinien zu schaffen, plädiert die SPD für eine Satzung, die, wie für das soziokulturelle Zentrum im Rathaus, entsprechende Gebührensätze festlegt.

 

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Das Gourmetfest Schermbeck genießen würde nächstes Jahr sein zehnjähriges Jubiläum feiern.

Dazu habe die Verwaltung ihre Schulaufgaben zu machen. „Ein enormer Verwaltungsaufwand, der dafür betrieben werden muss“, sagt Klaus Schetter von der CDU. „Wir können nicht von den Bürgern an allen Ecken und Enden Gebühren verlangen und von Gewerbetreibenden nicht“, so Doris Schiewer. Entsprechende Mehrkosten müssten dann eben auf die Aussteller umgelegt werden. „Außerdem fallen beim Bauhof für die Messe 54 Arbeitsstunden und 30 Maschinenstunden an, das muss doch bezahlt werden“, sagt die SPD-Frau.

Für die diesjährige Haus- und Gartenmesse sind die Verträge jedoch längst unterschrieben. „Bürgermeister Ernst-Christoph Grüter hat uns für dieses Jahr Planungssicherheit gegeben, so dass die Veranstaltung im gewohnten Rahmen stattfinden kann“, sagt Veranstalter Oliver Wirtz. Schon jetzt haben bereits wieder zahlreiche Aussteller ihr Kommen zugesagt. „Wir gehen davon aus, dass die örtlichen Hotels an diesem Wochenende der Messe wieder ausgebucht sind, zahlreiche Besucher nutzen den verkaufsoffenen Sonntag, um über die Mittelstraße zu schlendern und hier einzukaufen und sich nach dem Messebesuch vielleicht noch bei den hiesigen Gastronomen niederzulassen. Wenn das nicht Wirtschaftsförderung ist, dann weiß ich auch nicht“, sagt Winfried Wirtz.

Und während Schermbeck noch streitet, klopfen andere Städte bereits an die Türen der Event-Agentur. Gespräche mit Dorsten liefen bereits. Hier könnte die Gartenmesse im kommenden Jahr auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Fürst Leopold stattfinden. Schermbeck hätte dann ein Fest und auch ein Aushängeschild weniger. Für den Erhalt des Gourmetfestes Schermbeck genießen wollen die Veranstalter von Wirtz Design jedoch weiterhin kämpfen. „Das Gourmetfest hier in Schermbeck liegt uns besonders am Herzen und darum werden wir alles daran setzen, dass wir hier im kommenden Jahr das zehnte Fest feiern und genießen können“, sagt Oliver Wirtz. Die weiteren Debatten im Gemeinderat werden zeigen, ob und in welcher Form das Fest den Schermbeckern letztlich erhalten bleibt. GK

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