Foto: © Rainer Sturm / pixelio.de

Ran an die Schaufel!

Damit Garten und Balkon im Sommer zur Wohlfühl-Oase werden, müssen Hobbygärtner schon im Frühjahr jede Menge Arbeit erledigen

Kirchhellen - Die ersten Sonnenstrahlen kitzeln die Haut, Igel, Haselmaus und Co. verlassen ihre Schlafstätten und eine bunte Blütenpracht verzückt das Auge. Es ist nicht zu übersehen: Der Lenz ist da! In der Natur grünt, blüht und fruchtet es nun wieder; zudem locken milde Temperaturen Sonnenfreunde an die frische Luft. Wer sich dieser Tage im Garten aufhält, wird die Magie des Frühlings möglicherweise noch nicht erkennen, denn Frost, Schnee und Sturm haben dort während des Winters Spuren hinterlassen. Damit man die Garten-Saison schon bald mit allen Sinnen genießen kann, sollte die Freizeit-Oase hinter dem Haus nun wieder auf Vordermann gebracht werden.
 

0ec7df724d246a969cbe5359b7841535.png
Foto: © Ruth Rudolph / pixelio.de

Überblick verschaffen

Bevor gebuddelt, gemäht und geschnitten wird, sollten sich Hobbygärtner einen Überblick über die anstehenden Arbeiten verschaffen und sich gegebenenfalls einen Plan zurechtlegen. Damit ordentlich gearbeitet werden kann, ist es besonders wichtig, den Zustand der Werkzeuge zu kontrollieren und gegebenenfalls neue Arbeitsgeräte zu besorgen. Zu den benötigten Utensilien zählen Spaten, Hacke, Schaufel, Rechen und Schere. Wer große Rasenflächen hat, sollte checken, ob der Rasenmäher einsatzbereit ist.

Blumen pflanzen

Möchte man im Sommer eine schöne Blütenpracht betrachten, muss man jetzt schon mit dem Pflanzen beginnen. Zunächst sollten aber die Beete vorbereitet werden: Das Unkraut wird entfernt, die Erde gedüngt und mit einer Harke aufgelockert. Welcher Dünger für die jeweilige Pflanze geeignet ist, sollten Hobbygärtner im Fachhandel erfragen. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, Bodenproben in eine landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt oder in ein privates Labor zu schicken, um mehr über den pH-Wert oder den Phosphat- und Kaligehalt zu erfahren. Ist der Boden vorbereitet, können die Blumenzwiebeln und -knollen gesetzt werden. Ob bunt oder einfarbig, groß oder klein – Hobbygärtner haben bei der Suche nach den richtigen Blumen die Qual der Wahl. Während in den vergangenen Wochen nur winterharte Blumenzwiebeln gepflanzt werden konnten, dauert es nun nicht mehr lange, bis die frostempfindlichen Knollen und Zwiebeln an der Reihe sind. Bei vielen Gärtnern stehen jetzt beispielsweise die sommerblühenden Gladiolen an erster Stelle der Beliebtheitsskala. Da es bis zu den Eisheiligen noch Nachtfrost geben kann, sollten empfindliche Sommerblüher aber erst Mitte Mai gepflanzt werden. Dazu zählen unter anderem Dahlien, Lilien und Montbretien. Auch im Gemüsebeet werden dann die frostempfindlichen Sorten wie Bohnen, Gurken, Tomaten, Paprika, Auberginen oder Sellerie gesät und gepflanzt.
 

a49314b97d812d71fbda07533bccb3c7.png
Foto: © BettinaF / pixelio.de

Sträucher schneiden

Immergrüne Hecken sollten im Frühjahr geschnitten werden. Das gilt ebenfalls für Sträucher, bei denen man nun die ältesten Äste an der Basis entfernt, sodass sie in Form gebracht und verjüngt werden. Zwei Drittel aller Triebe bleiben stehen; nach innen wachsende und sich kreuzende Seitentriebe werden abgeschnitten. Sträucher sollte man übrigens alle drei Jahre lichten. Stauden und Rosen werden nun ebenfalls zurückgeschnitten.

Rasen pflegen

Ein gepflegter Rasen ist der Traum eines jeden Gartenbesitzers. Damit das Gras ordentlich sprießt und im Sommer in sattem Grün erstrahlt, muss man den Halmen aber ein wenig Zeit widmen. Zunächst ist es wichtig, auf dem Rasen für Ordnung zu sorgen: Laubreste, Baumfrüchte oder Äste müssen entfernt werden, um das Faulen des Grases zu verhindern und dem Boden das Durchatmen zu ermöglichen. Im Anschluss kann der Rasen vertikutiert werden: Diese Maßnahme löst Moos und Filz, sodass die Graswurzeln mehr Sauerstoff bekommen. Außerdem kann Regenwasser besser abfließen und Staunässe, in der sich Moose, Algen und Pilze besonders wohlfühlen, wird verhindert. Treten kahle oder ausgedünnte Flächen auf, müssen Rasensamen gesät werden. Nach einer kurzen Ruhephase geht es dann ans Düngen – am besten mit einem Langzeitdünger, der die Nährstoffe erst nach und nach freigibt. Sobald der Rasen getrocknet ist, kann gemäht werden. Dabei empfehlen Experten, den Hausrasen nicht kürzer als drei Zentimeter zu schneiden. Haben sich grau-braune Flecken gebildet, liegt vermutlich Schneeschimmel vor. Es handelt sich um einen Pilz, der bei andauernder kühler Feuchtigkeit im Rasen gedeiht. Die Stellen heilen in der Regel wieder ab, wenn es wärmer wird. Beschleunigt wird der Prozesse durchs gründliche Vertikutieren und das Entfernen betroffener Flächen.
 

