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2019 – Das Jahr der Veränderung in Kirchhellen

Stadt Bottrop investiert in den Ortsteil Kirchhellen – Baustellen werden das Ortsbild prägen – Erschließungs- und Ausbaumaßnahmen stehen an – Gewerbegebiete entstehen neu

Die Kirchhellener dürfen in den kommenden Monaten einige Baumaßnahmen im und ums Dorf erwarten. Foto: © johnnypicture / Fotolia.com

Kirchhellen - Große Maßnahmen werfen ihre Schatten voraus. In den kommenden Monaten wird in Kirchhellen gebaut, saniert und neu entwickelt – und das nicht nur von Privaten, und auch nicht nur im Neubaugebiet Schultenkamp. Die Stadt Bottrop treibt, nicht zuletzt auch auf Betreiben der Kirchhellener Bezirksvertretung, zahlreiche Maßnahmen voran, die die Infrastruktur Kirchhellens verbessern und dem Gewerbe im Ort neue Entwicklungsmöglichkeiten geben sollen.
Zuletzt stellte Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler die städtischen Pläne im Kulturzentrum Hof Jünger beim Neujahrsempfang der Kirchhellener Werbegemeinschaft Vertretern aus Handel, Handwerk und Unternehmerschaft vor und drückte dabei den Willen der Stadt aus, die Infrastruktur in Kirchhellen weiter verbessern zu wollen. Besonders positiv bewerteten dabei die rund 60 Gäste des Empfangs die anstehenden Erschließungsmaßnahmen des neuen Kirchhellener Gewerbegebietes Pinntal sowie des Grafenwälder Pendants Brandenheide, das sich bereits in der Vermarktung befindet. Auch im Fall Pinntal können sich Interessenten bei der Stadt melden. Der Oberbürgermeister hat den Kauf der Fläche Pinntal abgeschlossen. Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder betont dazu: „Auch die Initiative von Mitgliedern der Bezirksvertretung führte dazu, dass die vor Jahren festgefahrenen Verkaufsgespräche wieder aufgenommen wurden und zum Abschluss kamen. Mit dem Ergebnis sind wir jetzt zufrieden.“ Zusätzlich investiert die Stadt Bottrop jetzt mehr als 300.000 Euro in die Erschließung der beiden Flächen.

Der Oberbürgermeister und die Bezirksvertretung Kirchhellen haben immer wieder darauf gedrungen, zusätzliche Flächen für die Neuansiedlung von Gewerbe zu schaffen, um die Entwicklung der Kirchhellener Betriebe zu unterstützen. In vielen Fällen stoßen alteingesessene Kirchhellener Familienbetriebe immer wieder an ihre räumlichen Grenzen. Nachdem in der jüngeren Vergangenheit einzelne Unternehmen aus der Not heraus in die umliegenden Städte und Gemeinden abgewandert sind, soll das Raumproblem nun nachhaltig angegangen werden.

„Gewerbetreibende können sich bei uns gerne melden, wenn sie Interesse an einem Grundstückskauf haben“, betont Oberbürgermeister Bernd Tischler. Entgegen anders lautender Informationen haben Interessenten, die sich jetzt noch melden, durchaus Chancen zum Zuge zu kommen. Die Stadt Bottrop hat für den Verkauf der Gewerbeflächen einen Kriterienkatalog erstellt, der wichtige Parameter beinhaltet, die dafür sorgen, dass nicht unbedingt der Meistbietende den Zuschlag erhält. Im Laufe des Jahres soll die Vermarktung abgeschlossen sein, für das kommende Jahr 2020 wird mit der Bebauung gerechnet.

Für Gewerbetreibende attraktiv sein könnte auch ein weiteres städtisches Projekt: Auf dem Gelände von Prosper IV an Schacht 9 in direkter Nachbarschaft zur Straße Vossundern in Grafenwald plant die Stadt Bottrop die Ansiedlung eines attraktiven Gewerbebetriebes als Auftakt für die gewerbliche Nachnutzung der Gesamtfläche. Nach Auskunft der Stadt wird derzeit die vorgezogene Veräußerungsbereitschaft mit der RAG abgestimmt. Die Fläche ist im Flächennutzungsplan als gewerbliche Baufläche dargestellt und unterliegt nicht der Bergaufsicht. Sofern keine innere Erschließung benötigt wird, ist keine Aufstellung eines Bebauungsplans erforderlich, so dass eine vorzeitige Nachnutzung von Bergbauflächen an dieser Stelle möglich werden kann.
Nachhaltig angegangen werden nun auch die lange ersehnten Straßenausbaumaßnahmen. Mit rund 2,14 Millionen Euro fällt dabei die Investition in die Grafenwälder Schneiderstraße am höchsten aus. Die in den vergangenen fünf Jahren häufig diskutierten Erneuerungspläne sollen nun in die Tat umgesetzt werden. Den Grafenwäldern wird diese Maßnahme längere Zeit zur Last fallen, immerhin wird nicht nur die Straße als solche erneuert, auch die Kanalisation wird auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Nicht nur in diesem Zusammenhang wirbt Oberbürgermeister Bernd Tischler für Geduld und Nachsicht. „Am Ende der Bau- und Sanierungsmaßnahmen steht für die ganze Bürgerschaft etwas Positives, das mehrere Jahrzehnte Bestand haben wird.“ Für Bezirksbürgermeister Ludger Schneider gilt es, die Interessen von Anwohnern und Gewerbetreibenden im Blick zu behalten: „Ich wünsche mir gerade bei den Straßenbaumaßnahmen auf der Schneiderstraße den offenen Dialog zwischen Stadtverwaltung und Gewerbetreibenden. So lassen sich tragbare Kompromisse zur Erreichbarkeit der einzelnen Geschäfte während der Bauphasen sicherlich erarbeiten.“ Gleichzeitig weist der Bezirksbürgermeister in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Hans-Söller-Platz nicht für die Lagerung von Baumaterialien zur Verfügung steht. In der gesamten Bauzeit sind Veranstaltungen auf dem Platz geplant, die nicht ausweichen können.