c72a18c03471f67f00c7d30b78d52b8b.png
Foto: © Helene Souza / pixelio.de

Moos beseitigen

In diesen Tagen stoßen nicht wenige Hobbygärtner bei der Rasenpflege auf Moos. Verantwortlich dafür können beispielsweise zu viel Schatten, Feuchtigkeit, Nährstoffmangel, Pflegefehler oder ein zu saurer Boden sein. Weit verbreitet ist die Annahme, dass Eisendünger gegen das Problem hilft – das ist aber nicht immer der Fall. Viele Experten raten sogar von der Nutzung des Mittels ab, da es giftig ist und den pH-Wert des Bodens senkt. Das schadet dem Rasen, dem Moos jedoch nicht. Besser ist es deshalb, Moosvernichter ohne Eisen-II-Sulfat zu verwenden. Wenn das Moos nach einer Woche abgestorben ist, kann der Boden gründlich vertikutiert werden, um es zu entfernen.

Pflanzenkübel austauschen

Sensible Kübel­pflanzen benötigen jetzt ganz besondere Pflege. Bevor sie wieder an die frische Luft dürfen, müssen alte Triebe zurückgeschnitten werden – sie benötigen den sogenannten Verjüngungsschnitt. Wegen des einsetzenden Triebwachstums heilen die Schnittwunden im Frühjahr besonders zügig. Im Anschluss geht es ans Umtopfen: Der neue Topf sollte im Durchschnitt zwei bis drei Zentimeter größer sein, als das alte Behältnis. Wichtig ist zudem, dass dieser über ein Abzugsloch für überschüssiges Wasser verfügt. Hat man den Topf mit heißem Wasser ausgespült und ordentlich abgeschrubbt, sollte das Abzugsloch zunächst mit einer gewölbten Tonscherbe verdeckt werden. Im Anschluss wird das untere Drittel des Topfes mit Erde aufgefüllt. Die Pflanze zieht man dann ganz behutsam aus dem alten Topf. Wurzeln, die durch das Abzugsloch gewachsen sind, schneidet man einfach ab. Der Wurzelballen wird nun im Kübel platziert; diesen füllt man mit Erde auf. Zum Schluss wird die Pflanze ordentlich gegossen. Ein Umtopfen ist übrigens nicht in jedem Jahr notwendig. Doch spätestens wenn die Wurzeln an der Erdoberfläche sichtbar werden oder aus dem Topf herauswachsen, kann der Gärtner sicher sein, dass der alte Topf zu klein geworden ist. Hat sich auf der Erde eine weiße Kruste gebildet, deutet das auf eine Versalzung hin – auch dann ist ein Umtopfen notwendig. Pflanzen, die nicht umgetopft wurden, müssen mit Dünger versorgt werden. Die „Sensibelchen“, die im Haus überwintert haben, sollte man aber nicht direkt in die Sonne stellen. Damit sie keinen Schock bekommen, empfehlen Gartenexperten, das langsame Abhärten der Pflanzen. Dafür werden sie tagsüber an einem schattigen Platz abgestellt und nach einiger Zeit wieder ins Haus geholt, sodass sie sich langsam an das Licht gewöhnen können.
 

331479d697b05259a56de7a07bc34cd3.png
Foto: © Angelika Wolter / pixelio.de

Balkonpflanzen setzen

Auch kälteempfindliche Balkonpflanzen wie Geranien, Margeriten oder Begonien können nach den Eisheiligen wieder gepflanzt werden. Nachdem Blumenkästen und -töpfe gereinigt wurden, füllt man eine Drainageschicht aus Blähton hinein. Diese sorgt dafür, dass Wasser sich nicht in der Erde staut. Darüber wird ein Trennvlies gelegt, das verhindert, dass die Erde in die Drainageschicht eingeschwemmt wird. Die nächste Schicht besteht aus Blumenerde, die mit Langzeitdünger versetzt werden kann. Im Anschluss nimmt man die Pflanzen aus den Kunststoffbechern und setzt sie in die Kästen. Dabei sollte man darauf achten, dass die Wurzelballen der vorgezogenen Pflanzen schon gut ausgebildet sind.

Gartenmöbel säubern

Wenn die Temperaturen in die Höhe klettern, steigt auch die Lust, Zeit auf der Terrasse und dem Balkon zu verbringen. Deshalb können nun auch wieder die Gartenmöbel ausgepackt und einer gründlichen Reinigung unterzogen werden. Auch der Terrassenboden benötigt spezielle Pflege. Sowohl auf einem Holz- als auch auf einem Steinuntergrund kann der Winter hartnäckigen Schmutz hinterlassen. Je nach Art des Bodens nutzt man zum Entfernen Grünbelag-Entferner, Hausmittel oder Hochdruckreiniger. jh

Diesen Artikel teilen:

Zurück