Einhergehend mit der Realisierung des Wohnbaugebietes Schultenkamp zwischen Rentforter Straße, Hackfurthstraße und Dorfheide werden auch dort Baustellen für Engpässe sorgen. Während die Dorfheide mit Mitteln in Höhe von 700.000 Euro ausgebaut wird, soll das „Trümmerfeld“ Hackfurthstraße beginnend an der Kreuzung Rentforter Straße in Richtung Horsthofstraße für 1,5 Millionen Euro in einen vorzeigbaren Zustand versetzt und dabei die Kreisverkehre auf Höhe Kirchhellener Ring und Horsthofstraße angelegt werden.

Die teuerste Erschließungsmaßnahme aber betrifft ebenfalls den Bereich der neuen Wohngebiete. Am Tappenhof verbaut die Stadt Bottrop rund 600.000 Euro in Straße und Struktur.

Auf Sicht von einem Jahr soll auch an der Holthausener Straße gebaut werden. Westlich der Bottroper Straße plant die Stadt aktuell eine wohnbauliche Entwicklung von rund 20 Wohneinheiten im Hinterland der Bottroper Straße. Auf Drängen der Bezirksvertretung Kirchhellen soll hier ein Baustil gefunden werden, der sich auch optisch verträglich in die Landschaft einfügt. Eine entsprechende Zusage der Stadt gibt es. Die Fläche hatte vor gut zweieinhalb Jahren für Aufmerksamkeit gesorgt, als dort im Zuge der Planung der Ansiedlung von Flüchtlingen in einer Schnellaktion ein nicht unbeträchtlicher Baumbestand gerodet wurde. „Dies hat, wie auch die frühzeitige Fällung der Bäume auf der Schneiderstraße zu viel Unverständnis in der Bevölkerung geführt. Gerade mit diesem Hintergrundwissen ist es für mich nicht nachvollziehbar, dass nicht für alle gefällten oder entfernten Bäume auf anderen Straßen sofort Ersatzpflanzungen durchgeführt worden sind“, wartet Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder noch auf eine Reaktion aus dem Rathaus. „Jeder Privatmann wird dazu verpflichtet. Die Stadt dagegen muss erst überzeugt werden.“ Der Aufstellungsbeschluss ist hier gefasst, der für die Bebauung an der Holthausener Straße notwendige Satzungsbeschluss soll Mitte dieses Jahres folgen.

Auch an der Horsthofstraße wird sich zeitnah etwas tun. Auf der Fläche des alten Montessori-Kindergartens soll nicht nur eine neue Kindertagesstätte entstehen. Als Hinterlandbebauung sind zudem vier Reihenhäuser geplant. Die Fläche wurde bereits öffentlich ausgeschrieben und an die städtische Wohnungsbaugesellschaft GBB vergeben. Für die Fertigstellung des Projektes ist hier der Sommer 2020 vorgesehen.

Für alle Straßenbauprojekte auf Kirchhellener Gebiet betont Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder die Notwendigkeit, den Glasfaserausbau im gesamten Stadtbezirk zu unterstützen. „Ich habe schon mehrfach in schriftlicher Form gefordert, dass der Ausbau vorangetrieben wird. Bei jeder Straßenbaumaßnahme, sei es z.B. bei der Verlegung von Druckleitungen, aber jetzt auch beim Ausbau von Dorfheide, Tappenhof, Hackfurthstraße, Schneiderstraße usw. müsste ein Glasfaserkabel mit verlegt werden, Minimum sollte ein Leerrohr sein. Kleinere Gemeinden und Städte im näheren Umkreis machen es uns schon lange vor. Dies sollte man von einer Stadt, die sich Innovation City nennt, erwarten können.“

In unserer Region warten also interessante Wochen und Monate auf uns, in denen sich das Bild des Ortes an vielen Stellen nachhaltig verändern wird. om

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